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GENERATIONEN VON BILDERN

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von Johannes Gierlinger

Note: 7.5

Generationen von Bildern will uns vor allem interessante Denkanstöße zu historischen Momenten geben, die in der jüngeren Geschichte Albaniens von entscheidender Bedeutung waren, und uns dabei freie Interpretationsmöglichkeiten lassen, auch dank der zahlreichen Zeugnisse derer, die diese Momente aus erster Hand erlebt haben. Auf der Diagonale 2025.

Bilder aus vergangenen Zeiten

Können viele Bilder die jüngste Geschichte einer ganzen Nation erzählen? Kann ein Gedicht die Emotionen, Empfindungen, Wünsche und Ängste einer ganzen Generation vollständig wiedergeben? In seinem interessanten Dokumentarfilm Generationen von Bildern – der bei der Diagonale 2025 seine Österreich-Premiere feierte – wollte uns der Regisseur Johannes Gierlingen die jüngste Geschichte Albaniens erzählen, und zwar ausgehend von einem Gedicht, das unter der Diktatur von Enver Hoxha geschrieben wurde. Ist ihm dieses komplizierte Projekt gelungen? Schnell gesagt.

Zahlreiche Archivaufnahmen sowie Aufnahmen aus der heutigen Zeit spielen in diesem Generationen von Bildern sofort die Hauptrolle. In Museen erwecken imposante Marmorstatuen sofort Respekt und manchmal sogar Ehrfurcht. Inzwischen gibt es auf den Straßen der Stadt zahlreiche Buchhändler, die alte Bücher verkaufen, die noch heute einen starken Einfluss auf Jugendliche und Erwachsene ausüben. Aber wie hat sich das Denken der jungen Menschen im Vergleich zu dem ihrer Eltern während des Bürgerkriegs verändert? Und vor allem, wie hat sich das Leben im Vergleich zu der Zeit des Hoxha-Regimes verändert?

In Generationen von Bildern sehen wir also, wie das oben genannte Gedicht – das von einer Frau geschrieben wurde und sich fast wie ein Schlaflied an ein mysteriöses Riesenbaby aus Eisen und Beton richtet – von der jüngeren Generation interpretiert wird und wie es, je nach der Bedeutung, die ihm jeweils zugeschrieben wird, wichtige Aspekte des vergangenen Lebens und der Politik symbolisiert. Aber wie können wir uns über seine wahre Bedeutung sicher sein? Werden uns die unzähligen Bilder, die hier präsentiert werden, jemals den richtigen Leseschlüssel geben können?

Wie der Regisseur selbst feststellt, zeigen uns die Bilder also Menschen, Körper, Gesichter, aber wir können die Gedanken und Gefühle dieser Menschen kaum erahnen. Vielleicht könnte uns nur ein Standbild (das zusätzlich von zwei Händen eingerahmt wird) etwas mehr darüber verraten. Oder vielleicht auch nicht? Und so will uns dieser interessante Generationen von Bildern vor allem interessante Denkanstöße zu historischen Momenten geben, die in der jüngeren Geschichte Albaniens von entscheidender Bedeutung waren, und uns dabei freie Interpretationsmöglichkeiten lassen, auch dank der zahlreichen Zeugnisse derer, die diese Momente aus erster Hand erlebt haben.

Was bleibt, ist ein reichhaltiger und gut strukturierter Geschichtsaufsatz, der uns durch das moderne Medium Film (mit wertvollen Bildern, die ausschließlich in 16 mm gedreht wurden) auf eine Reise in eine Welt mitnimmt, von der wir oft gehört haben, die aber nur wenige außerhalb der Landesgrenzen wirklich kennen.

Titel: Generationen von Bildern
Regie: Johannes Gierlinger
Land/Jahr: Österreich / 2025
Laufzeit: 103’
Genre: Dokumentarfilm
Buch: Johannes Gierlinger
Kamera: Johannes Gierlinger
Produktion: Johannes Gierlinger, Lara Bellon

Info: Die Seite von Generationen von Bildern auf der Website der Diagonale; Die Seite von Generationen von Bildern auf der Website von Johannes Gierlinger