Werden wir jemals aus den Fehlern der Vergangenheit lernen? Das können wir leider nicht wissen, aber wir können traurig feststellen, dass Ein Sohn aus gutem Hause von Karin Brandauer auch heute noch ein höchst aktueller Film ist.
Die Klavierspielerin ist ein manchmal grausames, schmerzhaftes und leidvolles Werk, das beim Inszenieren des Dramas einer Frau, mit der sich niemand von uns (fast nie) nie identifizieren kann, vor allem große Menschenkenntnis beweist. Bei den Filmfestspielen von Cannes 2001.
Realisiert und geschnitten wie eine ideale Fortsetzung seines künstlerischen Nachlasses, inszeniert Klimt eine dramatische Darstellung von Episoden aus dem Leben des Malers, in einem stark visionären und künstlichen Wien. Auf der Viennale 2023, Retrospektive Raúl Ruiz.
Böse Spiele Rimini Sparta wird durch die Geschichte dreier Menschen sofort zu einem Bild der Zeit, in der wir leben, einer kranken Welt, in der jeder hoffnungslos allein und dazu bestimmt zu sein scheint, niemals die ersehnte Ruhe zu finden. Auf der Diagonale’23.
In Hotel Rock’n’Roll weiß man nie, was einen erwartet, und neben amüsanten Missverständnissen, unbeholfenen Polizisten, „unmöglichen Liebesbeziehungen“ und Blitzern, die bereit sind, unerwartet Fotos zu machen, bleibt immer Zeit für einen Abend mit alten und neuen Freund:innen, um fröhlich zu singen und zu trinken.
Gut durchdacht und mit originellen Kostümen, einer ausgezeichneten Besetzung und Schauplätzen, die fast wie in einer Zauberwelt wirken, ist Frauke Finsterwalders Sisi & Ich sicherlich die „feministischste“ Version aller Spielfilme, die Elisabeth von Österreich gewidmet sind. Auf der Berlinale 2023.
Mein bester Feind ist ein Spielfilm mit internationalem Anspruch, der sich stark am amerikanischen Mainstream-Kino orientiert und insgesamt tadellos inszeniert ist. Der Zweite Weltkrieg und der Holocaust werden in Österreich in einem bedeutenden Film, der neben der Geschichte der beiden Freunde/Feinde und dem Krieg auch eine große Hommage an die Kunst und die Schönheit darstellt, erzählt.
Eine starke innere Kampf ist der eigentliche Kern von Sparta. Ewald lacht, wenn er mit Kindern spielt. Langsam aber sicher verwandelt sich sein Lachen in Weinen. Ein Schrei, den niemand bemerkt, der nur im Auto oder im Altersheim, wo sein Vater ist, zum Ausdruck kommt. Subtile Details, die mehr sagen als tausend Worte. Ulrich Seidl (und der exzellente Georg Friedrich) geben all dies perfekt wieder und zeigen uns, wie der Protagonist in Wirklichkeit das einzige wirkliche Opfer seiner eigenen Schwächen ist. Auf der Viennale 2022.
Hurensohn ist die Geschichte einer verzweifelten Mutter-Sohn-Liebe. Ein ständiges Aufeinandertreffen, ohne sich jemals treffen zu können. Eine Hassliebe, die oft zu den extremsten Lösungen führen kann.
Mit Rimini zeichnet Ulrich Seidl ein gnadenloses Porträt der Welt, in der wir leben, in der sich niemand retten kann, in der es keine Hoffnung auf eine bessere Zukunft gibt, in der alte Lieder aus dem Zweiten Weltkrieg noch immer durch die Gänge eines tristen Altenheims hallen und als trauriges Leitmotiv unseres Lebens wirken.