Karl Hartl ist es gelungen, Wolfgang Amadeus Mozart würdig zu ehren. Sein Film Wen die Götter lieben – der kürzlich vom Filmarchiv Austria restauriert und auf dem Kanal Filmarchiv On dem Publikum präsentiert wurde – besitzt die große Fähigkeit, uns auch heute noch, viele Jahre nach seiner Entstehung, mit seiner ganzen visuellen und kommunikativen Kraft zu beeindrucken.
Die Herrlichkeit des Lebens inszeniert eine in vielerlei Hinsicht klassische Liebesgeschichte, die sich vor allem auf die beiden Protagonist:innen und ihre Gefühle konzentriert, dabei aber „vergisst“, auf mögliche Insights einzugehen, die das Ganze unweigerlich hätten bereichern können.
Die unsterbliche Musik von Franz Schubert begleitet uns durch den gesamten Film. Musik, aber auch Malerei bilden ein Werk, Fremd bin ich eingezogen, das sich gleichzeitig auf mehreren Ebenen entwickelt und uns an der Hand auf eine lange Reise zwischen Vergangenheit und Gegenwart, die bis unseren Tagen führt, mitnimmt.
Vor der Morgenröte, von Maria Schrader und mit dem großartigen Josef Hader in der Hauptrolle, ist ein Biopic, das sich bewusst jedem Schema verweigert und sich in seiner scheinbaren Einfachheit bald als weitaus komplexer und vielschichtiger entpuppt, als es auf den ersten Blick scheint.
Innere Konflikte, Schuld, Scham, Angst im Kontrast zur Freude über die Befreiung: In Persona non grata von Antonin Svoboda gibt es all dies und noch mehr.
Mit einem Tiger schlafen von Anja Salomonowitz ist ein komplexer und vielschichtiger, äußerst reicher und feiner Spielfilm. Ein Spielfilm, der nie Angst hat, etwas zu wagen. So wie es unsere liebe Maria Lassnig zu ihrer Zeit getan hat. Auf der Berlinale 2024, Sektion Forum.
Obwohl es sich um einen stark fiktionalisierten Spielfilm mit vielen Schwächen handelt, funktioniert Rudolf Jugerts Kronprinz Rudolfs letzte Liebe alles in allem. Und das mit einem ausgesprochen einfachen Drehbuch, das sich in erster Linie auf das Wesentliche, und das fast völlig ohne Nebenhandlungen, konzentriert. Alles deutet auf eine bevorstehende Tragödie hin. Die Schatten sind stärker als das Licht. Das naive Gesicht von Mary Vetsera spricht für sich selbst.
Realisiert und geschnitten wie eine ideale Fortsetzung seines künstlerischen Nachlasses, inszeniert Klimt eine dramatische Darstellung von Episoden aus dem Leben des Malers, in einem stark visionären und künstlichen Wien. Auf der Viennale 2023, Retrospektive Raúl Ruiz.
Die fiktionalisierte Schwarz-Weiß-Version des Lebens des Komponisten Franz Schubert in Leise fliehen meine Lieder, dem Spielfilmdebüt von Willi Forst, ist ein Werk, das den romantischen Zeitgeist des 19. Jahrhunderts verkörpert.
Inspiriert von den Gemälden Oskar Kokoschkas, besteht I’m Ok aus vielen Pinselstrichen, vor allem in Ocker-, Rot- und Schwarztönen, und zweidimensionalen Zeichnungen mit deutlich expressionistischem Charakter. Die Kunst und der Stil des Künstlers sind also die absoluten Protagonisten, doch gleichzeitig vermeidet Elizabeth Hobbs gekonnt jede Rhetorik und gibt ihrem Kurzfilm eine eigene, ausgeprägte Persönlichkeit. Auf dem Festival Sotto le Stelle dell’Austria 2023.