This post is also available in:
von Verschiedene Autoren
Note: 7
Mit wenigen Bildunterschriften und einem Regieansatz, den man fast als übermäßig rudimentär bezeichnen könnte, gelingt es Die Produktion der Kronen Zeitung dennoch, uns das Wesen einer sehr bedeutenden Realität, die auch heute noch eine zentrale Rolle in der Stadt Wien spielt, umfassend zu vermitteln. Restauriert vom Filmarchiv Austria und präsentiert auf dem Kanal Filmarchiv On.
Geschichte schreiben
Als sich das Kino zu Beginn des 20. Jahrhunderts endlich auch in Österreich durchzusetzen begann, wurden vor allem Szenen aus dem Alltag gezeigt, aber auch Großveranstaltungen und Aktivitäten aller Art, die den Bürger:innen und der ganzen Welt zeigen sollten, wie idyllisch, aber auch unglaublich reich und produktiv das Leben in Österreich war. Es galt beispielsweise als Grund zum Stolz, immer wieder die Aktivitäten bestimmter Fabriken oder bestimmter Unternehmen zu filmen. In diesem Zusammenhang ist daher insbesondere der 1926 entstandene Dokumentarfilm Die Produktion der Kronen Zeitung erwähnenswert, der Teil des weitaus umfangreicheren Projekts König und Bauer Werkfilm. Schnellpressenfabrik Mödling ist, und der kürzlich vom Filmarchiv Austria restauriert und auf dem Kanal Filmarchiv On präsentiert wurde.
Die Kronen Zeitung ist also auch heute noch eine der wichtigsten nationalen Tageszeitungen. Und in einer historischen Epoche wie dem Jahr 1926, als der Erste Weltkrieg bereits mehrere Jahre zurücklag und bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs noch mehr als ein Jahrzehnt vergehen sollte, waren Zeitungen nach wie vor das wichtigste Kommunikations- und Informationsmedium. Eine Zeitung wie die Kronen Zeitung war daher zweifellos eine Institution, auf die Österreich besonders stolz war. Warum also nicht der ganzen Welt zeigen, wie diese Zeitung entstand?
Die Produktion der Kronen Zeitung wurd also vollständig in der Druckerei G. Davis im Wiener Stadtteil Alsergrund, die noch heute besteht, gedreht. Dort kamen die leistungsstarken Maschinen der deutschen Druckerei König & Bauer zum Einsatz, die 1817 gegründet wurde und als älteste Druckerei der Welt gilt. Schon aus dieser kurzen Beschreibung wird deutlich, welch besonderes Ansehen ein solches Unternehmen genoss.
In Die Produktion der Kronen Zeitung sind die Einstellungen daher wenige, einfach und auf das Wesentliche konzentriert. Die Arbeiter sind mit ihrer Arbeit beschäftigt, die Maschinen laufen ununterbrochen, und zwischen den einzelnen Arbeitsschritten gibt es immer jemanden, der die Qualität der gerade hergestellten Produkte kontrolliert. So nehmen die Seiten der Zeitung langsam Gestalt an. Und so wird an einem ganz normalen Arbeitstag endlich ein weiteres Kapitel der Geschichte zu Papier gebracht.
Mit wenigen Bildunterschriften und einem Regieansatz, den man fast als übermäßig rudimentär bezeichnen könnte, gelingt es Die Produktion der Kronen Zeitung dennoch, uns das Wesen einer so bedeutenden Institution, die auch heute noch eine zentrale Rolle in der Stadt Wien spielt, vollständig zu vermitteln. Und in etwa anderthalb Minuten – mehr braucht es nicht, damit die Botschaft laut und deutlich ankommt. Wenn also die Zeitungen von der Welt berichteten, hatte auch das Kino bereits seit einigen Jahren begonnen, dieselbe Aufgabe zu übernehmen. Und schon bald wurde es zu einem praktisch unverzichtbaren Kommunikationsmittel, auf das wir auch heute noch nicht mehr verzichten können.
Titel: König und Bauer Werkfilm. Schnellpressenfabrik Mödling
Regie: Verschiedene Autoren
Land/Jahr: Österreich / 1926
Laufzeit: 2’
Genre: Dokumentarfilm
Buch: Verschiedene Autoren
Kamera: Verschiedene Autoren
Produktion: Verschiedene Autoren
