Paradies: Glaube zeigt uns nicht nur religiösen Fanatismus in einer seiner extremsten Formen. Nein. In Paradies: Glaube zeigt uns Ulrich Seidl vielmehr die praktizierte Religion in einer krankhaften Weise, indem man fast den Wert von Menschen zu vergessen scheint. Spezialpreis der Jury bei den Filmfestspielen von Venedig 2012.
n Paradies: Liebe finden wir alle Konstanten des Kinos von Ulrich Seidl in einem zutiefst intelligenten, schmerzhaften und gnadenlosen Werk. Der Zynismus und die Heuchelei der Menschen, die Unterschiede zwischen den Gesellschaftsschichten, aber auch – und vor allem – eine tiefe Einsamkeit und ein verzweifeltes Bedürfnis nach Liebe sind die absoluten Protagonisten. Kann es jemals eine auch nur geringe Chance auf Erlösung geben? Daran scheint der Regisseur nicht zu zweifeln.
Böse Spiele Rimini Sparta wird durch die Geschichte dreier Menschen sofort zu einem Bild der Zeit, in der wir leben, einer kranken Welt, in der jeder hoffnungslos allein und dazu bestimmt zu sein scheint, niemals die ersehnte Ruhe zu finden. Auf der Diagonale’23.
Eine starke innere Kampf ist der eigentliche Kern von Sparta. Ewald lacht, wenn er mit Kindern spielt. Langsam aber sicher verwandelt sich sein Lachen in Weinen. Ein Schrei, den niemand bemerkt, der nur im Auto oder im Altersheim, wo sein Vater ist, zum Ausdruck kommt. Subtile Details, die mehr sagen als tausend Worte. Ulrich Seidl (und der exzellente Georg Friedrich) geben all dies perfekt wieder und zeigen uns, wie der Protagonist in Wirklichkeit das einzige wirkliche Opfer seiner eigenen Schwächen ist. Auf der Viennale 2022.
Mit nur wenigen einfachen Kameraeinstellungen und einem einzigen Satz, der immer wieder wiederholt wird, ist es Ulrich Seidl gelungen, den Kern seiner Filmografie zu vermitteln. In Hakuna Matata – Teil des kollektiven Projekts Venezia 70 Future Reloaded, das anlässlich des 70-jährigen Jubiläums der Filmfestspiele von Venedig realisiert wurde – braucht es nichts anderes.
Luzifer zeichnet sich nicht nur durch seine exzellente Raum- und Bildgestaltung aus, sondern auch durch eine tiefgründige Symbolik und eine gewisse Zweideutigkeit, die wir von den ersten Minuten an wahrnehmen. Auf der Diagonale’22.
Kurdwin Ayub scheut sich nicht, mit neuen Filmsprachen zu experimentieren. Das hat sie auch in ihren früheren Werken immer getan. In Sonne fühlt sich die Regisseurin endlich frei, Themen, die ihr am Herzen liegen, aus der Perspektive von Jugendlichen, die in einer europäischen Großstadt leben, die aber aus verschiedenen Ländern stammen, zu entwickeln und zu vertiefen. Was bedeutet also der Begriff „Heimat“?
Mit Rimini zeichnet Ulrich Seidl ein gnadenloses Porträt der Welt, in der wir leben, in der sich niemand retten kann, in der es keine Hoffnung auf eine bessere Zukunft gibt, in der alte Lieder aus dem Zweiten Weltkrieg noch immer durch die Gänge eines tristen Altenheims hallen und als trauriges Leitmotiv unseres Lebens wirken.
In Im Keller taucht Ulrich Seidl in das Innerste der Leute ein, betritt ihre aufgeräumten, tadellos aussehenden Häuser und gelangt schließlich in ihre Keller. Und hier offenbart jeder von ihnen schließlich sein wahres Wesen.
Bei den Dreharbeiten zu Jetzt oder morgen hat die junge Filmemacherin Lisa Weber mehr als drei Jahre lang die Geschichte von Claudia verfolgt, die im Alter von fünfzehn Jahren Mutter geworden ist. Das Ergebnis ist ein Dokumentarfilm, der an das Kino von Richard LInklater erinnert, koproduziert von Ulrich Seidl.