Drehbuchautor: Ulrich Seidl

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DIE LETZTEN MÄNNER

In Die letzten Männer bleibt Ulrich Seidls Kamera ständig starr, indem sie uns die Protagonisten zeigt, während sie immer wieder von ihren Erlebnissen erzählen. Fast während der gesamten Dauer des Dokumentarfilms wird uns, wie so oft in seinen Werken, die Realität gezeigt, wie sie ist. Und indem sie sich so zeigt, wie sie ist, zeigt sie sich in ihrer ganzen Absurdität und Lächerlichkeit und erweist sich schließlich als viel gefährlicher, als es zunächst scheint.

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PARADIES: GLAUBE

Paradies: Glaube zeigt uns nicht nur religiösen Fanatismus in einer seiner extremsten Formen. Nein. In Paradies: Glaube zeigt uns Ulrich Seidl vielmehr die praktizierte Religion in einer krankhaften Weise, indem man fast den Wert von Menschen zu vergessen scheint. Spezialpreis der Jury bei den Filmfestspielen von Venedig 2012.

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PARADIES: LIEBE

n Paradies: Liebe finden wir alle Konstanten des Kinos von Ulrich Seidl in einem zutiefst intelligenten, schmerzhaften und gnadenlosen Werk. Der Zynismus und die Heuchelei der Menschen, die Unterschiede zwischen den Gesellschaftsschichten, aber auch – und vor allem – eine tiefe Einsamkeit und ein verzweifeltes Bedürfnis nach Liebe sind die absoluten Protagonisten. Kann es jemals eine auch nur geringe Chance auf Erlösung geben? Daran scheint der Regisseur nicht zu zweifeln.

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KRIEG IN WIEN

Ein zynischer und desillusionierter Blick konzentriert sich vor allem auf die zahlreichen Paradoxien, die sich auftun, wenn uns verschiedene Realitäten nacheinander vorgeführt werden. Man lacht viel, man lacht fast von Anfang bis Ende, wenn man sich Krieg in Wien anschaut. Bei näherer Betrachtung ist das, was uns gezeigt wird, jedoch recht verstörend. Auf der Viennale 2022, Sektion Österreich real.

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SPARTA

Eine starke innere Kampf ist der eigentliche Kern von Sparta. Ewald lacht, wenn er mit Kindern spielt. Langsam aber sicher verwandelt sich sein Lachen in Weinen. Ein Schrei, den niemand bemerkt, der nur im Auto oder im Altersheim, wo sein Vater ist, zum Ausdruck kommt. Subtile Details, die mehr sagen als tausend Worte. Ulrich Seidl (und der exzellente Georg Friedrich) geben all dies perfekt wieder und zeigen uns, wie der Protagonist in Wirklichkeit das einzige wirkliche Opfer seiner eigenen Schwächen ist. Auf der Viennale 2022.

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HAKUNA MATATA

Mit nur wenigen einfachen Kameraeinstellungen und einem einzigen Satz, der immer wieder wiederholt wird, ist es Ulrich Seidl gelungen, den Kern seiner Filmografie zu vermitteln. In Hakuna Matata – Teil des kollektiven Projekts Venezia 70 Future Reloaded, das anlässlich des 70-jährigen Jubiläums der Filmfestspiele von Venedig realisiert wurde – braucht es nichts anderes.

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DER BUSENFREUND

Mit Der Busenfreund hat uns Ulrich Seidl wieder einmal eine Figur geschenkt, die wir nicht so schnell vergessen werden. Eine Figur, die fast einer eigenständigen Welt anzugehören scheint und die – nach eigenen Aussagen des Regisseurs – nach dem Verzicht auf jegliche Form von Einkommen oder sozialen Beziehungen vielleicht sogar die Freiheit auf seine Weise gefunden hat.

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RIMINI

Mit Rimini zeichnet Ulrich Seidl ein gnadenloses Porträt der Welt, in der wir leben, in der sich niemand retten kann, in der es keine Hoffnung auf eine bessere Zukunft gibt, in der alte Lieder aus dem Zweiten Weltkrieg noch immer durch die Gänge eines tristen Altenheims hallen und als trauriges Leitmotiv unseres Lebens wirken.

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DER BALL

Der große Abwesende bei den 78. Filmfestspielen von Venedig ist leider Ulrich Seidl. Ein Regisseur, der uns viel geschenkt hat und von dem man viel erwartet. Selbst wenn es darum geht, einen seiner ersten Filme anzusehen. Und in der Tat, selbst im Fall von Der Ball, der 1982 entstand, werden das Groteske und das Lächerliche, die aus den uns gezeigten Bildern hervorgehen, sofort zu den absoluten Protagonisten.