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von Viktoria Schmid
Note: 7.5
Leaving Light von Viktoria Schmid ist der dritte Teil einer Trilogie, die sich ganz der Erforschung von Licht und Farbe widmet. Das Endergebnis ist, wie man sich gut vorstellen kann, visuell äußerst fesselnd. Auf der Viennale 2026.
Licht, Zeit, Farben
Das Kino ist Licht. Das Kino ist Bewegung. Aber das Kino ist zugleich auch vergehende Zeit. Im Laufe der Jahre – und insbesondere seit der Erfindung des Kinos selbst – wurden zahlreiche Experimente durchgeführt, bei denen mit diesen Konzepten gespielt wurde. Besonders interessant sind in diesem Zusammenhang die Werke der Regisseurin Viktoria Schmid, die häufig mit dem Film experimentiert hat, indem sie zahlreiche Überblendungen einsetzte und mit den verschiedenen Effekten spielte, die jeweils durch das Licht erzeugt wurden. Dies war beispielsweise bei den experimentellen Kurzfilmen NYC RGB (2023) und Rojo Žalia Blau (2025) der Fall, ebenso wie bei Leaving Light, der 2026 entstand und anlässlich der Viennale 2026 seine Österreichpremiere feierte.
In Fortführung des Ansatzes, den sie bereits bei der Realisierung ihrer anderen Kurzfilme verfolgt hatte, hat Viktoria Schmid auch in Leaving Light eine sehr interessante Methode gewählt: Durch den Einsatz verschiedener Filter hat die Regisseurin bestimmte Umgebungen zu unterschiedlichen Tageszeiten gefilmt, dabei jedoch jedes Mal denselben Film belichtet, sodass sich das Licht selbst verändern konnte und jedes Mal einen neuen Effekt erzeugte, und damit sich die einzelnen Aufnahmen gegenseitig überlagern konnten, wodurch jener magnetische visuelle Effekt entstand, der mittlerweile typisch für ihr Kino ist.
Mit einer Laufzeit von nur drei Minuten und vollständig in ihrem ehemaligen Atelier in Wien gedreht, kann Leaving Light somit fast als drittes Kapitel dieser Trilogie betrachtet werden, die sich ganz der Erforschung von Licht und Farbe widmet. Der endgültige Effekt ist, wie wir uns gut vorstellen können, wirklich etwas visuell Faszinierendes.
Verschiedene Aufnahmen aus dem Atelier von Viktoria Schmid folgen nacheinander auf der Kinoleinwand. Die Kamera bleibt dabei stets statisch. Von den jeweils gezeigten Räumen sehen wir nur einige Details (einige Innenaufnahmen, einige Aufnahmen vom Balkon mit der Stadt im Hintergrund, kurze Aufnahmen des Gebäudes von außen usw.), sodass sie uns fast wie abstrakte Bilder erscheinen. Genau wie es tatsächlich beim Anschauen von NYC RGB der Fall war. Und so präsentiert sich uns das wertvolle Kino von Viktoria Schmid erneut mit seiner ganzen visuellen und kommunikativen Kraft.
Ja, denn wenn man diesen interessanten Leaving Light zusammen mit ihren früheren Werken betrachtet, kann man tatsächlich feststellen, dass dieser Wunsch, ständig mit Licht, Farben und Bildern zu experimentieren, aber auch diese Ehrfurcht vor der Filmkunst selbst jedes ihrer Werke fast wie ein Metafilm wirken lassen (besonders bezeichnend sind in diesem Zusammenhang ihre früheren Filme, die sich dem Projekt eines Kinos mitten in der Natur widmen, wie zum Beispiel A Proposal to Project in Scope, der 2020 entstand). Viktoria Schmid beweist also jedes Mal ihre große Liebe zum Kino, indem sie neue Ausdrucksformen für dieses Medium erprobt. Und ist dies nicht vielleicht gerade eine große Liebeserklärung?
Titel: Leaving Light
Regie: Viktoria Schmid
Land/Jahr: Österreich / 2026
Laufzeit: 3’
Genre: Experimentalfilm
Buch: Viktoria Schmid
Kamera: Viktoria Schmid
Produktion: Viktoria Schmid
