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LEBEN AM WIENER NASCHMARKT

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Note: 7

In einer Zeit, in der die Folgen des kürzlich beendeten Krieges noch deutlich spürbar waren, war das Bild einer Nation, die alles tat, um neu anzufangen, zweifellos sehr eindrücklich. Der Dokumentarfilm Leben am Wiener Naschmarkt verfolgte – wie viele andere Werke dieses Genres auch – genau dieses Ziel. Restauriert vom Filmarchiv Austria und präsentiert auf dem Kanal Filmarchiv On.

Auf dem legendären Wiener Markt

Der traditionelle Wiener Naschmarkt, der direkt am Karlsplatz zwischen der Linken Wienzeile und der Rechten Wienzeile liegt, ist schon seit sehr langer Zeit Teil der Identität der Stadt Wien. Er wurde bereits 1780 gegründet und später, genauer gesagt im Jahr 1910, endgültig an den oben genannten Ort verlegt und ist berühmt für seine eleganten, festen Stände im Jugendstil, aber auch für seine Farben, seine Düfte, die Vielfalt der Produkte, die dort täglich verkauft werden, und die zahlreichen Menschen, die ihn besuchen (darunter mittlerweile auch Tourist:innen). In diesem Zusammenhang bietet uns der 1929 entstandene Dokumentarfilm Leben am Wiener Naschmarkt, der Teil des Projekts Wiener Alltag II. Akt ist, kürzlich vom Filmarchiv Austria restauriert und auf dem Kanal Filmarchiv On präsentiert wurde, einen interessanten Einblick in den Alltag an diesem Ort gegen Ende der 1920er Jahre.

Leben am Wiener Naschmarkt konzentriert sich also in nur wenigen Minuten auf jedes kleinste Detail, das die Realität unseres Naschmarkts betrifft. Zunächst zeigt uns die Kamera die Straßen der Stadt aus der Vogelperspektive. Dann befinden wir uns endlich mitten auf dem Markt. Die Menschen drängen sich, um einzukaufen. Einige Verkäufer:innen richten ihre Waren her. Und während einige Bäuerinnen in Trachten damit beschäftigt sind, ihre Produkte für die Kunden vorzubereiten, werden die Waren noch immer mit Pferdewagen transportiert, die, wenn sie an den moderneren Straßenbahnen vorbeifahren, einen interessanten Kontrast bilden.

Und so entspricht dieser kleine, interessante Film Leben am Wiener Naschmarkt mit seiner rein klassischen Inszenierung ohne besondere regietechnische Kunstgriffe, der uns kurze Momente des normalen Alltags in Wien zeigt, voll und ganz den Standards der meisten Dokumentarfilme, die zu jener Zeit in Österreich bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts gedreht wurden.

Ja, denn indem man uns zeigte, wie friedlich das Leben an einem bestimmten Ort verlief und wie jede Aktivität perfekt organisiert war, wurde Österreich und der ganzen Welt tatsächlich eine ganz bestimmte Botschaft vermittelt. Und in einer Zeit, in der die Folgen des jüngsten Krieges noch deutlich zu spüren waren (als man noch nicht ahnte, dass schon bald ein zweiter Krieg neues Unglück mit sich bringen würde), war das Bild einer Nation, die alles tat, um neu anzufangen, zweifellos sehr wirkungsvoll. Leben am Wiener Naschmarkt hatte – natürlich zusammen mit vielen anderen Dokumentarfilmen dieser Art – genau diesen Zweck.

Titel: Wiener Alltag II. Akt
Regie: Verschiedene Autoren
Land/Jahr: Österreich / 1929
Laufzeit: 3’
Genre: Dokumentarfilm
Buch: Verschiedene Autoren
Kamera: Verschiedene Autoren
Produktion: Hans Kartak

Info: Die Webseite des Filmarchiv Austria