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von Verschiedene Autoren
Note: 7
In Die alte Hungerburgbahn wird ein rein klassischer und linearer Regieansatz verfolgt, der – zusätzlich durch eine willkommene Ironie bereichert – sich als die richtige Lösung erwiesen hat, um uns einen umfassenden Einblick in das Leben in dieser Ecke Tirols wenige Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs zu vermitteln. Restauriert vom Filmarchiv Austria und präsentiert auf dem Kanal Filmarchiv On.
In Richtung der Tiroler Berge
Was gibt es Schöneres als eine herrliche Panoramafahrt, bei der man von der Stadt aus eine nahegelegene Bergkette erreicht, dabei an Flüssen vorbeifährt und die Landschaft von oben bewundert? Die alte Hungerburgbahn, die mit einer Länge von 839 Metern die Stadt Innsbruck mit der Nordkette verband, wurde am 12. September 1906 eingeweiht und diente sowohl als Verkehrsmittel für den Stadtteil Hungerburg als auch als reine Touristenattraktion, bevor sie am 8. Dezember 2005 endgültig stillgelegt und durch eine neue, von Zaha Hadid entworfene Standseilbahn ersetzt wurde. In diesem Zusammenhang bietet uns der kurze Dokumentarfilm Die alte Hungerburgbahn aus dem Jahr 1922, der Teil des umfassenderen Projekts Völkerbund-Film Vorarlberg und Tirol. Landschaften und Städte in den 1920er Jahren ist, der kürzlich vom Filmarchiv Austria restauriert und auf dem Kanal Filmarchiv On präsentiert wurde, einen privilegierten Einblick in diese damalige Realität.
Ein sympathischer Herr blickt direkt in die Kamera, während er seine Pfeife raucht und lächelt. Die Einwohner:innen von Innsbruck gehen unterdessen durch die Straßen der Stadt und gehen ihren täglichen Aktivitäten nach. Und während uns imposante und elegante Gebäude, Denkmäler und sogar das Stadttheater sofort durch ihre Pracht beeindrucken, bewegen wir uns langsam unserem Reiseziel entgegen. Die Hungerburgbahn hat gerade ihre Fahrt begonnen. Dutzende von Menschen (viele davon wahrscheinlich Tourist:innen) bewundern die Landschaft aus den Wagen heraus. Die Stimmung ist sehr festlich und fröhlich. Im Laufe der Fahrt werden die Berge immer imposanter, bis wir schließlich unser Ziel erreichen.
Mit seiner kurzen Laufzeit von etwa zwei Minuten gelingt es Die alte Hungerburgbahn somit, diese Standseilbahn – natürlich zusammen mit der Stadt Innsbruck selbst und der Schönheit ihrer Landschaften – gekonnt hervorzuheben. Und dies alles unter Verwendung eines von Anfang bis Ende rein klassischen Regieansatzes ohne jegliche Virtuosität, der, zusätzlich bereichert durch eine willkommene Ironie, sich als die richtige Lösung erwiesen hat, um uns einen umfassenden Einblick in das Leben in diesem Winkel Tirols wenige Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs zu vermitteln.
Und so entspricht dieser kleine, interessante Film Die alte Hungerburgbahn voll und ganz den Standards der meisten Dokumentarfilme, die damals in Österreich mit dem Ziel gedreht wurden, der Nation und dem Rest der Welt zu zeigen, wie sehr – trotz der nicht immer einfachen Zeiten – ein gewisser Wohlstand und eine gewisse Lebensqualität dort praktisch an der Tagesordnung waren. Und in ihrer Gesamtheit betrachtet stellen diese Werke heute ein wertvolles historisches Dokument dar. Ein faszinierendes Zeugnis einer Epoche, in der der Wille zum Neuanfang und zur Rückkehr zu einem gewissen Gleichgewicht stärker waren denn je.
Titel: Völkerbund-Film Vorarlberg und Tirol. Landschaften und Städte in den 1920-er Jahren
Regie: Verschiedene Autoren
Land/Jahr: Österreich / 1922
Laufzeit: 2’
Genre: Dokumentarfilm
Buch: Verschiedene Autoren
Kamera: Verschiedene Autoren
Produktion: Verschiedene Autoren
