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von Peter Eng
Note: 7.5
In Lerne Schwimmen verleihen zweidimensionale Zeichnungen, karikaturistische Figuren mit auffälligen körperlichen Merkmalen sowie natürlich eine angenehme Ironie dem ganzen Werk eine starke Persönlichkeit. Restauriert vom Filmarchiv Austria und präsentiert auf dem Kanal Filmarchiv On.
Der perfekte Ort, um schwimmen zu lernen
Zu den bedeutendsten Namen im österreichischen Animationsfilm gehört zweifellos Peter Eng, der bereits wenige Jahre nach der Geburt des Kinos (und dessen Verbreitung in Österreich) eine Reihe von Kurzfilmen drehte, die oft als kurze Werbespots konzipiert waren, von denen jedoch leider der Großteil heute verloren gegangen ist. Glücklicherweise wurden jedoch einige dieser Kurzfilme erhalten und restauriert, sodass wir sie uns auch heute noch anschauen können. Dies gilt beispielsweise für Lerne Schwimmen aus dem Jahr 1926, der kürzlich vom Filmarchiv Austria restauriert und auf dem Kanal Filmarchiv On präsentiert wurde.
Wie bereits erwähnt, hat der Zeichner Peter Eng im Laufe seiner Karriere einen Großteil seiner Werke der Werbung gewidmet. Und auch dieser Lerne Schwimmen fällt somit voll und ganz in diese Kategorie, da er dem großen Amalienbad im Wiener Stadtteil Favoriten, das 1926 nach dreijähriger Bauzeit eröffnet und dem Andenken an die 1924 verstorbene sozialdemokratische Stadträtin Amalie Pölzer gewidmet wurde, gewidmet ist.
Die in Lerne Schwimmen inszenierte Geschichte ist also eher einfach und ironisch: Ein älterer Mann befindet sich in der Nähe eines kleinen zugefrorenen Sees und füttert einen Fisch. Plötzlich verliert der Mann jedoch das Gleichgewicht und fällt in den See. Kurz darauf kommt ein Rettungsschwimmer, springt ins Wasser und rettet ihn. Anschließend rät er ihm, schwimmen zu lernen. Aber wie soll dies im Winter möglich sein, wenn alles zugefroren ist? Ganz einfach: Man braucht nur ins Amalienbad zu gehen, das größte und modernste Hallenbad Europas! Dort wird unser Protagonist also endlich schwimmen lernen, und schon nach zehn Unterrichtsstunden wird sein Schwimmstil praktisch perfekt sein.
In Lerne Schwimmen finden wir also alle Eigenheiten des Kinos von Peter Eng wieder. Zweidimensionale Zeichnungen (die sich gut mit den Live-Action-Aufnahmen des Wassers harmonieren, wenn wir den Protagonisten in dem besagten Schwimmbad sehen), karikaturistische Figuren mit auffälligen körperlichen Merkmalen (legendär sind ja die sogenannten „Wiener Typen“, die Eng selbst geschaffen hat) sowie natürlich eine angenehme Ironie verleihen diesem kleinen, wertvollen Kurzfilm eine starke Persönlichkeit.
Eine einfache und wirkungsvolle Geschichte zur Werbung für das besagte Schwimmbad, zusammen mit einem künstlerischen und stilvollen Ansatz, der dazu beigetragen hat, das österreichische Kino jener Zeit noch reichhaltiger und vielfältiger zu machen. Schade nur, dass sich heutzutage kaum noch jemand an den Namen Peter Eng erinnert. Heute fühlen wir uns jedoch besonders privilegiert, einen Film wie Lerne Schwimmen ansehen zu können, und auch wenn seit seiner Entstehung bereits hundert Jahre vergangen sind, erscheint er uns immer noch als ein außergewöhnlich junges Werk.
Titel: Lerne Schwimmen
Regie: Peter Eng
Land/Jahr: Österreich / 1926
Laufzeit: 3’
Genre: Animationsfilm
Buch: Peter Eng
Kamera: Peter Eng
Produktion: Amalienbad
