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WEN DIE GÖTTER LIEBEN

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von Karl Hartl

Note: 7.5

Karl Hartl ist es gelungen, Wolfgang Amadeus Mozart würdig zu ehren. Sein Film Wen die Götter lieben – der kürzlich vom Filmarchiv Austria restauriert und auf dem Kanal Filmarchiv On dem Publikum präsentiert wurde – besitzt die große Fähigkeit, uns auch heute noch, viele Jahre nach seiner Entstehung, mit seiner ganzen visuellen und kommunikativen Kraft zu beeindrucken.

Die Leiden des jungen Wolfgang

Das Leben und Werk des berühmten Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart waren, wie man weiß, schon immer ein Grund zum Stolz für Österreich, sodass man auch in der Filmwelt sofort der ganzen Welt die Größe dieses Genies vermitteln wollte. Und diese Werke waren, wie man sich gut vorstellen kann, fast immer auch über die Landesgrenzen hinaus sehr erfolgreich. Es überrascht daher nicht, dass es einige Filmemacher gab, die ihm im Laufe ihrer Karriere mehr als einen Film widmeten. Man denke nur an Karl Hartl, der dem Salzburger Komponisten gleich zwei Werke widmete: Wen die Götter lieben (1942) und Mozart (1955).

Wenn wir uns also ausschließlich auf Wen die Götter lieben – kürzlich vom Filmarchiv Austria restauriert und auf dem Kanal Filmarchiv On erneut dem Publikum präsentiert – konzentrieren, wird uns sofort bewusst, dass dieser Film in einer äußerst heiklen historischen Phase entstand, nämlich mitten im Zweiten Weltkrieg. Und Karl Hartl gehörte tatsächlich zu jenen Künstler:innen, die trotz der politischen Lage in ihrer Heimat weiterarbeiten konnten und auch nach Kriegsende keine Probleme hatten, Arbeit zu finden. Und während damals vor allem Heimatfilme (in denen ein ganz bestimmtes Bild von Österreich und seinem Volk vermittelt wurde) bei den großen Produktionsfirmen „bevorzugt“ wurden, konnte auch eine Geschichte wie die von Mozart, wie bereits erwähnt, ein Grund zum Stolz für die gesamte Nation sein.

In Wen die Götter lieben hat sich der Regisseur jedoch nicht nur auf die Werke, sondern auch auf die Liebesbeziehungen des jungen Komponisten (hier verkörpert von einem hervorragenden Hans Holt) konzentriert. Zunächst in die charmante Aloisia Weber (Irene von Meyendorff) verliebt, muss der junge Mann nach einer langen Abwesenheit aus Österreich und nach vergeblichen Versuchen, sich im Ausland zu etablieren, bei seiner Rückkehr in die Heimat feststellen, dass die Frau, die er liebt, längst einen anderen Mann geheiratet hat. Es ist die süße Constanze (Winnie Markus), die ihn seine alte Liebe vergessen lässt und ihn heiratet. Aber werden die beiden wirklich ein glückliches Leben führen?

Wen die Götter lieben weist also alle Merkmale eines Films auf, der dazu bestimmt ist, ein großes Publikum zu beeindrucken und noch lange, lange Zeit in Erinnerung zu bleiben. Abgesehen von den Liebesgeschichten des jungen Mozart (besonders eindrucksvoll sind die Szenen persönlicher Krisen, die zuerst er und dann Constanze durchleben) und abgesehen von den wichtigen Parallelen zwischen dem Leben des Komponisten und einigen von ihm komponierten Arien sind besonders eindrucksvoll jene Momente, in denen wir sehen, wie sich die Geschichte mit ihrer ganzen Kraft auf der Kinoleinwand offenbart (wie zum Beispiel, wenn ein junger Beethoven – der uns seine Identität zunächst erst dann erahnen lässt, wenn er uns seine Musik hören lässt – schüchtern auf Mozart zugeht), oder in denen wir durch eindrucksvolle Überblendungen die inneren Qualen der Protagonist:innen sehen können.

Karl Hartl ist es also gelungen, einer Persönlichkeit wie dem großartigen Wolfgang Amadeus Mozart auf der Kinoleinwand würdig zu huldigen. Und obwohl die Geschichte in vielerlei Hinsicht (vor allem was die Liebesgeschichten des Protagonisten betrifft) ziemlich fiktionalisiert ist, müssen wir Wen die Götter lieben die große Fähigkeit anerkennen, uns auch heute noch, viele Jahre nach seiner Entstehung, mit seiner ganzen visuellen und kommunikativen Kraft zu beeindrucken.

Titel: Wen die Götter lieben
Regie: Karl Hartl
Land/Jahr: Österreich, Deutschland / 1942
Laufzeit: 120’
Genre: Drama, Liebesfilm, Musikfilm, Filmbiografie
Cast: Hans Holt, Winnie Markus, Irene von Meyendorff, Doris Hild, Paul Hörbiger, Walter Janssen, Rosa Albach-Retty, Georg Lorenz, Annie Rosar, René Deltgen, Thea Weis, Susi Witt, Curd Jürgens, Pepi Glöckner-Kramer, Franz Herterich, Otto Schmöle, Hans Siebert, Richard Eybner, Fritz Imhoff, Karl Blühm, Theodor Danegger, Alfred Neugebauer, Ferdinand Mayerhofer, Erich Nikowitz, Willi Hufnagel, Hermann Erhardt, Louise Kartousch
Buch: Eduard von Borsody
Kamera: Günther Anders
Produktion: Universum Film, Wien Film

Info: Die Seite von Wen die Götter lieben auf iMDb; Die Seite von Wen die Götter lieben auf der Webseite vom Filmarchiv Austria