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von Tomáš Krupa
Note: 7.5
We have to survive ist ein monumentales Projekt, das uns durch eindrucksvolle Bilder, in denen die oft aus der Vogelperspektive aufgenommenen Landschaften uns durch ihre Majestät sofort beeindrucken, auch interessante Denkanstöße bietet.
Veränderungen im Gange
Der Klimawandel und die globale Erwärmung sind, wie wir wissen, äußerst dringliche Themen, die uns alle betreffen. Glücklicherweise werden diese Themen jedoch immer häufiger behandelt, und es gibt zahlreiche Maßnahmen und Verhaltensweisen, die immer wieder ergriffen werden, um unseren Planeten so gut wie möglich zu schützen. Und das Kino, wie wir alle wissen, bleibt nicht einfach nur „Zuschauer“. Im Gegenteil: Zahlreiche Filmemacher:innen auf der ganzen Welt haben sich ebenfalls engagiert, um uns die Ursachen und möglichen Folgen dieser Probleme, aber manchmal auch das Verhalten bestimmter Menschen in diesem Zusammenhang aufzuzeigen. Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang der Dokumentarfilm We have to survive unter der Regie des slowakischen Filmemachers Tomáš Krupa, der aus einer Koproduktion zwischen der Slowakei, Frankreich und Österreich hervorgegangen ist und bereits beim Thessaloniki International Documentary Festival seine Weltpremiere feierte.
Die Realisierung von We have to survive dauerte somit gut sechs Jahre, und zu diesem Zweck reiste der Regisseur in verschiedene Teile der Welt, um uns aus nächster Nähe zu zeigen, wie bestimmte Bevölkerungsgruppen mit dem genannten Klimawandel umgehen. In den Outer Banks der Vereinigten Staaten wollen die Menschen einfach nur den Sommer genießen und bauen weiterhin Häuser, besser gesagt Pfahlbauten, direkt am Meer. Es kommt jedoch häufig vor, dass diese Pfahlbauten aufgrund der starken Meereswellen einstürzen. In Coober Pedy, Australien, gibt es aufgrund der unerträglichen Hitze Menschen, die in luxuriösen unterirdischen Häusern leben und hier sogar ein B&B eröffnet haben. In der Wüste Gobi in der Mongolei gibt es Menschen, die die wichtige Tradition fortsetzen, so viele Bäume wie möglich zu pflanzen, um sich vor den Sandstürmen der Wüste zu schützen. In Grönland schließlich werden alte Fischertraditionen von einigen jungen Menschen noch immer gepflegt.
Jede:r der Protagonist:innen von We have to survive versucht also auf ihre bzw. seine Weise, sich an die aktuellen Veränderungen anzupassen. „Wir sind es, die uns an die Natur anpassen müssen, die Natur wird sich niemals an uns anpassen.“ Doch während es Menschen gibt, die mit allen Mitteln versuchen, die Umwelt zu schützen, gibt es andererseits auch solche, die sich zwar der potenziellen Risiken bewusst sind, aber glauben, dass man kaum etwas tun kann, um einen laufenden natürlichen Prozess aufzuhalten, und die einfach nur „den Sommer genießen“ wollen.
Tomáš Krupa seinerseits hat alle Realitäten, denen er nacheinander begegnete, aufmerksam und voller Ehrfurcht beobachtet, ohne jemals zu urteilen, sondern indem er einfach zuließ, dass die Protagonist:innen vor seiner Kamera von sich erzählten. Rituale des normalen Alltags, aber auch Feste, Beerdigungen und das Warten auf die Geburt eines neuen Lebens machen dieses interessante Projekt We have to survive noch reichhaltiger und vielfältiger. Ein zweifellos monumentales Projekt, das uns durch eindrucksvolle Bilder, in denen die oft aus der Vogelperspektive aufgenommenen Landschaften uns sofort durch ihre Majestät beeindrucken, auch interessante Denkanstöße bietet. Und an solchen Filmen haben wir, gerade in dieser besonderen Zeit, die wir gerade erleben, immer großen Bedarf.
Titel: We have to survive
Regie: Tomás Krupa
Land/Jahr: Slowakei, Frankreich, Österreich / 2026
Laufzeit: 102’
Genre: Dokumentarfilm
Buch: Tomás Krupa
Kamera: Martin Čech, Ondrej Szollos
Produktion: HAILSTONE, YUZU Productions, Golden Girls Filmproduktion
