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DIAGONALE’26 – DREHBUCHPREISE

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Die Diagonale freut sich, die Gewinner der Carl-Mayer-Drehbuchpreise und der Thomas-Pluch-Drehbuchpreise bekannt zu geben, die heute im Rahmen des Festivals des österreichischen Films verliehen wurden. Nachfolgend: Die Nachrichten laut Pressemitteilung.

Lebenhafte und spannende Geschichten

Die Diagonale freut sich, die Preisträger:innen der Carl-Mayer-Drehbuchpreise und der Thomas Pluch Drehbuchpreise bekannt geben zu dürfen, die heute im Rahmen des Festivals des österreichischen Films im Diagonale Forum im Heimatsaal im Volkskundemuseum am Paulustor in Anwesenheit von Gemeinderätin Barbara Gartner-Hofbauer in Vertretung für Kulturstadträtin Claudia Unger, und dem Leiter der Filmabteilung des Bundesministeriums für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport, Peter Schernhuber, im Rahmen eines Festaktes verliehen wurden.

Mit einer Gesamtdotierung von € 44.500,— zählen die beiden Drehbuchpreise zu den wichtigsten filmischen Auszeichnungen Österreichs und werden in Kooperation mit dem Kulturressort der Stadt Graz und dem Drehbuchverband Austria (im Namen des Preisstifters Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport) vergeben.

„Die Carl-Mayer- und die Thomas Pluch Drehbuchpreise zählen zu den bedeutendsten filmischen Auszeichnungen des Landes. Dass sie bereits zum feierlichen Festinventar der Diagonale gehören, erfüllt uns gleichermaßen mit Freude und Stolz, richten sie doch ihre Aufmerksamkeit auf eine der essenziellen Voraussetzungen für jeden guten Film: die gelungenen Scripts und ihre Autor:innen.“ , so das Intendant:innen-Duo des Festivals Dominik Kamalzadeh und Claudia Slanar.

Carl-Mayer-Drehbuchpreise

| Thema 2026: TEMPO |

Für ein anonym eingereichtes kinofilmgerechtes fiktionales oder dokumentarisches Treatment, initiiert, abgewickelt und gestiftet vom Kulturressort der Stadt Graz im Rahmen der Diagonale.

Die Jury des Carl-Mayer-Drehbuchpreises 2026 bestand aus Felix von Boehm (Produzent, DE), Sebastian Höglinger (Juryvorsitzender, AT), Klemens Hufnagl (Kameramann, Drehbuchautor, Vorjahrespreisträger, AT), Alexandra Makarová (Drehbuchautorin, Regisseurin, AT) und Françoise von Roy (Dramaturgin, DE).

HAUPTPREIS mit € 15.000 dotiert:

| Hans –or–Don’t Buy Me in the Grave | Treatment von Peter Pflügler

Auszug Jurybegründung:

„Über 1000 Selbstporträts hat Amateurfotograf Hans bis zu seinem Tod angefertigt. Als Peter auf den Fundus stößt, öffnet sich ein wahrer Zeitspeicher und -Schatz, eine Art analoges, haptisches Instagram avant la lettre. Wer aber war dieser Urgroßonkel Hans, über den in der Familie niemand so richtig Bescheid weiß und redet, über den angeblich gelacht wurde, weil er ‚eigenartig‘ war? Peter will mehr wissen und versucht das familiäre Schweigen zu durchbrechen. Was als dokumentarische Suche seinen Ausgang nimmt, wird zu einem Experiment der Formfindung, Träume suchen den Protagonisten heim, Dokument und Inszenierung verschwimmen, was die Relevanz des Projekts gerade vor dem Hintergrund der Bildproduktion im Zeitalter Künstlicher Intelligenz unterstreicht.“

FÖRDERPREIS mit € 7.500 dotiert:

| Wurzel und Wind | Treatment von Reza Rasouli

Auszug Jurybegründung:

„Die 16-jährige Leila ist schwanger. Mit ihrem Freund Konsti beschließt sie den Schwangerschaftsabbruch, doch die benötigten 600 Euro scheinen eine unüberwindbare Hürde und die Eltern dürfen nichts mitbekommen. So werden der geliebte Scooter, die Drohne, ja sogar die eigenen Haare verkauft, Geld wird geliehen oder aus Mutters Portemonnaie entwendet. Als diese den Diebstahl bemerkt und Sohn Konsti zur Rede stellt, setzt sich ein Dominoeffekt an vermeintlich gutgemeinten Taten und Ratschlägen in Gang. Rasant verschachtelt entspinnt sich ein multiperspektivisches Drama, in dem alle Figuren Licht und Schatten in sich tragen: Jede kleine Geste, jedes Detail zieht schon in dieser frühen Treatmentform Konsequenzen nach sich.“

Thomas Pluch Drehbuchpreise

Verliehen durch den Drehbuchverband Austria im Namen des Preisstifters Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport.

Die internationale Jury des Thomas Pluch Drehbuchpreises 2026 bestand aus Lorenz Dangel (Filmkomponist & Musiker, DE), Milan Dor (Drehbuchautor & Dramaturg, AT) und Kyra Scheurer (Dramaturgin & Kuratoirn, DE).

HAUPTPREIS mit € 12.000 dotiert, für das Beste Drehbuch für einen abendfüllenden Kinospielfilm oder einen abendfüllenden Fernsehfilm (ab 70 Minuten), an:

| Rose | von Markus Schleinzer und Alexander Brom

Jurybegründung:

Die umständliche und wahrhaftige Beschreibung einer Land- und Leutebetrügerin, die obwohl als eine Weibs-Person geboren dem zum Trotz als Manns-Bild sich betragen, und viel üble Schandtat hat getrieben.

„Diese Texttafel eröffnet die filmische Erzählung, setzt sogleich den Ton des Drehbuchs. Die historisch anmutende Sprache zieht uns unmittelbar in die kleine Welt eines Dorfs während des 30-jährigen Kriegs. Mit einer beeindruckenden Reduziertheit auf der Dialogebene werden mit ein, zwei Sätzen Spannungsfelder zwischen Figuren entworfen, gerade das Nicht-Gesagte erzeugt dröhnende Stille. Und eine wunderbar originäre Erzählstimme führt uns mit einer Mischung aus Empathie und Kommentar durch die Geschichte. Bereits beim Lesen lässt die Präzision im Detail und die dramaturgische Souveränität im Erzählen die Geschichte in aller Klarheit vor dem inneren Auge entstehen.“

SPEZIALPREIS mit € 7.000 dotiert, für ein Drehbuch mit besonders herausragend behandelten Aspekten für einen abendfüllenden Kinospielfilm oder einen abend-füllenden Fernsehfilm (ab 70 Minuten), an:

| Teresas Körper | von Magdalena Chmielewska

Jurybegründung:

„Mit dem Thomas Pluch Spezialpreis der Jury zeichnen wir ein Drehbuch aus, das sehr klar die Folgen patriarchaler Gewalt und deren transgenerationale Auswirkungen erlebbar macht, aber den Figuren auch Geheimnisse lässt. Das Private ist hier nicht nur politisch, sondern in der konkreten sprachlichen Ausgestaltung ein starkes künstlerisches Statement, das auch als reiner Text einen Sog entfaltet ohne die hybrid-dokumentarischen Elemente zu verschleiern. Die gelungene Berücksichtigung der Tonebene in Kombination mit einem starken visuellen Konzept überhöht das Konkrete des einen Körpers, der einen Familie, in gesellschaftspolitisch wirksam werdende Abstraktion.“

Für den Haupt- und den Spezialpreis der Jury waren weiters The Stories von Abu Bakr Shawky und White Snail von Elsa Kremser und Levin Peter nominiert.

Die nationale Jury des Thomas Pluch Drehbuchpreises 2026 bestand aus Drehbuchautor und Regisseur Jacob Groll, Drehbuchautorin und Regisseurin Marie Luise Lehner und der Editorin Joana Scrinzi und hat aus den insgesamt 22 Einreichungen die fünf Drehbücher für den Hauptpreis nominiert und den Thomas Pluch Preis für kurze oder mittellange Kino-Spielfilme vergeben.

Thomas Pluch Preis für kurze oder mittellange Kino-Spielfilme, mit € 3.000 dotiert, für das Beste Drehbuch für einen Kinospielfilm mit einer Mindestlänge von 15 bis max. 70 Minuten, an:

| Ein Unfall | von Angelika Spangel und Sophia Wiegele

Jurybegründung:

„Das Drehbuch macht eine große Gefahr sichtbar, die gesellschaftspolitisch und ethisch sehr wichtig erscheint: Wegschauen. Fehlende Solidarität. Vereinzelung. Ohnmacht. Wir lernen ein österreichisches Dorf kennen. Wir beobachten Kinder bei einem Streich, einen Vater und einen Sohn, die miteinander streiten. Die Autorinnen halten eine Lupe auf die Bewohner und beleuchten das scheinbar Banale ohne dabei in Klischees zu verfallen. Das Beschriebene ist spezifisch, wie aus dem Leben gegriffen und zieht uns als Lesepublikum dieses Drehbuchs in den Bann. Unterschiedliche Figuren treten in verschiedenen Erzählsträngen in Erscheinung, verbunden durch den fein gewobenen Plot und das Thema der Geschichten. Angelika Spangel und Sophia Wiegele zeichnen gekonnt, wie es passiert, dass Empathie und Hilfsbereitschaft vernachlässigt werden, diese Grundpfeiler eines friedlichen Zusammenlebens. Denn hier helfen die Figuren einander nicht, sie gehen davon aus, dass jemand anderer einschreiten wird und fühlen sich im Moment, in dem sie einen Brand sehen, nicht verantwortlich, ‚Weil sie gerade das Handy nicht eingesteckt haben‘. In Zeiten zunehmender Autokratien und spürbarem politischen Rechtsruck resoniert der Fokus auf Menschen, die wegschauen. Die etwas geschehen lassen. Ein Drehbuch über unterlassene Hilfeleistungen.“

Info: Die Seite der Carl-Mayer-Drehbuchpreise und der Thomas-Pluch-Drehbuchpreise auf der Webseite der Diagonale