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HUNGRIG

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von Susanne Brandstätter

Note: 8

Hungrig, der Themen wie Umweltschutz, den Handel mit gesundheitsschädlichen Lebensmitteln und sogar künstliche Intelligenz behandelt, hat sich als notwendiger und äußerst dringlicher Film erwiesen. Auf der Diagonale 2026.

In einer (nicht allzu) fernen Zukunft

Der historische Moment, in dem wir leben, ist bekanntlich nicht gerade einfach. Kriege, die globale Erwärmung und ganz allgemein Umweltkatastrophen aller Art sind mittlerweile an der Tagesordnung. Und wer, wenn nicht der Mensch, ist für diese beunruhigende Situation verantwortlich? Und vor allem: Was könnte in naher Zukunft geschehen, wenn sich die Dinge nicht ändern? Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang der experimentelle Dokumentarfilm Hungrig von Susanne Brandstätter, der beim Rotterdam Film Festival 2026 seine Weltpremiere und bei der Diagonale 2026 seine Österreichpremiere feierte.

Hungrig ist also ein ganz besonderes Werk. Der Film lässt sich nämlich zwar als Dokumentarfilm, aber gleichzeitig auch als eine Art futuristischer Thriller oder gar als Science-Fiction-Film bezeichnen, angesichts des besonderen Regie- und Erzählansatzes der Regisseurin. Das Ganze beginnt somit mit eindrucksvollen Aufnahmen, die uns eine weite Erdoberfläche aus der Vogelperspektive zeigen. Die Kamera (oder, wenn man so will, der Blick der mysteriösen Figur, die zu uns spricht) nähert sich langsam dieser Oberfläche. Was uns sofort auffällt, ist ein karger, extrem trockener Boden, auf dem es keine Lebensformen mehr zu geben scheint. Was ist aus der Menschheit geworden?

Es ist interessant zu sehen, wie sich Hungrig auf zwei verschiedenen Erzählebenen entfaltet: Auf der einen Seite haben wir eben diese mysteriöse Figur, die sich direkt an uns wendet und sich fragt, warum die Menschheit vollständig verschwunden ist; andererseits gibt es eine Reihe von Interviews mit renommierten Wissenschaftler:innen, die Susanne Brandstätter vor einiger Zeit geführt hat und die uns nach und nach offenbaren, was im Laufe der Zeit zum Aussterben jeglichen Lebens auf dem Erde geführt hat.

Die Bilder von mittlerweile verlassenen Landschaften, aber auch von Tierkadavern, längst verlassenen Gebäuden und abgelaufenen Lebensmittelverpackungen sind bis ins kleinste Detail durchdacht und dank der sorgfältigen und akribischen Arbeit des Kameramanns Jörg Burger sowie von Martin Putz und Lukas Lerperger bei den Luftaufnahmen erscheint das, was wir auf der Kinoleinwand sehen, oft fast wie eine Art abstrakte Komposition, die gleichzeitig beunruhigend und wunderbar fesselnd wirkt. Aber wird die Zukunft, die uns erwartet, wirklich so aussehen?

In Hungrig scheint Susanne Brandstätter hinsichtlich der nächsten Jahre der Menschheit und unseres Planeten nicht sehr optimistisch zu sein. Und was wir in den Interviews hören, bestätigt tatsächlich, wie gefährliche Trends – wie das Streben nach Geld und Macht seitens multinationaler Konzerne und eine Politik, die sich in keiner Weise um das Wohl der Bürger kümmert – tatsächlich genau zu dieser traurigen Zukunft führen können. Betrachtet man jedoch die gesamte Geschichte der Erde, wäre dies bereits das fünfte Mal, dass bestimmte Lebewesen für immer aussterben würden. Doch wenn man dies wirklich verhindern kann, muss man sich dieser Dynamiken bewusst werden. Und so erweist sich Hungrig, indem er Themen wie Umweltschutz, den Handel mit gesundheitsschädlichen Lebensmitteln und sogar künstliche Intelligenz aufgreift, als ein notwendiger und äußerst dringlicher Film. Ein mutiger und intelligenter Film, der uns durch seine innovative Inszenierung zahlreiche Denkanstöße gibt.

Titel: Hungrig
Regie: Susanne Brandstätter
Land/Jahr: Österreich / 2026
Laufzeit: 95’
Genre: Dokumentarfilm, Experimentalfilm
Buch: Susanne Brandstätter
Kamera: Joerg Burger, Martin Putz, Lukas Lerperger
Produktion: Susanne Brandstätter Filmproduktion

Info: Die Seite von Hungrig auf iMDb; Die Seite von Hungrig auf der Webseite der Diagonale; Die Seite von Hungrig auf der Webseite von Susanne Brandstätter