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von Hans Brückner
Note: 7.5
In Juwelen – kürzlich vom Filmarchiv Austria restauriert und auf dem neuen Kanal Filmarchiv On wieder dem Publikum präsentiert – hat Hans Brückner einen mutigen und recht innovativen Regieansatz gewählt, indem er sich reichlich von früheren Werken inspirieren ließ, aber gleichzeitig auch zahlreiche Einflüsse aus dem Rest der Welt zu schätzen wusste.
Geheimnisvolle Morde in der Stadt
Ein wahres Juwel der österreichischen (und weltweiten) Filmgeschichte ist zweifellos der Spielfilm Juwelen, der kürzlich vom Filmarchiv Austria restauriert und auf dem neuen Kanal Filmarchiv On wieder dem Publikum präsentiert wurde. Ja, denn tatsächlich gilt dieser Film, der 1930 von Hans Brückner gedreht und ursprünglich unter dem Titel Sensation im Diamantenclub in die Kinos kam, als einer der letzten Stummfilme, die in Österreich gedreht wurden. Ein Film, der jedoch einige interessante Aspekte aufweist, wie wir gleich sehen werden.
Frei inspiriert von E. T. A. Hoffmanns Roman Das Fräulein von Scuderi (verfasst 1819 und als erster Kriminalroman in deutscher Sprache angesehen), erzählt Juwelen in Bildern von einer der „dunklen Seiten Wiens” und verwandelt die österreichische Hauptstadt für einen Moment in Schauplatz grausamer Morde. Hier werden nämlich einige Mitglieder des Clubs der Juweliere auf mysteriöse Weise ermordet. Eines Tages beschließt eine wichtige Tageszeitung, 10.000 Schilling für jeden auszusetzen, der nützliche Informationen zur Ergreifung des Mörders liefert. Robert Sonnweg, ein brillanter Reporter (gespielt von Alexander Critico), beschließt, selbst zu ermitteln, und begibt sich zu diesem Zweck zum Club der Juweliere, wo er sofort Kontakt zu dessen Präsidenten (Oscar Beregi) aufnimmt und sich in dessen Nichte Eva (Manja Sorell) verliebt. Wird es ihm gelingen, den gefährlichen Mörder zu identifizieren?
Interessant ist, dass Hans Brückner in Juwelen einen mutigen und auch recht innovativen Regieansatz gewählt hat, indem er sich reichlich von früheren Werken inspirieren ließ, aber gleichzeitig auch zahlreiche Einflüsse aus der ganzen Welt aufgriff. Besonders bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die Entscheidung, magnetische Licht- und Schattenspiele zu einem seiner Markenzeichen zu machen, zusammen mit oft eckigen Kulissen, die stark an die glorreiche expressionistische Strömung erinnern, die bereits seit mehreren Jahren auch in der Welt der siebten Kunst ihre Spuren hinterlassen hatte.
Apropos Expressionismus: Besonders interessant an Juwelen ist auch, dass der Regisseur beschlossen hat, auch das Thema des psychischen Deliriums zu behandeln. Ein Thema, das sich in diesem Fall gut in eine Inszenierung einfügt, in der neben den oben genannten expressionistischen Einflüssen auch das Krimi- und Psychothriller-Genre einen Spielfilm hervorbringen, der in der österreichischen Kinematografie jener Zeit fast einzigartig ist. Ein Spielfilm von zwar kurzer Dauer, der es aber durch eine gute Erzählstruktur, ein gelungenes Crescendo der Spannung und nicht zuletzt durch das interessante Element der Verkleidungen schafft, den Zuschauer von Anfang bis Ende an die Kinoleinwand zu fesseln und eine starke, sehr starke Persönlichkeit zu offenbaren.
Titel: Juwelen
Regie: Hans Brückner
Land/Jahr: Österreich / 1930
Laufzeit: 64’
Genre: Kriminalfilm, Noir
Cast: Oscar Beregi, Alexander Critico, Manja Sorell, Beate Tyrolt
Buch: E. T. A. Hoffmann, Hans Brückner
Kamera: Hans Fürbass
Produktion: Listo Film
