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von Houchang Allahyari
Note: 6.5
Ene Mene Muh – Und tot bist du! ist eine unterhaltsame Komödie, in der der Kriminalfall, der sich im Altenheim abspielt, niemals düstere oder dramatische Züge annimmt, sondern sich letztendlich als eine echte Hymne ans Leben und insbesondere an diejenigen entpuppt, die ein besonders langes Leben genießen durften.
Wenn die Seele noch jung ist
Ein renommiertes Wiener Altersheim für Menschen, die über hundert Jahre alt sind. Eine scheinbar entspannte Atmosphäre zwischen Erinnerungen an die Vergangenheit und neuen Lieben. Der Bürgermeister besucht wie jedes Jahr die älteste Wienererin, um ihr seine Ehrerbietung zu erweisen. Die Tage scheinen ruhig zu vergehen. Doch eine Reihe von Morden wird die Ruhe der älteren Menschen und des Pflegepersonals stören. Hier spielt also der Spielfilm Ene Mene Muh – Und tot bist du!, der 2001 von Houchang Allahyari gedreht wurde und eine bemerkenswerte Besetzung aufweist, darunter echte Legenden des österreichischen Films wie Bibiana Zeller, Karl Merkatz, Waltraut Haas, Gunther Philipp und Ellen Umlauf (die leider kurz nach den Dreharbeiten starb).
Houchang Allayari, der sich schon immer für die Welt der älteren Menschen interessiert hat, schenkt uns mit Ene Mene Muh – Und tot bist du! eine unterhaltsame Komödie, in der die Krimihandlung, die sich in dem oben genannten Altenheim abspielt, niemals düstere oder dramatische Züge annimmt, sondern sich im Gegenteil als eine echte Hymne ans Leben und insbesondere an diejenigen entpuppt, die ein besonders langes Leben genießen durften.
Die Bewohner:innen des Altenheims scheinen alle ihr Gleichgewicht gefunden zu haben. Dennoch mangelt es dort nicht an starken Emotionen. Und auch nicht am Wunsch, trotz verschiedener Krankheiten und unerwarteter, dramatischer Ereignisse weiterhin ein erfülltes und zufriedenstellendes Leben zu führen. In dieser Hinsicht sind alle Protagonist:innen dieses Spielfilms von Allahyari gut charakterisiert und gut geschrieben, auch wenn wir uns einig sind, dass die Schauspieler:innen, die sie verkörpern, trotz ihres unbestrittenen Talents viel zu jung sind, um in der Rolle von über hundertjährigen Menschen glaubwürdig zu sein.
Wenn wir dazu noch einen völlig fernsehtypischen Regieansatz hinzufügen, wird uns klar, dass dieser Film Ene Mene Muh – Und tot bist du! nicht gerade als „makellos“ bezeichnet werden kann. Das ist aber nicht schlimm. Ja, denn was beim Anschauen am meisten beeindruckt (wie übrigens oft bei Allahyaris Filmen), ist vor allem eine leichte und frische Inszenierung, die wie eine angenehme Frühlingsbrise wirkt (und von Zeit zu Zeit auch mit lustigen Momenten angereichert ist), dank der selbst die dramatischsten Ereignisse und scheinbar unüberwindbaren Probleme leichter zu bewältigen scheinen.
Und doch ist Ene Mene Muh – Und tot bist du! ein viel tiefgründigerer Film, als es zunächst scheinen könnte. Wie bereits erwähnt, hat sich nämlich der Regisseur im Laufe seiner langen und produktiven Karriere immer wieder mit dem Thema Alter beschäftigt. Das Alter wird auch als Minderheit innerhalb der Gesellschaft, in der wir leben, verstanden, als eine Realität, die nur wenige in all ihren Facetten wirklich kennen und die vor allem diejenigen betrifft, die oft „vergessen” werden (besonders bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die Szene, in der die von Zeller gespielte Figur sich vor einem romantischen Date im Spiegel betrachtet und sich plötzlich wieder jung sieht). Ene Mene Muh – Und tot bist du! möchte daher dieser Welt auf besondere Weise huldigen, durch eine insgesamt unterhaltsame Geschichte, die uns im richtigen Moment auch berühren kann.
Titel: Ene Mene Muh – Und tot bist du!
Regie: Houchang Allahyari
Land/Jahr: Österreich / 2001
Laufzeit: 89’
Genre: Filmkomödie, Kriminalfilm
Cast: Bibiane Zeller, Reinhard Nowak, Christine Schuberth, Karl Merkatz, Kurt Sobotka, Waltraut Haas, Ellen Umlauf, Leon Askin, Dieter Chmelar, Herbert Fux, Rudolf Knor, Trude Marlen, Merab Ninidze, Gunther Philipp, Marion Rottenhofer, Götz Kauffmann
Buch: Martin Betz
Kamera: Hans Selikovsky
Produktion: Terra Film Produktion, ORF
