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WOHNJUWEL

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von Simon Spitzer

Note: 7

Zunächst präsentiert sich Wohnjuwel als ein besonders ironischer Kurzfilm, entpuppt sich jedoch bald als ein tiefgründiges und niemals banales persönliches Drama, in dem ein Blick in die Zukunft ohne Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit niemals die richtige Lösung ist, um Leiden zu vermeiden. Beim Vienna Shorts 2025.

Ein besonderes Haus

Wie schwer ist es, das eigene Traumhaus zu finden! Und wie schwer ist es vor allem, jeden potenziellen Käufer davon zu überzeugen, dass das Angebot für ihn interessant sein könnte. Die Protagonistin des Kurzfilms Wohnjuwel von Simon Spitzer, der anlässlich des Vienna Shorts 2025 präsentiert wird, weiß etwas darüber. Aber mit welchen Herausforderungen muss die Frau tatsächlich jeden Tag konfrontiert werden? Schnell gesagt.

Die Protagonistin von Wohnjuwel (gespielt von Lisa Stern) ist eine geschätzte Immobilienmaklerin, die sich täglich um ihre Familie (ihre Tochter ist gerade im Teenageralter) und ihre Arbeit kümmern muss und dabei oft mit besonders anspruchsvollen Kund:innen mit seltsamen Wünschen konfrontiert wird. Eines Tages muss die Frau jedoch versuchen, ein ganz besonderes Haus zu verkaufen: Ein kleines, von Grün umgebenes Häuschen, das zweifellos renovierungsbedürftig ist, aber dennoch großes Potenzial hat. Die Kund:innen, die sie nach und nach trifft, erweisen sich jedoch alle als besonders „schwierig“, sehr kritisch und oft mit völlig ungewöhnlichen Anforderungen und Verhaltensweisen. Aber warum ist das zum Verkauf stehende Haus für die Protagonistin eigentlich so wichtig?

Von den ersten Szenen an (mit Ausnahme natürlich einer rudimentären, improvisierten Choreografie einiger Amateur-Tänzer:innen) präsentiert sich Wohnjuwel als ein besonders ironischer Kurzfilm, der vor allem die Schwächen und Eigenheiten der Wiener:innen in den Vordergrundstellt, sich dann aber bald als ein tiefgründiges und niemals banales persönliches Drama entpuppt, in dem ein Blick in die Zukunft, ohne sich jemals wirklich mit der eigenen Vergangenheit auseinandergesetzt zu haben, niemals die richtige Lösung ist, um Leiden zu vermeiden.

Und so zeigt sich Simon Spitzer auch in seinem Wohnjuwel sofort als großer Kenner der menschlichen Seele, der seine Figuren niemals verurteilt, sondern ihnen mit einem verständnisvollen Blick Dreidimensionalität verleiht und ihre Menschlichkeit (und in diesem speziellen Fall insbesondere die Menschlichkeit der Protagonistin) zum eigentlichen Mittelpunkt des gesamten Werks macht.

Eine alltägliche Situation, (fast) ein einziger Drehort, eine besondere Aufmerksamkeit für die schauspielerischen Leistungen, Komödie und Drama, die sich in etwa sechzehn Minuten auf natürliche und niemals übertriebene Weise miteinander vermischen. Wohnjuwel bestätigt somit einmal mehr das Talent von Simon Spitzer, scheinbar einfache Geschichten zu inszenieren, die jedoch viel komplexer sind, als es zunächst scheint, und aus denen unter anderem auch ein großes Interesse an der psychologischen Komponente hervorgeht. Und ist nicht auch dies ein weiteres grundlegendes Element unserer geliebten siebten Kunst?

Titel: Wohnjuwel
Regie: Simon Spitzer
Land/Jahr: Österreich / 2025
Laufzeit: 17’
Genre: Filmkomöde, Drama
Cast: Lisa Stern, Luise Wascher, Gabriele Sageder, Helmut Mayerhofer, David Christopher Jaklin, Juliana Angerer, Alma Rohrauer-Krenn, Malou Rosifka, Finja Egelseer, Victoria Lumesberger, Kinga Lammeraner
Buch: Simon Spitzer
Kamera: Simon Spitzer
Produktion: Simon Spitzer

Info: Die Seite von Wohnjuwel auf iMDb; Die Seite von Wohnjuwel auf der Website der Diagonale; Die Website vom Vienna Shorts 2025