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von Kurdwin Ayub
Note: 8
In Familienurlaub von Kurdwin Ayub vermitteln kurze Szenen perfekt die Emotionen und Empfindungen, die man während eines langen Urlaubs erlebt, wenn man endlich in die Heimat zurückkehrt, aber auch, wenn Langeweile die Oberhand gewinnt. Beim Vienna Shorts 2025.
Normaler Alltag
Eine Regisseurin, die seit ihren ersten Schritten große Sensibilität und beeindruckende Kenntnisse und Fähigkeiten im Filmbereich bewiesen hat, Kurdwin Ayub. Die im Irak geborene und in Österreich lebende Filmemacherin ist mittlerweile auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt und hat bereits zwei Spielfilme (Sonne, 2022, und Mond, 2024) gedreht, die sofort die Aufmerksamkeit von Publikum und Kritiker auf sich gezogen haben. Damit hat sie also eine Karriere gekrönt, die mit zahlreichen Kurzfilmen und Dokumentarfilmen mit einer starken, ausgeprägten Persönlichkeit begann. Ihr widmet das Vienna Shorts 2025 daher eine besondere Hommage und zeigt eine Reihe von Kurzfilmen, die sie seit Beginn ihrer Karriere gedreht hat. Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang der kurze Dokumentarfilm Familienurlaub, der 2012 während eines Urlaubs im Irak gedreht wurde.
Ja, denn tatsächlich hat Kurdwin Ayub mit seiner Kamera in diesem kleinen, wertvollen Film Familienurlaub Momente des „normalen Alltags“ eingefangen, die sie gemeinsam mit ihren Eltern, ihren Geschwistern und ganz allgemein mit ihren Verwandten erlebt hat. Kurze Szenen, insgesamt siebzehn, vermitteln perfekt die Idee, die Emotionen und Empfindungen, die man während eines langen Urlaubs erlebt, wenn man endlich in seine Heimat zurückkehrt, aber auch, wenn – und das kommt bekanntlich manchmal vor – Langeweile die Oberhand gewinnt.
Zunächst befinden wir uns also bei einer Tankstelle. Das Auto der Familie der Regisseurin hält kurz an, während ihr Vater vor der Kamera ein Lied singt. Dann sind wir plötzlich bei Ayubs Verwandten zu Hause, wo ihre Schwester sich mit Gymnastik vergnügt. Die heißen Sommertage folgen aufeinander, ohne dass etwas Besonderes passiert. Dennoch bleibt immer Zeit für Überlegungen zur Geschichte des eigenen Landes und dazu, wie sich die Situation dort im Laufe der Jahre verändert hat. Momente melancholischer Nostalgie und manchmal auch Rührung machen jedoch bald Platz für zärtliche Szenen aus dem Familienleben, in denen zwei junge Cousinen der Regisseurin auf dem Boden sitzen und spielen.
Familienurlaub nimmt uns also mit in eine Welt, in der Vergangenheit und Gegenwart in einer Art zeitlosem Ort aufeinandertreffen, wo eine ruhige und kontemplative Atmosphäre herrscht. Ein Ort, an dem die Zeit manchmal zu langsam zu vergehen scheint. Und doch gleichzeitig ein Ort, an dem warme Farben (die Rosatöne, die Ayub seit jeher bevorzugt, sind auch hier das Leitmotiv) und eine friedliche Ruhe uns sofort an unsere Sommer bei den Großeltern oder Cousins zurückdenken lassen.
Kurdwin Ayub versteht es sehr gut, all diese Elemente zu einem wirklich beeindruckenden, äußerst reifen Werk mit einer starken Erzählstruktur zu verbinden. Und obwohl ihr Familienurlaub mit wenigen Mitteln und einem deutlich limitierten Budget realisiert wurde, fällt ihr ausgeprägtes Talent auf, jedes noch so kleine, aber bedeutungsvolle Detail einzufangen, das jeden Tag einzigartig und wertvoll macht.
Titel: Familienurlaub
Regie: Kurdwin Ayub
Land/Jahr: Österreich / 2012
Laufzeit: 22’
Genre: Dokumentarfilm
Buch: Kurdwin Ayub
Kamera: Kurdwin Ayub
Produktion: Kurdwin Ayub
