This post is also available in:
von Hans Andrea Guttner
Note: 6
In Tiergarten hat sich Regisseur Hans Andrea Guttner auf eine lange Reise begeben, um uns jede einzelne Realität und jede einzelne Tierart aus nächster Nähe zu zeigen. Dabei hat er sich auf die vielen Geschichten konzentriert, die das Leben im Zoo jeden Tag besonders spannend machen.
Die Biodiversität schützen
Wer von uns hat als Kind oder Erwachsener nicht mindestens einmal in seinem Leben einen Zoo besucht? Wer hat sich noch nie gefragt, ob diese Realitäten für die vielen Tierarten, die sie bewohnen, geeignet sind oder nicht? Auch wenn viele Menschen der Meinung sind, dass Tiere in ihrer natürlichen Umgebung frei leben sollten, so wissen doch nur wenige, wie sehr sich bestimmte Zoos bemühen, die verschiedenen Tierarten zu schützen, um ein mögliches Aussterben zu verhindern. Denn wie wir wissen, ist der Schutz der Biodiversität für die Beibehaltung der vielen Gleichgewichte auf der Erde sehr wichtig. Der Filmemacher Hans Andrea Guttner hat deshalb mit seinem Dokumentarfilm Tiergarten dieses Thema vertieft (wobei er uns gleichzeitig zeigt, wie die verschiedenen Aufgaben in einem Zoo ausgeführt werden).
So haben wir in Tiergarten die Möglichkeit, zahlreiche Mitarbeiter:innen kennenzulernen, die vor allem im Tiergarten Schönbrunn in Wien jeden Tag alles dafür tun, dass die verschiedenen Tierarten so gut wie möglich leben können. Hans Andrea Guttner hat sich daher auf eine lange Reise begeben, um uns jede einzelne Tierart hautnah zu zeigen und die vielen Geschichten zu erzählen, die das Leben im Tiergarten jeden Tag besonders spannend machen.
Dieser Ansatz ist zweifellos bemerkenswert, vor allem, wenn man bedenkt, dass hier eine Realität im Mittelpunkt steht, die wir alle mindestens einmal in unserem Leben erlebt haben, von der aber nur wenige alle Details kennen. Doch während die Bilder verschiedener Tierarten, die zweifellos eine magnetische Anziehungskraft ausüben, auf der Kinoleinwand sofort die Hauptrolle spielen, kann man beim Anschauen dieses interessanten Tiergarten nicht übersehen, dass der gewählte Regieansatz fast an eine Fernsehdokumentation denken lässt.
Majestätische und bunte Himmelskörper eröffnen den Film. Die Wellen des Meeres bei Nacht wirken noch unheimlicher und faszinierender. Elegante Quallen sehen fast wie abstrakte Bilder aus. Und während in einem Käfig ein Pandabär liebevoll gefüttert wird, ist gerade ein Schildkrötenei geschlüpft. In Tiergarten hat Hans Andrea Guttner also zweifellos sehr auf die Qualität der Bilder geachtet, aber um alles so „ästhetisch perfekt“ zu machen, ist er zwangsläufig einer gefährlichen Rhetorik erlegen (natürlich ausschließlich aus der Sicht der Inszenierung selbst), die allen typischen Klischees eines solchen Produkts entspricht.
Unmöglich, in diesem Zusammenhang nicht eine sich wiederholende und etwas zu präsente Musik zu bemerken, die uns regelmäßig bei Szenen aus dem Alltag der uns gezeigten Tiere begleitet. Ebenso finden wir die Bildunterschriften, die von Zeit zu Zeit das, was wir gerade auf der Kinoleinwand gesehen haben, unterstreichen, oft überflüssig. Und während die Großaufnahmen der Zooangestellt:innen, die sich vor der Kamera präsentieren, bevor sie uns ihre Arbeit erklären, die ganze Dokumentation an Dynamik verlieren lassen, möchten wir oft einfach nur beobachten, wie diese Tiere leben und die Bilder für sich selbst sprechen lassen. Guttner hat zweifelsohne ein notwendiges und wichtiges Produkt geschaffen. Es ist schade, dass sein Tiergarten in der Regie manchmal ein wenig zu naiv wirkt. Das Leben der Tiere im Schönbrunner Tiergarten (und insbesondere ihr Leben während des Lockdowns, als der Zoo für Besucher:innen geschlossen war) hat auch der Regisseur Andreas Horvath kürzlich mit seinem Kurzfilm Zoo Lock Down (2022) thematisiert. Aber das ist natürlich eine andere Geschichte. Das ist aber natürlich eine andere Geschichte.
Titel: Tiergarten
Regie: Hans Andrea Guttner
Land/Jahr: Österreich / 2024
Laufzeit: 88’
Genre: Dokumentarfilm
Buch: Hans Andrea Guttner, Werner Petermann
Kamera: Alexander Vittorio Papsch, Jonas Kühnapfel
Produktion: Guttner Film
