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TILLA DURIEUX – NICHT NUR FILM UND THEATER

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Schauspielerin, Regisseurin, politische Aktivistin. Eines ihrer berühmtesten Bilder ist das Gemälde von Franz von Stuck, das sie in der Rolle der Circe zeigt. Pierre-Auguste Renoirs Gemälde Tilla Durieux (1914) ist ebenfalls ihr gewidmet. Ihr Gesicht kann man nicht vergessen. Ihr Mut, für die Freiheit zu kämpfen, hat auf ihre Weise dazu beigetragen, die Welt, in der wir leben, zu einem besseren Ort zu machen.

Das Gesicht der Circe

Schauspielerin, Regisseurin, politische Aktivistin. Im Laufe ihres langen und bewegten Lebens beschränkte sich Tilla Durieux, die als eine der meist porträtierten Schauspielerinnen ihrer Zeit gilt, nicht nur auf die ihr von Zeit zu Zeit anvertrauten Theater- und Filmrollen. Ja, denn die berühmte Wiener Künstlerin, die zunächst vor allem aus beruflichen Gründen ins Ausland zog, war später, während der nationalsozialistischen Diktatur, praktisch nicht mehr in der Lage, nach Österreich oder Deutschland zurückzukehren, und nutzte diese Zeit des „Exils“, um zahlreichen Partisanen und Flüchtlingen aktiv zu helfen, wobei sie diese oft in der Villa Lubienski in Zagreb unterbrachte, die ihr von ihrer entfernten Verwandten, der Gräfin Zlata Lubienski, zur Verfügung gestellt wurde. Doch wer war unsere Tilla Durieux eigentlich?

Ottilie Godeffroy wurde am 18. August 1880 in Wien geboren. Ihr Vater Richard, ein Chemieprofessor, starb 1895, und ihre Mutter, die ungarische Pianistin Adelheid Ottilie Augustine Hrdlicka, war zunächst dagegen, dass ihre Tochter Schauspielerin wurde. Trotz dieser Widerstände war die junge Ottilie entschlossen, ihre Träume zu verwirklichen und wählte bald ihren Künstlernamen Tilla Durieux (in Anlehnung an den Nachnamen ihrer Großmutter väterlicherseits, du Rieux).

Schon bald wurde das Talent unserer Tilla Durieux von wichtigen Persönlichkeiten der Theaterwelt erkannt, und die Schauspielerin debütierte zunächst in Olmütz, bevor sie nach Breslau, Berlin und Wien weiterzog. Die wichtigsten Theater Europas waren somit ihr Zuhause, und schon in jungen Jahren hatte sie Gelegenheit, in Werken von Oscar Wilde, Johann Wolfgang Goethe, Friedrich Schiller, Richard Dehmel und Adelbert von Chamisso, um nur einige zu nennen, aufzutreten.

Auch die Filmwelt begann sich bald für sie zu interessieren. Der erste Spielfilm, in dem Tilla Durieux mitwirkte, war Der Flug in die Sonne unter der Regie von Stellan Rye im Jahr 1914. Nach dem Beginn ihrer Filmkarriere in Österreich zog die Schauspielerin jedoch fast sofort ins Ausland, wo sie vor allem in Deutschland in Filmen mitwirkte und ihre Karriere nur in den Kriegsjahren unterbrach. Zu den Spielfilmen, in denen sie mitspielte, gehörten beispielsweise Frau im Mond (Fritz Lang, 1929), Die letzte Brücke (Helmut Käutner, 1954), Anastasia, die letzte Zarentochter (Falk Harnack, 1956), Labyrinth (Rolf Thiele, 1959) und Es (Ulrich Schamoni, 1966). Die letzten Jahre ihrer Karriere widmete sie vor allem Fernsehfilmen, bevor sie am 21. Februar 1971 im Alter von neunzig Jahren in Berlin verstarb.

Tilla Durieux war dreimal verheiratet und einige ihrer Beziehungen endeten dramatisch. Es genügt zu sagen, dass ihr zweiter Ehemann, der Kunsthändler Paul Cassirer (der immer noch neben ihr begraben ist), kurz vor der Scheidung Selbstmord beging, da er sie immer noch sehr liebte, während ihr dritter Ehemann, der Unternehmer Ludwig Katzenellenbogen, mit dem sie während der Diktatur ins Ausland zu fliehen versuchte (aber kein Visum für die USA erhielt), verhaftet und in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert wurde.

In diesen schwierigen Jahren erinnerten sich jedoch viele noch an das schöne Gesicht der Schauspielerin, das einige Künstler sogar in ihren Gemälden darstellen wollten. Eines der berühmtesten Bilder von ihr ist das Gemälde von Franz von Stuck, das sie in der Rolle der Circe zeigt. Pierre-Auguste Renoirs Gemälde Tilla Durieux (1914) ist ebenfalls ihr gewidmet. Und auch heute noch, wenn wir an diese faszinierende Darstellerin zurückdenken, kommen uns genau solche Bilder in den Sinn. Ihr Gesicht kann man nicht vergessen. Ihr Mut im Kampf für die Freiheit hat auf ihre Weise dazu beigetragen, die Welt, in der wir leben, besser zu machen.

Info: Die Seite von Tilla Durieux auf iMDb