von-steeg-uber-goasauschmied-zum-gosausee-und-auf-den-dachstein-1929-kofinger-recensione-review-kritik

VON STEEG ÜBER GOASAUSCHMIED ZUM GOSAUSEE UND AUF DEN DACHSTEIN

      Kommentare deaktiviert für VON STEEG ÜBER GOASAUSCHMIED ZUM GOSAUSEE UND AUF DEN DACHSTEIN

This post is also available in: Italiano (Italienisch) English (Englisch)

von Karl Köfinger

Note: 7.5

Der touristische Dokumentarfilm Von Steeg über Goasauschmied zum Gosausee und auf den Dachstein ist ein fast einzigartiges Werk in der umfangreichen Filmografie von Karl Köfinger. Hatte der Regisseur in seinen früheren Dokumentarfilmen vor allem die Wege und die besuchten Orte in den Mittelpunkt gestellt, so stehen hier viel mehr die Menschen im Vordergrund.

Auf den Gipfeln des Hohen Dachsteins

Es ist ein schöner Sommertag. Gibt es eine bessere Gelegenheit, der Hitze zu entfliehen, als eine schöne Wanderung in den Bergen zu unternehmen? Und tatsächlich, eine Gruppe von Tourist:innen ist bereit, mit einem Postauto aufzubrechen. Das Ziel: Die Gipfel des Hohen Dachsteins. Doch bevor sie ihr Ziel erreichen, müssen sie noch zahlreiche Zwischenstopps machen. Spannend, stimmt’s? Dies passiert in dem Dokumentarfilm Von Steeg über Goasauschmied zum Gosausee und auf den Dachstein, den der Filmregisseur und Produzent Karl Köfinger 1929 im Rahmen einer Reihe von Dokumentarfilmen für die österreichische Post gedreht hat.

Von Steeg über Goasauschmied zum Gosausee und auf den Dachstein – kürzlich vom Filmarchiv Austria anlässlich der Online-Retrospektive Kino auf Sommerfrische wieder dem Publikum präsentiert – ist nur etwas mehr als sechs Minuten lang und stellt in Köfingers umfangreicher Filmografie fast eine Ausnahme dar. Hatte sich der Regisseur in seinen früheren Dokumentarfilmen tatsächlich vor allem auf die Routen konzentriert, die er von Zeit zu Zeit in Postfahrzeugen (mit aufgesetzter Kamera) zurücklegte, so wird in Von Steeg über Goasauschmied zum Gosausee und auf den Dachstein viel mehr Wert auf die Menschen gelegt, denen er gelegentlich begegnet.

Das Bild einer Bäuerin, die vor ihrem Haus sitzt und Butter herstellt, gibt dem ganzen Werk eine besondere Bedeutung. Auf halber Höhe erreicht man die Adamek Hütte (2.165 m). Die nächste Station ist der Gipfel des Hohen Dachsteins. Doch bevor es weitergeht, muss eine Pause eingelegt werden. Und so steuert unsere Wandergruppe eine Hütte an.

Im zweiten Teil dieses kurzen Von Steeg über Goasauschmied zum Gosausee und auf den Dachstein ändert sich jedoch alles. Jetzt stehen nicht mehr die Tourist:innen oder die Routen der Postfahrzeuge im Vordergrund. Jetzt sind es die imposanten schneebedeckten Gipfel, die die eigentlichen Stars sind. Und ihnen hat Köfinger atemberaubende Panoramaaufnahmen gewidmet, um ihre Größe, vor der wir uns alle so klein fühlen, am besten darzustellen.

Große Sorgfalt in der Regie und ein aufmerksamer Blick für jedes Detail kennzeichnen diesen Von Steeg über Goasauschmied zum Gosausee und auf den Dachstein. Doch Karl Köfinger überließ bekanntlich nichts dem Zufall. Aus diesem Grund – und wegen der unbestreitbaren Faszination einer Epoche, die perfekt zwischen der Stummfilm- und der Tonfilmära liegt – übt dieses Werk auch heute noch eine so starke Wirkung auf die Zuschauer:innen aus. Es zeugt von einer historischen Periode zwischen den beiden Kriegen, in der man noch einen Hauch von Freiheit inmitten der unberührten Natur atmen konnte. Und das ist gewiss keine Kleinigkeit.

Titel: Von Steeg über Goasauschmied zum Gosausee und auf den Dachstein
Regie: Karl Köfinger
Land/Jahr: Österreich / 1929
Laufzeit: 6’
Genre: Dokumentarfilm
Buch: Karl Köfinger
Kamera: Karl Köfinger
Produktion: Ing. Köfinger-Film

Info: Die Webseite des Filmarchiv Austria