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SPARSCHWEIN

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von Christoph Schwarz

Note: 7.5

Mit Sparschwein hat sich Christoph Schwarz für einen ausgesprochen ungewöhnlichen Regieansatz entschieden, der zu einem hybriden Werk zwischen Dokumentar- und Spielfilm führt. Und so sehen wir, wie aus einer anfänglichen Herausforderung langsam eine echte Mission wird. Auf der Diagonale 2024.

Neue, ungewöhnliche Herausforderungen

Ein ganz bemerkenswerter Regisseur, Christoph Schwarz. Bereits Autor zahlreicher erfolgreicher Kurzfilme, hat er sich nun endlich der Realisierung eines Spielfilms gewidmet und damit ein Projekt ins Leben gerufen, das, gelinde gesagt, total überraschend ist. Ein Projekt, das sich im Laufe seiner Verwirklichung immer mehr entwickelt hat, bis hin zu neuen, interessanten Initiativen und Synergien. Die Rede ist von Sparschwein, das auf der Diagonale 2024 seine Weltpremiere hatte.

Wie bereits erwähnt, ist Sparschwein also ein ganz besonderer Spielfilm. Wie schon im Vorspann zu lesen ist, handelt es sich bei diesem Werk in der Tat um einen Mockumentary. Christoph Schwarz hat seinerseits einige persönliche Ereignisse genutzt, um den Film zum Leben zu erwecken. Und so konnten wir nach etwa einem Jahr Entwicklungsarbeit endlich sehen, was der Wiener Regisseur geschaffen hat.

Unser Filmemacher ist also pleite. Zum Glück bietet ihm der ORF die Chance, an einem neuen Projekt zu arbeiten. Gleichzeitig sieht Christophs Frau bei einem Ausflug ins Waldviertel ein kleines Haus, das zum Verkauf steht, und verliebt sich darin. Was wäre, wenn das Geld des ORF dazu verwendet werden könnte, das besagte Haus zu kaufen? Vielleicht könnte sich aus einer solchen Situation eine noch interessantere (wenn auch sehr anspruchsvolle) Herausforderung ergeben: Das Haus zu kaufen und gleichzeitig zu versuchen, ein Jahr lang ohne Geld zu leben, um zu beweisen, dass es auf die eine oder andere Weise andere Lösungen gibt, um zu überleben und so gegen eine zunehmend kapitalistische Gesellschaft zu rebellieren. Natürlich ist genau diese Herausforderung dazu bestimmt, ein Film zu werden: Sparschwein.

Supermarktabfälle sorgfältig auswählen. Gemüse anpflanzen, wo immer es möglich ist. Von Zeit zu Zeit ein Glas Wein trinken, wenn Freunde dazu einladen. Und wieder einmal eine lange Reise nach Kärnten machen, meist zu Fuß unterwegs sein und die Einheimischen um Gastfreundschaft bitten. Ist es wirklich möglich, ohne Geld zu leben? In Sparschwein wird der Diskurs also allmählich breiter und komplexer und befasst sich mit hochaktuellen Themen wie in erster Linie dem Umweltschutz.

Christoph Schwarz hat sich daher bei diesem wichtigen Spielfilm für einen ausgesprochen ungewöhnlichen Regieansatz entschieden. Das Ergebnis ist ein hybrides Werk zwischen Dokumentar- und Spielfilm, bei dem wir oft selbst nicht wissen, wo die Realität endet und die Fiktion beginnt. Nach einer präzisen Erzählstruktur sehen wir also, wie aus einer anfänglichen Herausforderung langsam eine echte Mission wird. Und durch einen witzigen und intelligenten Spielfilm, in dem es auch an ausgesprochen lustigen Situationen nicht mangelt, hat Christoph Schwarz selbst eine entscheidende Wende in seinem Leben vollzogen und ist selbst zum Aktivisten geworden. Einen Film unser Leben verändern zu lassen. Ist das nicht also auch eine der vielen Aufgaben unseres geliebten Kinos?

Titel: Sparschwein
Regie: Christoph Schwarz
Land/Jahr: Österreich / 2024
Laufzeit: 97’
Genre: Mockumentary
Cast: Christoph Schwarz, Judith Revers, David Sonnenbaum, Georg Glück, Hanna Schwarz, Michaela Schwarz, Rosa Schwarz, Rafael Haider, Catalina Molina, Lisa Weber, Ani Gülgün-Mayr, Robert Stadlober
Buch: Christoph Schwarz
Kamera: Georg Glück, Marie-Thérèse Zumtobel, Lukas Schöffel, Sonja Aufderklamm, Christian Schwab
Produktion: ARGE Schwarz

Info: Die Seite von Sparschwein auf der Webseite der Diagonale; Die Seite von Sparschwein auf der Webseite von Christoph Schwarz