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MEIN ZIMMER

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von Monika Stuhl

Note: 6

Mein Zimmer möchte uns durch eine italienische Realität, die nur wenige, selbst in Italien, kennen, eine sehr präzise Botschaft vermitteln. Nur durch Solidarität und Zusammenarbeit kann etwas Wichtiges geschaffen werden. Und manchmal entpuppen sich die scheinbar einfachsten Ideen als erfolgreiche Lösungen. Auf der Diagonale 2024.

Zusammen ist besser

Perugia ist bekanntlich eine der lebhaftesten Universitätsstädte Mittelitaliens. Jedes Jahr entscheiden sich zahlreiche Student:innen für ein Studium an dieser Universität. Da diese Student:innen jedoch oft etwas Geld verdienen müssen, um die Miete bezahlen zu können, wurde vor kurzem ein besonderes Projekt ins Leben gerufen, das jungen Menschen mit Behinderungen helfen soll, sich in die Gesellschaft zu integrieren und somit auch vielen anderen jungen Menschen bei ihren monatlichen Ausgaben helfen kann. Die Rede ist von dem Projekt „La Città del Sole“, das wir in Mein Zimmer, dem Debütfilm der Regisseurin Monika Stuhl, der im Rahmen der Diagonale 2024 uraufgeführt wurde, näher kennengelernt haben.

Das Projekt „La Città del Sole“ wurde also von Stefano Rulli gegründet, um seinem Sohn Matteo zu helfen. Und genau mit Matteos Geschichte beginnt Mein Zimmer. Eine junge Studentin wartet, bis Matteo mit dem Duschen fertig ist. Nachdem dieser sich angezogen hat, sind die beiden endlich bereit, auszugehen. Die Mitbewohner:innen des Jungen erzählen ihre Geschichte vor der Kamera von Monika Stuhl. Wer sich entschließt, bei dem Projekt mitzumachen, bekommt ein Zimmer in einer Wohnung zugewiesen, ohne Miete zahlen zu müssen. Und so wechseln sich zahlreiche Interviews immer wieder mit Szenen aus dem normalen Alltag in den Wohnungen ab, in denen die vielen behinderten Jugendlichen, die Protagonist:innen der Dokumentation, leben.

Mein Zimmer fällt sofort durch seinen einfachen und direkten Ansatz auf, bei dem es keiner besonderen Virtuosität bedarf, damit das Ganze auf der Kinoleinwand funktioniert. Die Regisseurin ihrerseits beobachtet respektvoll und liebevoll das Leben der Protagonist:innen und erlebt die vielen Realitäten, die uns gezeigt werden, oft aus erster Hand. Am Abend sind alle bereit, die letzten Stunden des Tages mit den Mitbewohner:innen zu verbringen. Jeder von ihnen hat seine eigene Geschichte zu erzählen, und in diesen kleinen, wertvollen Momenten wird uns bewusst, wie viel dieses Projekt im Laufe der Jahre geschafft hat.

Mein Zimmer möchte uns daher eine sehr präzise Botschaft durch eine italienische Realität vermitteln, die nur wenige, selbst in Italien, kennen. Nur durch Solidarität und Zusammenarbeit kann etwas Wichtiges geschaffen werden. Und manchmal entpuppen sich die scheinbar einfachsten Ideen als erfolgreiche Lösungen. Wir sind uns einig: Mein Zimmer funktioniert im Großen und Ganzen, wirkt aber manchmal ein wenig zu didaktisch. Aber das ist gut so. Angesichts der uns gezeigten Realität sind das Situationen, die leicht passieren können. Wir werden sehen, was die Regisseurin in Zukunft noch für uns bereithält.

Titel: Mein Zimmer
Regie: Monika Stuhl
Land/Jahr: Österreich, Italien / 2024
Laufzeit: 86’
Genre: Dokumentarfilm
Buch: Monika Stuhl
Kamera: Joerg Burger
Produktion: Monika Stuhl

Info: Die Seite von Mein ZImmer auf der Webseite der Diagonale; Die Seite von Mein Zimmer auf der Webseite der sixpackfilm