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WHAT A FEELING

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von Kat Rohrer

Note: 7

What a Feeling von Kat Rohrer ist eine intelligente Komödie, die sich in paradoxen und urkomischen Szenen und vor allem dank des Talents der beiden Hauptdarstellerinnen mit Themen befasst, die ausgesprochen heikel und viel komplexer sind, als sie zunächst scheinen. Auf der Diagonale 2024.

Der Mut, frei zu sein

Schon beim Lesen des Titels des jüngsten Spielfilms der Wiener Regisseurin Kat RohrerWhat a Feeling – fühlt man sich an den berühmten Song von Irene Cara aus dem Spielfilm Flashdance (Adrian Lyne, 1983) erinnert. Und tatsächlich wird dieser Song für Marie Theres (gespielt von Caroline Peters) und Fa (Proschat Madani), die Protagonistinnen des Films, der auf der Diagonale 2024 seine Österreichpremiere hatte, eine große Bedeutung haben. Mal sehen, warum.

Marie Theres ist eine etablierte Ärztin, die eines Abends aus heiterem Himmel von ihrem Mann verlassen wird. Verzweifelt irrt die Frau scheinbar ziellos durch die Straßen der Stadt und landet in einem Nachtclub, wo sie Fa trifft, die sie am selben Tag fast mit ihrem Auto überfahren hat. Zwischen den beiden herrscht sofort eine große Sympathie, und bald wird aus ihrer Freundschaft eine leidenschaftliche Liebesbeziehung. Aber wie schwer ist es heute, sich gegenüber der Familie und den Menschen unseres Alltags zur eigenen Homosexualität zu bekennen? Selbst in einer kosmopolitischen Stadt wie Wien ist es nicht immer leicht, bestimmte Entscheidungen zu treffen und sich selbst zu sein.

Die magnetischen Protagonistinnen von What a Feeling, Marie Theres und Fa, sind zwei scheinbar sehr unterschiedliche Frauen. Erstere stammt aus Berlin, zog vor vielen Jahren nach Wien, nachdem sie sich in ihren Ex-Mann verliebt hatte, und hat ihr ganzes Leben ihrer Familie und ihrer Arbeit gewidmet. Dabei hat sie oft vergessen, sich Zeit für sich selbst zu nehmen. Fa hingegen ist iranischer Herkunft, arbeitet als Tischlerin, kümmert sich meist um ihre ältere Mutter (die immer hofft, dass ihre Tochter eines Tages heiratet und eigene Kinder bekommt) und hat Angst vor einer möglichen dauerhaften Beziehung. Wenn es also stimmt, dass sich Gegensätze anziehen, könnten die beiden wirklich füreinander bestimmt sein. Aber wie viel sind sie bereit, für ihre Beziehung zu opfern?

What a Feeling ist also eine intelligente Komödie, die durch paradoxe und urkomische Szenen und vor allem dank des Talentes der beiden Protagonistinnen Themen behandelt, die ausgesprochen heikel und viel komplexer sind, als sie zunächst erscheinen mögen. Homosexualität, die Erwartungen der Gesellschaft an uns, aber auch – wie man sich denken kann – Homophobie und Missbrauch am Arbeitsplatz sind besonders aktuelle Themen, die in vielen Spielfilmen der letzten Jahre die Hauptrolle spielen oder gespielt haben. Doch in What a Feeling wird all dies auf eine unbeschwerte und niemals rhetorische Art und Weise inszeniert, in einem Werk, in dem niemand perfekt ist, in dem jeder seine Fehler und Ängste hat, in dem man in jeder Situation (fast) immer eine amüsante Wendung finden kann.

Und so findet das berühmte Lied von Irene Cara, das es einer verzweifelten Marie Theres ermöglichte, endlich frei zu tanzen, seinen perfekten Rahmen in einem Spielfilm, diesem interessanten What a Feeling, das sich sofort als Hymne an die Liebe und die Freiheit präsentiert. Das schöne nächtliche Wien, das die beiden Protagonistinnen mit Erstaunen beobachten, fungiert dann als wertvoller Mehrwert.

Titel: What a Feeling
Regie: Kat Rohrer
Land/Jahr: Österreich / 2024
Laufzeit: 110’
Genre: Filmkomödie, Liebesfilm
Cast: Caroline Peters, Proschat Madani, Anton Noori, Gohar Nurbachsch, Nicole Ansari-Cox, Allegra Tinnefeld, Heikko Deutschmann, Rafael Haider, Barbara Spitz, Petra Morzé, Joseph Lorenz, Ines Kratzmüller, Adriane Gradziel, Sona MacDonald, Johanna Orsini-Rosenberg, Doris Hindinger, Katrin Lux, Iva Lukic, Lucy Landymore, Matthias Kress, Klaus Fischer, Nima Immanuel Farsadpoor, Metamorkid, Roberta Malizia, Miriam Weiss, Joachim Brandl, Markus Tavakoli, Hevi Akay, Marina Lackovic, Manuel Lugmeyer, Anneliese Rohrer
Buch: Kat Rohrer
Kamera: Michael Schindegger
Produktion: Praherfilm, Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion

Info: Die Seite von What a Feeling auf iMDb; Die Seite von What a Feeling auf der Webseite der Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion; Die Seite von What a Feeling auf der Webseite der Praherfilm; Die Seite von What a Feeling auf der Webseite der Austrian Film Commission