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BIO-GRAPHICS

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von Nana Swiczinsky

Note: 7

Bio-Graphics von Nana Swiczinsky ist eine einzigartige Autobiographie, die uns mit ihren manchmal ungewöhnlichen Formen und Farben sofort in ihren Bann zieht. Eine Liebeserklärung an die Kunst als treue Partnerin fürs Leben.

Zwanzig Jahre

Die Wiener Regisseurin Nana Swiczinsky ist zweifellos einer der wichtigsten Namen des österreichischen Avantgarde- und Animationsfilms. Im Laufe ihrer Karriere hat sie nämlich immer wieder heikle und problematische Themen in Animationen behandelt, die gleichzeitig essenziell und komplex sind und in denen die Stop-Motion-Technik häufig die Hauptrolle spielt. Wenn es jedoch ein Werk gibt, das als ihr persönlichstes angesehen werden kann, dann ist es zweifellos der Kurzfilm Bio-Graphics aus dem Jahr 1992.

Warum ist Bio-Graphics so wichtig in Nana Swiczinskys Filmografie? Bald gesagt. Mit einer Sammlung von Zeichnungen, die sie seit ihrem zweiten Lebensjahr bis zu ihren Arbeiten im Alter von 22 Jahren (d. h. zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Films) angefertigt hat, hat die Künstlerin eine Art lebendige und farbenfrohe „Autobiografie“ geschaffen, in der jede einzelne Zeichnung zu einem großen Fresko beiträgt, das das Leben einer jungen Künstlerin darstellt, die schon früh erkannte, wie wichtig die Kunstwelt für sie war.

Eine frenetische Montage zeigt uns die zahlreichen Zeichnungen nacheinander, während eine minimalistische Musik uns beim Anschauen begleitet. Auf den ersten Blick erscheinen die Figuren undefiniert, mal in Farbe, mal in Schwarz-Weiß. Die wilde Fantasie eines kleinen Mädchens ist bereit, der Welt von ihrem Universum zu erzählen. Dann, nach und nach, sehen wir, wie sich die Dinge ändern: Die Zeichnungen werden immer deutlicher, die Striche weniger unsicher, Schwarz-Weiß überwiegt oft die Farben, und während wir alle Werke nacheinander sehen, können wir auch eine gewisse Vielfalt der Stile und Ansätze erkennen.

Und so wird in Bio-Graphics in nur vier Minuten nicht nur Nana Swiczinskys künstlerischer Weg deutlich, sondern auch ihr wachsendes Interesse an bestimmten Themen, die sie später durch ihre Zeichnungen und Filme berühmt machen sollten. Einfache Zeichnungen, aber auch Comics sind die Protagonisten in diesem Kurzfilm. Die Regisseurin hat schon immer eine besondere Vorliebe für menschliche Figuren gehabt. Figuren, die sich gelegentlich zu Wort melden, die sich nicht scheuen, ihre Träume, ihre Bedürfnisse, ihre Kritik an der Welt, in der wir leben, zu äußern.

Aus diesem Grund ist Bio-Graphics ein so wichtiger Film (nicht nur) in Swiczinskys Filmografie. Ein Werk, das den Minimalismus zu seinem Arbeitspferd gemacht hat, damit uns alles mit maximaler visueller und kommunikativer Kraft erreichen kann. Eine einzigartige Autobiografie, die uns sofort mit ihren manchmal ungewöhnlichen Formen und Farben, die wiederum sofort auf der Kinoleinwand lebendig und pulsierend wirken, in ihren Bann zieht. Eine Liebeserklärung an die Kunst als treue Partnerin fürs Leben.

Titel: Bio-Graphics
Regie: Nana Swiczinsky
Land/Jahr: Österreich / 1992
Laufzeit: 4’
Genre: Animationsfilm, Experimentalfilm
Buch: Nana Swiczinsky
Kamera: Nana Swiczinsky
Produktion: Nana Swiczinsky

Info: Die Seite von Bio-Graphics auf iMDb; Die Seite von Bio-Graphics auf der Webseite der sixpackfilm