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VON SALZBURG ÜBER ST. GILGEN, MONDSEE UND BAD AUSSEE

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von Karl Köfinger

Note: 7

Von Salzburg über St. Gilgen, Mondsee und Bad Aussee ist ein unschätzbares Dokument, ein zweifellos wertvolles Werk, das sich perfekt zwischen die beiden großen Filmepochen einfügt: Die Stummfilmzeit und die Tonfilmzeit.

Traditionen und Natur

Zwischen Ende der 1920er und Anfang der 1930er Jahre gehörte der Regisseur Karl Köfinger zu den bedeutendsten Namen des österreichischen Dokumentarfilms. Besonders erwähnenswert in seiner Filmografie ist die Reihe von Dokumentarfilmen, die er für die österreichische Post gedreht hat und die die historischen, künstlerischen und natürlichen Schönheiten des ganzen Landes zeigen sollten. Von diesen kurzen Dokumentarfilmen – die fast alle mit der Kamera auf einem Postauto gedreht wurden – verdient Von Salzburg über St. Gilgen, Mondsee und Bad Aussee aus dem Jahr 1929, der kürzlich vom Filmarchiv Austria anlässlich der Online-Retrospektive Kino auf Sommerfrische wieder dem Publikum präsentiert wurde, besondere Aufmerksamkeit.

Eine fröhliche Reisegruppe macht sich auf den Weg zu einer Wanderung zu den schönsten Seen im Salzburger Land. Karl Köfingers Kamera ist bereit, alles zu filmen. Und so gibt es an einem heißen Sommertag zahlreiche Zwischenstopps: Vom Fuschlsee zum malerischen St. Gilgen, vom Mondsee (mit seinem charakteristischen Markt) zum Städtchen Bad Ischl (einst Sommerresidenz der kaiserlichen Familie) und schließlich zum steilen Pötschenpass – einst gerade wegen der mangelnden Sicherheit seiner Straße gefürchtet.

Dank einer Reihe von kurzen erklärenden Untertiteln begleitet uns der Regisseur Schritt für Schritt auf dieser spannenden Reise, wobei er seine Aufmerksamkeit einmal auf die Landschaften und die Straßen richtet, und einmal auf die Einwohner selbst, die außerordentlich ruhig ihren täglichen Geschäften nachgehen, aber nicht versäumen, von Zeit zu Zeit neugirig in die Kamera selbst zu blicken.

Kennzeichnend in Von Salzburg über St. Gilgen, Mondsee und Bad Aussee ist, wie in fast allen Filmen von Karl Köfinger, auch eine gewisse Ironie und Selbstironie. Alles ist hier eher locker inszeniert, auch wenn die Inszenierung selbst bestimmten Richtlinien folgen muss.

Was die Regie betrifft, so zeichnet sich Von Salzburg über St. Gilgen, Mondsee und Bad Aussee nicht durch besondere Virtuosität aus. Verfolgt man jedoch Köfingers Filmografie, so ist deutlich zu erkennen, wie sich die Herangehensweise des Regisseurs im Laufe der Jahre weiterentwickelte, oft sogar für die damalige Produktion von Dokumentarfilmen ungewöhnliche Einstellungen wagte und allmählich immer subjektiver wurde.

Aus diesem Grund ist Von Salzburg über St. Gilgen, Mondsee und Bad Aussee heute ein unschätzbares Dokument und ein zweifellos wertvolles Werk, das die beiden großen Filmepochen perfekt miteinander verbindet: Die Stummfilmzeit und die Tonfilmzeit. Und auch wenn im Rest der Welt der Ton mittlerweile immer öfter mit den Bildern synchronisiert wurde, ändert dies nichts an der Faszination, die so ein Dokumentarfilm auch viele Jahrzehnte nach seiner Entstehung auf uns ausübt.

Titel: Von Salzburg über St. Gilgen, Mondsee und Bad Aussee
Regie: Karl Köfinger
Land/Jahr: Österreich / 1929
Laufzeit: 8’
Genre: Dokumentarfilm
Buch: Karl Köfinger
Kamera: Karl Köfinger
Produktion: Ing. Köfinger-Film

Info: Die Webseite des Filmarchiv Austria