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NADJA TILLER – EINE INTERNATIONALE MISS

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Nadja Tiller gehörte in den 1950er und 1960er Jahren zu den bekanntesten Gesichtern des deutschsprachigen Films und wurde bald auch im Ausland berühmt. Sie arbeitete sogar mit Regisseuren wie Roberto Rossellini und René Clément zusammen.

Die österreichische Sophia Loren

Eine ganz außerordentliche Schönheit, die sogar zweimal zur Miss Austria gewählt wurde, 1949 und 1951. Die Fähigkeit, oft kontroverse und sehr sinnliche Rollen zu spielen. Eine außergewöhnliche Vielseitigkeit in Theater, Film und Fernsehen. Das war Nadja Tiller, eine echte Diva, eines der bekanntesten Gesichter des deutschsprachigen Films in den 1950er und 1960er Jahren, die bald auch im Ausland berühmt wurde und sogar mit Regisseuren wie Roberto Rossellini und René Clément zusammenarbeitete.

Es ist kein Zufall, dass Nadja Tiller oft mit Sophia Loren verglichen wurde, denn ihr Charme und die starke unterschwellige Erotik, die die von ihr gespielten Figuren stets auszeichnete, machten sie sogar zu einer Figur, die fast im Gegensatz zu ihrer Landsmännin Maria Schell stand, die viel „ruhiger“ war. Trotzdem hatte die Schauspielerin über fünfzig Jahre lang nur eine einzige Liebe, den Komiker und Schauspieler Walter Giller, mit dem sie zwei Kinder hatte, Natascha (1959) und Jan-Claudius (1964), mit dem sie bis zu seinem Tod 2011 verheiratet blieb und mit dem sie seit den 1950er Jahren ein wahres Traumpaar bildete.

Am 16. März 1929 in Wien geboren, war ihr Vater der österreichische Schauspieler Anton Tiller, während ihre Mutter, Erika Körner, eine Operettensängerin aus Danzig war. Aufgrund des Berufs ihrer Eltern besuchte die junge Nadja nicht weniger als achtzehn verschiedene Schulen, bevor sie am Max-Reinhardt-Seminar in Wien Tanz und Schauspiel zu studieren begann. Die Erfolge ließen von da an nicht lange auf sich warten und bereits unmittelbar nach dem Studium wurde Nadja Tiller festes Ensemblemitglied des Theaters in der Josefstadt in Wien und arbeitete oft auch an Theatern in Salzburg und Deutschland.

Bald begann sich auch die Filmwelt für sie zu interessieren, und der erste Spielfilm, in dem sie mitwirkte, war Märchen vom Glück von Arthur de Glahs aus dem Jahr 1949. Von da an wurde Nadja Tiller zu einer immer beliebteren Schauspielerin. Mit dem deutschen Regisseur Rolf Thiele arbeitete die Schauspielerin im Laufe ihrer Karriere mehrfach zusammen, wobei sie unter anderem mit dem Spielfilm Sie (1954) bekannt wurde, bis hin zu dem Skandalfilm Das Mädchen Rosemarie (1958), in dem die Geschichte der während der Adenauer-Republik brutal ermordeten Prostituierten Rosemarie Nittribitt erzählt wurde, und den Spielfilmen Tonio Kröger (1964) und Das Liebeskarussell (1965).

Als internationaler Star hatte Nadja Tiller, wie bereits erwähnt, auch die Gelegenheit, mit Roberto Rossellini (in Schwarze Seele, 1962), Terence Young (in Mohn ist auch eine Blume, 1966), Luciano Salce (in Das gewisse Etwas der Frauen, 1966), Harald Philipp (in Blonde Köder für den Mörder, 1969) und mit René Clément (in Das ganz große Ding, 1975) zu arbeiten, und zwar unter anderem an der Seite von Curd Jürgens, Jean Gabin, Yul Brinner, Jean-Paul Belmondo, Rod Steiger und Mario Adorf, wobei sie sich sogar weigerte, für die Regisseure Luchino Visconti, Michelangelo Antonioni und Federico Fellini zu arbeiten.

Ab den 1970er Jahren arbeitete Nadja Tiller vor allem im Fernsehen. Ihr letzter Kinofilm war die Komödie Dinosaurier – Gegen uns seht ihr alt aus! unter der Regie von Leander Haußmann aus dem Jahr 2009. Nach vielen Jahren, die sie mit ihrem Mann in der Nähe von Lugano verbrachte, zog die Schauspielerin 2004 in das Altersheim Augustinum Hamburg, wo sie am 21. Februar 2023 kurz vor ihrem vierundneunzigsten Geburtstag starb. Wie ihr Mann Walter wollte auch Nadja seebestattet werden und am Grab ihrer Eltern, auf dem Zentralfriedhof in Wien, erinnert noch heute eine Gedenktafel an sie. Ihr Publikum hat sie jedoch nie vergessen. Ihr anmutiges und sinnliches Gesicht, ihre verführerische Art und ihre heisere Stimme haben sie verdientermaßen unsterblich gemacht.

Info: Die Seite von Nadja Tiller auf iMDb