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WIE KOMMEN WIR DA WIEDER RAUS?

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von Eva Spreitzhofer

Note: 5

Nach dem Vorbild des ersten Kapitels greift Regisseurin Eva Spreitzhofer auch in Wie kommen wir da wieder raus? auf das gleiche Grundthema zurück, nämlich die schockierende Aussage einer rebellischen Tochter, die dazu bestimmt ist, die prekären Beziehungen, die normalerweise in jeder Familie herrschen, ins Wanken zu bringen.

Ein unerwartetes Weihnachten

Als Fortsetzung des amüsanten und erfolgreichen Womit haben wir das verdient? ist Wie kommen wir da wieder raus?, der zweite Spielfilm über die große Familie von Wanda und Harald, ein Werk, das vielleicht nicht wirklich nötig war. Eine Reihe banaler Witze, alle „politically correct“, kann nicht alles sein, was aus einer guten Idee und einer hervorragenden Besetzung resultiert.

Die Protagonistin von Wie kommen wir da wieder raus? ist also Wanda (gespielt von Caroline Peters), Chirurgin, Atheistin, Feministin und vor allem stolz auf ihre Großfamilie, die sie selbst für aufgeschlossen und avantgardistisch hält. Zu diesem Fresko aus Menschen und Situationen gehören auch ihr Ex-Ehemann Harald (Simon Schwarz) und ihre Lebensgefährt:innen mit ihren Kindern. Wieder einmal ist es die Tochter (der beiden) Nina (Chantal Zitzenbacher), die für Unruhe sorgt. Die Protagonistin des ersten Films, die zum Islam konvertiert war, beschließt diesmal, ihr Geschlecht zu ändern, weil sie das Gefühl hat, im falschen Körper gefangen zu sein. Das Weihnachtsessen ist natürlich die richtige Gelegenheit, um dies ihrer Familie mitzuteilen. Wie man sich leicht vorstellen kann, wird der Abend auch angesichts der Mischung aus Alkohol, verborgenen Geheimnissen und der Covid-19-Pandemie eskalieren.

Nach dem Vorbild des ersten Kapitels verwendet Regisseurin Eva Spreitzhofer für Wie kommen wir da wieder raus? praktisch die gleiche Grundthematik, nämlich die schockierende Aussage der rebellischen Tochter, die die prekären Beziehungen, die normalerweise in jeder Familie herrschen, ins Wanken bringt, und die sprichwörtliche Ruhe nach dem Sturm, wenn man in einem neuen Gleichgewicht weiterleben kann, das die ursprünglichen Regeln dennoch verändert hat.

Das Problem ist, dass dies bereits im ersten Film geschehen war. Warum sollte man dieselbe Geschichte mit einem weihnachtlichen Touch neu erzählen? Um zu zeigen, dass Fleisch-, vegane und Halal-Menüs trotzdem nebeneinander bestehen und beim Weihnachtsessen serviert werden können? Es scheint tatsächlich so, als ob Wie kommen wir da wieder raus? als eine Art Update des ersten Films – der vor fünf Jahren gedreht wurde – konzipiert wurde, indem einfach die Liste der aktuellsten Themen, inklusive der Pandemie, aktualisiert wurde und so zwischen manchmal lustigen Witzen über Geschlechtsidentität und Dialogen voller Anglizismen gewechselt wurde.

Am 28. November 2023 im Wiener Gartenbaukino uraufgeführt, scheint Wie kommen wir da wieder raus? alles auf die hervorragende Besetzung setzen zu wollen, die, fast unabhängig vom Film, das Tempo und die Dynamik einer erfolgreichen Fußballmannschaft besitzt. Aber die scharfe Gesellschaftssatire, die wie im ersten Film herauskommen sollte, scheint hier gedämpft zu sein, fast so, als wolle man eine politically correct Version schaffen, was das dennoch frenetische Tempo – angesichts der Menge an Menschen in der Wohnung – mindert und das Ganze zu schwach macht. Im Grunde war es meiner Meinung nach keine gute Idee, zu versuchen, den Humor von Womit haben wir das verdient? wieder zu verwenden, zumindest nicht mit dieser Oberflächlichkeit.

Titel: Wie kommen wir da wieder raus?
Regie: Eva Spreitzhofer
Land/Jahr: Österreich / 2023
Laufzeit: 90’
Genre: Filmkomödie
Cast: Caroline Peters, Simon Schwarz, Chantal Zitzenbacher, Hilde Dalik, Pia Hierzegger, Angelo Konzett, Anna Laimanee, Marcel Mohab, Michael Ostrowski, Felix Rank, Marina Lackovic, Mehmet Ali Salman, Walter Sittler
Buch: Eva Spreitzhofer
Kamera: Eva Testor
Produktion: Mona Film

Info: Die Seite von Wie kommen wir da wieder raus? auf iMDb; Die Seite von Wie kommen wir da wieder raus? auf der Webseite der Austrian Film Commission; Die Seite von Wie kommen wir da wieder raus? auf der Webseite der Mona Film