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THE FEAR OF DEEP FEELINGS

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von Lea Andexlinger

Note: 7

The Fear of Deep Feelings der jungen Filmemacherin Lea Andexlinger ist trotz der Komplexität der behandelten Themen eine wahre Hymne ans Leben mit all seinen vielfältigen und komplexen Facetten. Beim K3 Film Festival 2023.

Die eigenen Gefühle akzeptieren

Es wäre schön, Leiden zu vermeiden. Doch das würde viele andere wichtige Gefühle unmöglich machen. Selbst grenzenlose Freude. Aber sind wir wirklich bereit, alle Gefühle, die wir erleben, zu akzeptieren und vor allem keine Angst vor ihnen zu haben? Die junge Filmemacherin Lea Andexlinger hat in ihrem Kurzfilm The Fear of Deep Feelings, der im Rahmen des Programms des K3 Film Festivals 2023 gezeigt wurde, versucht, diese Angst zu analysieren.

Eine junge Frau wird nun endgültig erwachsen. Die Ängste, die sie als Kind hatte, sind nun für immer verschwunden. Dennoch hat man ihr immer beigebracht, ihre Gefühle zu unterdrücken. „Nur schwache Menschen weinen“, „du darfst nicht wütend werden“, „du darfst keine Angst haben“. Was aber, wenn aus dem Versuch, die Angst zu unterdrücken, tatsächlich eine viel größere und wichtigere Angst entstehen kann? Oft ist man erst nach einem langen und schwierigen Weg und einer neuen Selbsterkenntnis in der Lage, alles zu verstehen und zu akzeptieren, was man fühlt.

In The Fear of Deep Feelings wird die Geschichte der Protagonistin (die von der Regisseurin selbst verkörpert wird) daher ausschließlich durch ein Voice-over erzählt. Lea Andexlinger wiederum hat einen ausgesprochen innovativen und mutigen Regieansatz gewählt, um all dies zu inszenieren. Ein Regieansatz, der dem Kurzfilm fast die Form eines Gedichtes gibt, wie sie selbst sagte. Worte und Bilder entwickeln sich auf zwei unterschiedlichen Ebenen, die jedoch nicht ohne einander existieren könnten.

Die Angst der Protagonistin wird auf der Kinoleinwand gut wiedergegeben. Nachtbilder, Monster im Kleiderschrank, die Protagonistin starrt allein auf eine Waschmaschine in Aktion. Die Farben Grün und Blau stehen oft im Mittelpunkt, vor allem im ersten Teil dieses kurzen und feinen The Fear of deep Feelings. Der Wald seinerseits, als Symbol des Unbewussten und des Oneirischen, spielt immer wieder eine zentrale Rolle. Doch, wie bereits erwähnt, gibt es eine Lösung für dieses Unbehagen. Und so ändern sich nach und nach die Farben, das Lächeln wird Teil der Tage unserer Protagonistin, es beginnt fast eine Art Befreiungstanz.

Trotz der Komplexität der behandelten Themen ist The Fear of Deep Feelings eine wahre Hymne ans Leben mit all seinen vielfältigen und komplexen Facetten. Es ist nie einfach, die Realität um uns herum zu akzeptieren, uns selbst zu akzeptieren und glücklich zu sein. Doch am Ende des Tunnels gibt es (fast) immer Licht. Und so offenbart dieser kleine und feine Kurzfilm vor allem das große Talent der sehr jungen Lea Andexlinger, die trotz ihrer erst siebzehn Jahre bereits klare Vorstellungen davon hat, wie man sich in der stets komplexen Filmwelt bewegt. Und wer weiß, wie viele schöne Überraschungen sie in Zukunft noch für uns bereithalten wird!

Titel: The Fear of deep Feelings
Regie: Lea Andexlinger
Land/Jahr: Österreich / 2023
Laufzeit: 5’
Genre: Experimentalfilm
Cast: Lea Andexlinger
Buch: Lea Andexlinger
Kamera: Lea Andexlinger
Produktion: Lea Andexlinger

Info: Die Seite von The Fear of deep Feelings auf der Webseite vom K3 Film Festival