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ECHOES OF GRIEF

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von Verena Repar

Note: 8

Die von Verena Repar geschaffenen CGI-Bilder fallen sofort ins Auge. Gesättigte Farben und ständig wechselnde Bilder repräsentieren gut, was die Regisseurin in diesem wertvollen kleinen Echoes of Grief erzählen wollte. Auf dem K3 Film Festival 2023.

Schwierige Wege

Eine der schwierigsten Erfahrungen, die ein Mensch durchleben kann, ist zweifelsohne die Verarbeitung und Bewältigung eines Trauerfalls. Manchmal ist es jedoch äußerst schwierig, in Worte zu fassen, was man in dieser schwierigen Zeit erlebt. Wie wäre es, wenn man stattdessen versuchen würde, all den daraus resultierenden Gefühlen Form, Bild und Farbe zu geben? Die junge Regisseurin Verena Repar versuchte sich an einem solchen komplexen Projekt mit ihrem Animationskurzfilm Echoes of Grief, der beim K3 Film Festival 2023, bei dem Repar auch das Plakat und die Website gestaltete, seine Österreichpremiere hatte.

Inmitten einer großen Grünfläche steht ein kleines rotes Haus. Alles scheint ruhig zu sein. Dann, plötzlich, kommen drei schimmernde Lichtpunkte aus der Tür. Plötzlich geschieht etwas Unerwartetes: Einer der drei Lichtpunkte explodiert in tausend Stücke. Von diesem Moment an ändert sich alles. Der kleinste der leuchtenden Punkte findet sich plötzlich in einer kahlen Landschaft mit kalten, dunklen Farben wieder. Nach und nach tauchen zahlreiche Felsen auf, bis man sich in einer Höhle wiederfindet. Wie kann man die Höhlenwände durchbrechen und sich befreien?

Echoes of Grief erzählt uns in Bildern einen Weg, der keineswegs einfach ist. Den Weg jenes kleinen Schimmers, der durch die tiefste Finsternis langsam eine neue Dimension zu finden vermag. Plötzlich färbt sich sein Licht rot. Es braucht viel, viel Kraft, um gewisse Hindernisse zu überwinden. Was erwartet uns als nächstes? Die Landschaft wird weniger kahl, die Farben werden wärmer, das Gefühl des Unbehagens und der Verzweiflung, das wir zu Beginn der Reise empfanden, wird allmählich schwächer. Bis schließlich aus dem zerbrochenen Schimmer eine neue Form von Leben entstehen kann.

Die von Verena Repar geschaffenen CGI-Bilder fallen sofort ins Auge. Gesättigte Farben und ständig wechselnde Bilder repräsentieren gut, was die Regisseurin in diesem wertvollen kleinen Echoes of Grief erzählen wollte. Ebenso trägt die ruhige und stark minimalistische Musik (von der Gruppe Kit Cut) zu einer besonders intimen Atmosphäre bei. Alles ist ständig im Wandel, nichts bleibt für immer gleich. Und oft ist es trotz des Leids notwendig, bestimmte Wege allein zu gehen, um die ersehnte Gelassenheit zu finden.

Ästhetisch reizvoll, äußerst innovativ in seiner Inszenierung und in der Lage, komplexe Themen zu behandeln, ohne jemals redundant oder banal zu sein, ist Echoes of Grief ein wahres visuelles und auditives Erlebnis. Ein kleiner Film mit magnetischer Anziehungskraft, der in erster Linie das große Talent von Verena Repar offenbart, einer vielseitigen Künstlerin, die uns sicherlich auch im Filmbereich noch viel Freude bereiten wird. Einer präzisen elliptischen Struktur folgend, endet die Reise des kleinen Schimmers genau dort, wo sie begonnen hat. In der Umgebung des kleinen roten Hauses scheint alles zur Normalität zurückgekehrt zu sein, zu einer neuen Art, das Leben zu verstehen.

Titel: Echoes of Grief
Regie: Verena Repar
Land/Jahr: Österreich / 2023
Laufzeit: 19’
Genre: Animationsfilm, Experimentalfilm
Buch: Verena Repar
Kamera: Verena Repar
Produktion: Verena Repar

Info: Die Seite von Echoes of Grief auf der Webseite vom K3 Film Festival 2023