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PULLED PORK

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von Andreas Schmied

Note: 5

Pulled Pork ist im Grunde ein großes Marketingprodukt, das sich zu sehr auf die beiden Hauptdarsteller (die sich jedoch in ihren Rollen wohlfühlen) verlässt und sich als ziemlich vorhersehbar und zerstreut erweist, mit unnötigen Cameos und Nebenhandlungen, die nie vollständig entwickelt werden.

Wie man ein Verbrechen löst, ohne es zu lösen

Das lang erwartete Filmdebüt des Musik-Kabarett-Duos Pizzera & Jaus unter der Regie von Andreas Schmied ist eine ziemlich schwache Polizeikomödie, trotz vieler Ideen und einiger inszenatorischer Virtuosität. Diese sind zwar immer wieder angenehm anzusehen, aber leider unnötig, da sie von keinem Drehbuch begleitet werden, das ihre Anwesenheit rechtfertigt. Pulled Pork, ein Titel, der von dem „legendären“ Burger stammt, der im Laufe des Films mehrmals erwähnt wird, ist im Grunde ein großes Marketingprodukt, das sich zu sehr auf die beiden Hauptdarsteller verlässt (die sich jedoch in ihren Rollen wohlfühlen) und das sich als ziemlich vorhersehbar und zerstreut entpuppt, mit unnötigen Cameos und Subplots, die nie vollständig entwickelt werden. Ein großes, großes Nein.

Florian Kienzl (Paul Pizzera), ein ehemaliger Polizist und jetzt Privatdetektiv, hat einen Adoptivbruder namens Eddi Kovac (Otto Jaus), einen Straftäter auf Bewährung, und eine Schwester, Samira (Gizem Emre), die auf mysteriöse Weise verschwunden ist. Die beiden, mehr denn je entschlossen, die Frau zu finden, begeben sich auf die Spur von Benni Jagschitz (Gregor Seberg), einem korrupten Schweinezüchter und Bürgermeisterkandidaten von Graz, und sind überzeugt, dass der korrupte Unternehmer seine Hand im Spiel hat. Unnötig zu erwähnen, dass die illegalen Geschäfte in Pulled Pork, angereichert mit zwielichtigen Psychopathen, zahlreich und vielfältig sein werden.

Pulled Pork, der im August 2023 auf dem Filmfestival Kitzbühel gezeigt und von der renommierten Constantin Film vertrieben wurde, hätte ein großer Erfolg werden können, zumindest was die Presse angeht, aber stattdessen hat er praktisch alle enttäuscht. Zumindest meiner Meinung nach. Aber die Prämisse war wirklich interessant und der Trailer durchaus ansprechend. Was hat also nicht funktioniert? Leider vieles. Gedreht zwischen der Steiermark und Wien, wurde die Produktion von wichtigen Institutionen wie dem Österreichischen Filminstitut, FISA Standort Austria und Samsara Produktion unterstützt. Ein ehrgeiziges Projekt also.

Leider erzählt Pulled Pork von Anfang an eine vorhersehbare Geschichte, und zwar in einer tragikomischen Stimmung, die es zwischen Morden und juristischen Ungerechtigkeiten nie schafft, das Niveau der Erzählung anzuheben. Und das, obwohl zahlreiche Figuren auftauchen, wie die Co-Protagonistinnen, nämlich die Polizistin Meli (Valerie Huber) und Eddis Verlobte, die Griechin Eleni (Elisabeth Kanettis). Unglückliche Protagonistinnen von Episoden, die vor allem dazu dienen, die Geschichte länger zu machen. Dieses System der Integration neuer Gesichter, alle mit interessanten Eigenschaften, verstärkt nur das Gefühl, dass es sich um eine große stilistische Übung ohne Stil handelt. Eine Collage aus kleinen Geschichten oder besser gesagt Kapiteln mit treffenden Titeln, angereichert mit Kameravirtuositäten wie Gegeneinstellungen und Perspektivwechsel, im Rahmen einer sinnlosen Fahndung mit zahlreichen banalen Wendungen.

Abgesehen von einem Kurzauftritt der Sängerin Melissa Naschenweng (denn bei eineinhalb Szenen von einem Filmdebüt zu sprechen, halte ich ehrlich gesagt für unpassend), bleibt in Pulled Pork allerdings ein unsinniger Cliffhanger, der eine mögliche Fortsetzung nur andeutet. Und es ist sehr schade, dass einige sehr gute Schauspieler:innen, Pizzera und Jaus inklusive, nicht von einem adäquaten Drehbuch unterstützt wurden, das, sich ausschließlich auf die Protagonisten verlassend, den klassischen Film zum Abschluss einer unvollständigen Fernsehserie produziert hat. Was wäre, wenn dies der eigentliche Cliffhanger wäre, d.h. der Prolog zu einer Serie? Ich hoffe, es ist so.

Titel: Pulled Pork
Regie: Andreas Schmied
Land/Jahr: Österreich / 2023
Laufzeit: 100’
Genre: Filmkomödie, Polizeifilm
Cast: Paul Pizzerra, Otto Jaus, Valerie Huber, Elisabeth Kanettis, Gregor Seberg, Gizem Emre, Christian Himmelbauer, Eva Prosek, Michael Rast, Melissa Naschenweng, Despina Pajanou, Michael Edlinger, Elias Hönle, Franziska Schlattner, Roman Kettner, Konstantin Frank, Ida Golda, Philipp Hansa
Buch: Andreas Schmied
Kamera: Matthias Meissl
Produktion: Samsara Filmproduktion

Info: Die Seite von Pulled Pork auf iMDb; Die Seite von Pulled Pork auf der Webseite der Austrian Film Commission; Die Seite von Pulled Pork auf der Webseite der Samsara Filmproduktion