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FACES OF DEATH

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von Jan Soldat

Note: 7.5

Ironie, Poesie und vor allem wichtige Klassiker der Filmgeschichte, in denen der großartige Christopher Lee mitgewirkt hat, nehmen in Faces of Death eine neue Form an, die uns in nur sieben Minuten immer wieder überrascht. Auf der Viennale 2023.

Die Missgeschicke des Christopher Lee

Einen Film von Jan Soldat auf der Kinoleinwand anzuschauen, ist immer eine spannende Erfahrung. Ja, denn der berühmte deutsche Regisseur, der es gewohnt ist, uns in seinen ebenso intelligenten wie außerordentlich einfühlsamen und ironischen Dokumentarfilmen „unkonventionelle“ Charaktere vorzustellen, hat nie aufgehört, mit neuen Filmsprachen und neuen Arten der Inszenierung selbst zu experimentieren. Und als uns der Regisseur 2022 mit Staging Death durch eine akribische Schnittarbeit alle Todesfälle des deutschen Schauspielers Udo Kier auf der Kinoleinwand vor Augen geführt hat, begann hier offiziell eine neue Reihe von Filmen, in denen nach Kier auch Nicolas Cage, Lance Henriksen und schließlich Christopher Lee (1922 – 2015) zu sehen sind, dessen Tod im Kino in dem Kurzfilm Faces of Death zu sehen ist, der anlässlich der Viennale 2023 als Österreich-Premiere präsentiert wurde.

Schreie, Schießereien, aber auch Fälle und einfache Momente am Sterbebett spielen die Hauptrollen in Faces of Death. Christopher Lee stirbt die ganze Zeit und unter allen möglichen Umständen. Szenen aus Dracula (Terence Fisher, 1958), aber auch aus Die Rache der Pharaonen (Terence Fisher, 1959), aus Vampire gegen Herakles (Mario Bava, 1961) und aus Draculas Rückkehr (Freddie Francis, 1968), um nur einige Beispiele zu nennen, folgen nacheinander und in chronologischer Reihenfolge und schaffen so einen eigenständigen Film, in dem der großartige Christopher Lee unzählige Male stirbt, und in dem ein geschickter Schnitt etwas Neues und Einzigartiges schafft.

Lees Gesicht, fast immer in der Rolle des Antagonisten, ist für einen solchen Film besonders geeignet. Der Zweite Weltkrieg (an dem er selbst teilgenommen hatte) hat seine Spuren hinterlassen. Jan Soldat scheint dies gut verstanden zu haben. Und mit diesem interessanten und feinen Faces of Death hat er ihm eine aufrichtige und herzliche Hommage erwiesen, indem er allen Filmen, in denen er mitwirkte, neues Leben einhauchte und den Londoner Schauspieler endgültig unsterblich machte.

Das Ergebnis ist ein Film, der sowohl bizarr, als auch unglaublich poetisch und, trotz der Dramatik mancher Szenen, auch wunderbar lustig ist. Ironie, Poesie und vor allem große Klassiker der Filmgeschichte nehmen in Faces of Death eine neue Form an, die uns in nur sieben Minuten immer wieder überrascht, amüsiert und sogar berührt. Jan Soldat seinerseits hat längst bewiesen, dass er mit dieser neuen Art, die siebte Kunst zu verstehen, perfekt umgehen kann. Ihm ist es zu verdanken, dass uns wahre Legenden der Filmgeschichte auf völlig unkonventionelle Art und Weise präsentiert werden. Und wer weiß, wer der nächste Protagonist der Reihe sein wird!

Titel: Faces of Death
Regie: Jan Soldat
Land/Jahr: Österreich, Deutschland / 2023
Laufzeit: 7’
Genre: Experimentalfilm
Cast: Christopher Lee
Buch: Jan Soldat
Kamera: Jan Soldat
Produktion: Jan Soldat

Info: Die Seite von Faces of Death auf der Webseite der Viennale; Die Seite von Faces of Death auf der Webseite von Jan Soldat; Die Seite von Faces of Death auf der Webseite der sixpackfilm