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POSTAL AUSTRIA

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von Narcisa Hirsch

Note: 8

Postal Austria ist ein kleiner, wertvoller Film, der sehr intim und persönlich ist. Eine herzliche Liebeserklärung der Regisseurin an ihr liebes Österreich. Ein ausgesprochen einzigartiges Produkt, in dem sich zwei Persönlichkeiten wie Narcisa Hirsch und Hans Hurch (dem der Film gewidmet ist) (im Idealfall) treffen und eine schöne Harmonie schaffen. Auf der Viennale 2023, im Rahmen der Retrospektive, die Narcisa Hirsch gewidmet ist.

Liebeserklärung

Anlässlich der Viennale 2023 wurde der in Deutschland geborenen argentinischen Filmemacherin Narcisa Hirsch, die seit jeher eine besondere Beziehung zur Stadt Wien hat, ein eigenes Programm gewidmet. Und Wien seinerseits hat ihre wertvollen Werke, die alle im Rahmen zahlreicher Kurzfilmprogramme zu sehen waren, auf der Kinoleinwand herzlich willkommen geheißen. Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang Postal Austria, der 2012 nach einer Reise der Regisseurin nach Wien entstand und dem verstorbenen Viennale-Leiter Hans Hurch gewidmet ist.

Postal Austria besteht also aus einer Reihe von berührenden Postkarten aus der Vergangenheit, in denen Narcisa Hirschs persönliche Erinnerungen nacheinander auf der Kinoleinwand erscheinen und uns Bilder liefern, die dazu bestimmt sind, unsterblich zu werden. Bilder in Schwarz-Weiß oder Ockerfarben, Bilder, die manchmal verblasst, aber immer noch voller Bedeutung sind, Bilder, die, indem sie uns die Erinnerungen und die Vergangenheit der Regisseurin zeigen, es irgendwie schaffen, sogar unsere eigenen Kindheitserinnerungen zu wecken und uns in jene sorglosen Sommer zurückzubringen, in denen wir vielleicht nie das Privileg, ein Kind zu sein, voll zu schätzen wussten.

In Postal Austria sehen wir also kurze Aufnahmen und Fotografien, die hauptsächlich zwischen 1935 und 1937 entstanden sind, zunächst in Tirol, dann in Wien. Narcisa Hirsch, noch ein Kind, reitet auf einem kleinen Esel. Sofort werden die Landschaften mit ihren riesigen grünen Flächen zu den absoluten Hauptdarstellern auf der Kinoleinwand, bis, einmal in der österreichischen Hauptstadt angekommen, die Erinnerungen an die Schulzeit die Oberhand gewinnen. In der Zwischenzeit erklären uns einige wenige, aber wesentliche Bildunterschriften (alle ausnahmslos in der Handschrift der Regisseurin) von Zeit zu Zeit, was wir gleich sehen werden.

In Postal Austria braucht es also praktisch nichts mehr, damit der Film mit seiner ganzen kommunikativen Kraft und außergewöhnlichen emotionalen Spannung bei den Zuschauer:innen ankommt. Und so passiert schließlich in rund drei Minuten das Wunder auf der Kinoleinwand. Drei Minuten, in denen man sich wie hypnotisiert fühlt, in denen man den Eindruck hat, in eine eigene Dimension, in der die Zeit für immer stehen geblieben zu sein scheint, versetzt worden zu sein.

Postal Austria ist also ein kleiner, wertvoller Film, der sehr intim und persönlich ist. Eine herzliche Liebeserklärung der Regisseurin an ihr liebes Österreich. Ein ausgesprochen einzigartiges Produkt, in dem zwei Persönlichkeiten wie Narcisa Hirsch und Hans Hurch (dem, wie bereits erwähnt, der Film gewidmet ist und der so viel für die Viennale und ganz allgemein für die kulturelle und künstlerische Szene seines Landes getan hat) sich (im Idealfall) treffen, eine schöne Harmonie schaffen und verdientermaßen unsterblich werden. Und ist dies nicht (auch) eine der Hauptaufgaben des Kinos selbst?

Titel: Postal Austria
Regie: Narcisa Hirsch
Land/Jahr: Argentinien, Österreich / 2012
Laufzeit: 3’
Genre: Dokumentarfilm, Experimentalfilm
Buch: Narcisa Hirsch
Kamera: Narcisa Hirsch
Produktion: Narcisa Hirsch

Info: Die Seite von Postal Austria auf der Webseite der Viennale