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RICKERL

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von Adrian Goiginger

Note: 7

Rickerl ist die Geschichte nicht von einem, sondern von vielen Menschen, die jeden Tag für ihre Träume und das Glück der Menschen, die sie lieben, kämpfen. Die Geschichte von Menschen, die so viele Fehler gemacht haben und immer noch machen, die aber alle Schwierigkeiten nur mit Hilfe derer, die sie lieben, überwinden können. Eine rein österreichische Geschichte, die durch den Wiener Dialekt und die Austropop-Musik noch bunter wird. Auf der Viennale 2023.

Vater und Kind

Regisseur Adrian Goiginger hat in den letzten Jahren mit Spielfilmen wie Die Beste aller Welten (2017) und Der Fuchs (2022), die in Österreich außerordentlich erfolgreich waren und Zuschauer:innen aller Altersgruppen begeisterten, viel Aufsehen erregt. Voodoo Jürgens ist Österreichs populärster Liedermacher, der sich seit einigen Jahren in der Welt der siebten Kunst bewegt und in Spielfilmen sowohl als Komponist als auch als Schauspieler mitwirkt. Was würde also passieren, wenn sich zwei solche Persönlichkeiten treffen? Bald gesagt. Aus dem Zusammentreffen von Goiginger und Jürgens entstand der Spielfilm Rickerl, der bei der Viennale 2023 in Österreich uraufgeführt wurde.

Rickerl ist also teilweise durch das Leben von Voodoo Jürgens inspiriert und erzählt die Geschichte des Liedermachers Rickerl Bohacek, der keinen festen Job findet, aber weiter davon träumt, eines Tages mit seinen Liedern Erfolg zu haben. Er ist in der Tat sehr talentiert, doch scheint er dieses Talent nicht optimal zu nutzen. Er komponiert weiterhin Musik, die er auf alte Blätter schreibt, und verbringt die meisten seiner Abende trinkend in einer Kneipe mit seinen Freunden. Die einzige Person, die ihn auf den richtigen Weg bringen könnte, ist sein sechsjähriger Sohn Dominik (Ben Winkler), der derzeit bei seiner Mutter Viki (Agnes Hausmann) lebt, aber immer gerne die Wochenenden mit seinem Vater verbringt und seine Leidenschaft für Musik und Abenteuer in der Natur teilt.

In Rickerl finden sich also viele Konstanten des Kinos von Adrian Goiginger wieder, darunter die Bedeutung der Familie (wobei es allerdings nicht an besonders konfliktreichen Beziehungen mangelt) und die ständige Suche nach dem Glück durch das Verfolgen von oft unerreichbaren Idealen. Doch trotz der Tatsache, dass komplexe und ziemlich wichtige Themen angesprochen werden, zeichnet sich der Spielfilm auch durch eine willkommene Ironie aus, unter anderem dank der hervorragenden Leistung von Voodoo Jürgens, der äußerst spontan und selbstironisch ist, selbst in Zeiten, in denen er keine Lösung für seine Probleme zu finden scheint.

Besonders erwähnenswert ist die spezielle Harmonie zwischen Jurgens selbst und dem jungen Winkler als Vater und Sohn. Trotz einer komplexen Beziehung, in der sich Abenteuer an den Ufern der Donau mit Momenten der Panik abwechseln, in denen diejenigen, die sich wie Erwachsene verhalten müssen, ihre Rolle zu vergessen scheinen, schenkten uns die beiden Darsteller zärtliche und heikle Momente und sogar eine besonders bewegende Szene, in der der junge Dominik ein Lied für seinen Vater singt (interessanterweise wurde der Text des Liedes von Ben Winkler selbst geschrieben).

Adrian Goiginger hat seinerseits einen Spielfilm mit einem klassischen, linearen Ansatz gemacht, dabei aber gekonnt jede Rhetorik vermieden, ohne zu sehr auf Emotionalität zu setzen, und zu Recht präzise Fragen offen gelassen. Sein Rickerl ist die Geschichte nicht eines, sondern vieler Menschen, die jeden Tag für ihre Träume und für das Glück der Menschen, die sie lieben, kämpfen. Die Geschichte derer, die so viele Fehler gemacht haben und immer noch machen, die aber nur mit Hilfe derer, die sie lieben, alle Schwierigkeiten überwinden können. Eine rein österreichische Geschichte, die durch den Wiener Dialekt und die Austropop-Musik noch bunter wird.

Titel: Rickerl
Regie: Adrian Goiginger
Land/Jahr: Österreich, Deutschland / 2023
Laufzeit: 104’
Genre: Drama, Filmkomödie
Cast: Voodoo Jürgens, Ben Winkler, Agnes Hausmann, Rudi Larsen, Nicole Beutler, Claudius von Stolzmann, Alex Miksch, Simon Morzé, Der Nino aus Wien
Buch: Adrian Goiginger
Kamera: Paul Sprinz
Produktion: 2010 Entertainment, Giganten Film

Info: Die Seite von Rickerl auf iMDb; Die Seite von Rickerl auf der Webseite der Viennale; Die Seite von Rickerl auf der Webseite der Austrian Film Commission