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LAROY

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von Shane Atkinson

Note: 7.5

LaRoy ist eine fiktive Stadt in Texas, die zwar die aktuelle Finanzkrise erlebt, aber dennoch fast zeitlos wirkt, in der der modernen Technik so wenig Raum wie möglich gewidmet wird und in der bizarre Cowboyhüte den lustigen Figuren immer noch eine gewisse Glaubwürdigkeit zu verleihen scheinen. Zumindest glauben das diejenigen, die sie tragen. Auf der Viennale 2023.

Killer aus Zufall

LaRoy, der jüngste Spielfilm des amerikanischen Regisseurs Shane Atkinson, das Ergebnis einer Koproduktion zwischen Österreich, Frankreich und den Vereinigten Staaten, war ein willkommener Teil des Programms der Viennale 2023. Ja, denn in diesem postmodernen Western mit schwarzem Humor und manchmal Slapstick-Charakter hat der Filmemacher sein Publikum tatsächlich unterhalten, aber gleichzeitig auch ein schonungsloses und umfassendes Porträt der modernen Vereinigten Staaten gezeichnet, die stark von der herrschenden Finanzkrise geprägt sind.

Die Geschichte, die in LaRoy erzählt wird, ist die des jungen und naiven Ray (gespielt von John Magaro), der zufällig entdeckt, dass seine Frau Stacy-Lynn (Megan Stevenson) ihn betrügt. Gerade als er beschließt, sich das Leben zu nehmen, wird er von einem mysteriösen Mann, der ihn mit einer anderen Person verwechselt, gebeten, an seiner Stelle jemanden zu töten und dafür Geld zu bekommen. Wie soll er mit dieser unerwarteten, bizarren Situation umgehen? Bald wird unser Ray von dem unbeholfenen Privatdetektiv Skip (Steve Zahn) unterstützt, der ebenfalls entschlossen ist, herauszufinden, was hinter der ungewöhnlichen Bitte steckt.

LaRoy ist also eine fiktive texanische Stadt, die zwar die gegenwärtige Finanzkrise erlebt, die uns aber fast wie ein zeitloser Ort vorkommt, oder besser gesagt, ein Ort, an dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, an dem der modernen Technik so wenig Raum wie möglich gewidmet wird und an dem bizarre Cowboyhüte immer noch in der Lage zu sein scheinen, urkomischen Figuren eine gewisse Glaubwürdigkeit zu verleihen. Zumindest glauben das diejenigen, die sie tragen.

Besonders hervorzuheben sind dabei die (oft übertriebenen und bewusst klischeehaften) Charaktere und vor allem die beiden Protagonisten, die sich zufällig angefreundet haben und sich in ein scheinbar unlogisches Abenteuer stürzen. Ray ist sehr verliebt in seine Frau und würde alles tun, um ihren Traum von der Eröffnung eines Schönheitssalons zu verwirklichen. Sie jedoch scheint mit ihrem erzwungenen Lächeln und ihrem tadellosen Aussehen ihre ganze Zuneigung einem anderen widmen zu wollen. Skip hingegen, der seine eigene Identität und seine Ermittlungsfähigkeiten durchsetzen will, sogar – und vor allem – vor einigen örtlichen Polizisten, die sich ständig über ihn lustig machen, entpuppt sich als das eigentliche Arbeitstier von LaRoy, eine Figur, die es zweifellos verdient, lange im Gedächtnis der Zuschauer:innen zu bleiben.

Shane Atkinson seinerseits hat sich als besonders talentiert erwiesen, eine ausgewogene Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart zu schaffen, die auf dem basiert, was bereits in den Vorjahren erreicht wurde, aber gleichzeitig einen unterhaltsamen und gut geschriebenen Spielfilm hervorbringt, der sich vor allem durch seine eigene, ausgeprägte Persönlichkeit und einen guten Rhythmus, der von Anfang bis Ende beibehalten wird, auszeichnet. LaRoy ist schon jetzt ein Kultfilm der Viennale 2023. Und Filme dieser Art, das weiß man, werden immer gebraucht.

Titel: LaRoy
Regie: Shane Atkinson
Land/Jahr: Österreich, Frankreich, USA / 2023
Laufzeit: 112’
Genre: Filmkomödie, Polizeifilm, Thriller
Cast: John Magaro, Steve Zahn, Dylan Baker, Galadriel Stineman, Mattew Del Negro, Brad Leland, Bob Clendenin, Megan Stevenson, Emily Pendergast, Alex Knight, Rio Alexander, Darcy Shean, Mimi Fletcher, Teagan Ireland, Vic Browder, Brannon Cross, Marion Birdsall, Brooks Hall
Buch: Shane Atkinson
Kamera: Mingiue Hu
Produktion: Adastra Films, Ellly Films, Next, Flote

Info: Die Seite von LaRoy auf iMDb; Die Seite von LaRoy auf der Webseite der Viennale