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WARNING TRIANGLE

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von Virgil Widrich

Note: 7.5

Warning Triangle spielt gekonnt mit wenigen, einfachen Elementen, die zugleich wahre, nie ganz überholte, aber immer aktuelle und fesselnde Meilensteine der Filmgeschichte darstellen. Und so bemerkt man unweigerlich auch eine subtile Ironie, zusammen mit einer aufrichtigen Ehrfurcht nicht nur vor den hier erwähnten Filmen, sondern auch vor der ganzen siebten Kunst.

Liebe auf vier Rädern

Einer der bemerkenswertesten Namen der zeitgenössischen österreichischen Avantgarde- und Animationsfilmszene ist zweifelsohne Virgil Widrich. Ja, denn in der Tat hat der Salzburger Filmemacher immer wieder gerne mit Bildern (mal direkt gedreht, mal aus dem Repertoire) gespielt, um etwas völlig Neues zu schaffen oder auch herzliche Hommagen an die Filmgeschichte zu machen. Das gilt zum Beispiel für die Kurzfilme Fast Film (2003) und Make/Real (2010), aber auch für Warning Triangle, den Widrich 2011 anlässlich der Ausstellung Fetisch Auto, Ich fahre, also bin ich im Museum Tinguely in Basel realisiert hat.

Wie bei den vorgenannten Werken hat der Regisseur auch bei Warning Triangle verschiedene Ausschnitte aus wichtigen Filmen der Vergangenheit verwendet, um die Geschichte einer einzigartigen Dreiecksbeziehung in Bildern zu erzählen. Eine Dreiecksbeziehung, die Mann, Frau und Auto verbindet. So entsteht aus kurzen Szenen aus Psycho (Alfred Hitchcock, 1960), Mulholland Drive (David Lynch, 2001), aber auch aus Crash (David Cronenberg, 1996), Duell (Steven Spielberg, 1971) und Bonnie und Clyde (Arthur Penn, 1967) eine völlig neue Geschichte, einfach und geradlinig, aber auch voller Action und Erotik.

Warning Triangle profitiert also in erster Linie von einem exzellenten Schnitt, durch den Vergangenheit und Gegenwart, Farbe und Schwarzweiß eine neue, spannende Harmonie bilden. Ein Mann liegt schlafend in seinem Bett. Er wirkt sofort ziemlich unruhig. Wovon träumt er? Unmittelbar danach sehen wir einen anderen Mann in einer Bar. Eine stilvolle und elegante Frau ist im Begriff, in ihr Auto zu steigen. Der Mann folgt ihr, bis die Frau durch eine Panne zum Anhalten gezwungen wird. Der Mann und die Frau finden sich im selben Auto wieder. Die Dinge nehmen jedoch plötzlich eine unerwartete Wendung.

Warning Triangle spielt also gekonnt mit einigen einfachen Elementen, die gleichzeitig wahre, nie ganz überholte, aber immer aktuelle und fesselnde Klassiker der Filmgeschichte sind. Das Tempo ist hoch und wird im Laufe des Finales immer frenetischer. Eine feine Erotik wird langsam deutlicher. Eine Erotik, die sich gerade aus dieser einzigartigen, von Widrich inszenierten Dreiecksbeziehung ergibt. Und so bemerkt man in Warning Triangle unweigerlich auch eine subtile Ironie sowie eine aufrichtige Ehrfurcht nicht nur vor den hier gezeigten Filmen, sondern auch vor der ganzen Filmgeschichte. Und wie wir wissen, sind solche Liebeserklärungen für den Regisseur im Laufe der Jahre fast zu einer Praxis geworden. Eine Praxis, die es gleichzeitig schafft, uns jedes Mal zu überraschen, zu amüsieren, zum Träumen zu bringen.

Titel: Warning Triangle
Regie: Virgil Widrich
Land/Jahr: Österreich / 2011
Laufzeit: 6’
Genre: Experimentalfilm, Actionfilm
Buch: Virgil Widrich
Kamera: Virgil Widrich
Produktion: Virgil Widrich Filmproduktion

Info: Die Seite von Warning Triangle auf iMDb; Die Seite von Warning Triangle auf der Webseite von Virgil Widrich