Monat: Juli 2023

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HOW TO DISAPPEAR

Schießereien, aber auch Wartezeiten sind die absoluten Protagonisten in How to disappear. Die totale Abwesenheit von Musik zeigt uns die dargestellten Situationen in ihrer ganzen Brutalität und macht uns zusammen mit den oft auf den Kopf gestellten Einstellungen bewusst, dass jeder Krieg (unabhängig von den Kontexten, in denen er betrachtet wird) etwas völlig Unnatürliches ist. Das Kollektiv Total Refusal hat also wieder einmal ins Schwarze getroffen.

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FLÖSSEREI AUF DER SALZA

Der Regisseur Karl Köfinger hat sich immer als sehr mutig erwiesen, wenn es darum ging, mit neuen Sprachen und neuen Lesarten des Kinos zu experimentieren und sich dabei gleichzeitig der damaligen Zeit anzupassen. Sein Film Flösserei auf der Salza kann daher heute als eines seiner ungewöhnlichsten und mutigsten Werke betrachtet werden, als ein wertvolles Dokument der Vergangenheit und der österreichischen Filmgeschichte.

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FUNNY GAMES U.S.

In Funny Games U.S. hat uns Michael Haneke vor allem gezeigt, dass sich bestimmte Dynamiken auch nach mehreren Jahren nicht verändert haben. Die großbürgerliche Gesellschaft, aber auch die grundlose Gewalt und vor allem die Macht der Inszenierung werden getreu dem, was bereits zehn Jahre zuvor in Funny Games inszeniert worden war, neu inszeniert.

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ROTES WIEN UND DIE WELT DES MR. PIM

Seit den 1920er Jahren wurde in Russland mit neuen Inszenierungsformen experimentiert, die sich durch eine innovative Montagetechnik auszeichneten. Auch der Regisseur Franz Rossak wurde von dieser künstlerischen Revolution beeinflusst, als er Das Notizbuch des Mr. Pim drehte. Der Film war als Propagandafilm für die Sozialdemokratische Partei im Roten Wien konzipiert. Realität und Fiktion, Altes und Neues treffen hier aufeinander, um etwas für die damalige Zeit völlig Neues mit ganz bestimmten Zielen zu schaffen.

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ERWIN UND JULIA

In Erwin und Julia scheint es jedem der Protagonist:innen tatsächlich nie zu gelingen, seine Träume zu verwirklichen. Trotz aller Möglichkeiten, die die Stadt Wien bietet. Erwin, Wolf, aber auch Claudia und Karin leben fast in einer Art Schwebezustand, wohl wissend, was sie werden wollen, aber irgendwie unfähig, ihre Ziele zu erreichen. Und wenn ihre eigenen Ziele in Wirklichkeit nur Illusionen sind?

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FUNNY GAMES

Funny Games (Michael Haneke, 1997) ist nicht einfach ein Angriff auf die großbürgerliche Welt. In Funny Games ist der gesellschaftliche Diskurs zwar präsent, wird aber irgendwie marginalisiert. Es handelt sich vielmehr um ein subtiles metasprachliches Experiment, in dem vor allem eine sorgfältige Überlegung über die Inszenierung von Gewalt und über die Macht des Kinos, die Realität nach Belieben zu gestalten, um beim Zuschauer die unterschiedlichsten Emotionen zu wecken, zum Ausdruck kommen.

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*WOMEN (NICO)

*Women (Nico) beginnt, ausgehend von der Figur der legendären Sängerin, einen Diskurs, der weitaus komplexer und aktueller ist, als es auf den ersten Blick scheinen mag, indem der Film sofort universelle Konnotationen annimmt und gleichzeitig eine Hommage an eine Künstlerin, die im letzten Jahrhundert die Geschichte der Musik (und der Popkultur) geprägt hat, darstellt. Auf dem Festival Sotto le Stelle dell’Austria 2023.