hermann-huber-the-value-of-time-2021-vom-wert-der-zeit-tom-dauer-recensione-review-kritik

HERMANN HUBER – VOM WERT DER ZEIT

      Kommentare deaktiviert für HERMANN HUBER – VOM WERT DER ZEIT

This post is also available in: Italiano (Italienisch) English (Englisch)

von Tom Dauer

Note: 6.5

Hermann Huber – Vom Wert der Zeit ist also eine spannende und zuweilen auch bewegende Reise zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Eine Reise in eine Welt, die jeder kennt, aber nur wenige selbst erlebt haben. Tom Dauer seinerseits hat sich für eine überwiegend klassische Inszenierung entschieden. Eine Inszenierung, in der die Worte des Protagonisten eine zentrale Rolle spielen und uns durch die gesamte Vorführung begleiten.

Ein Leben für seine Berge

Der berühmte Bergsteiger (und Pionier des modernen Alpinismus) Hermann Huber (1930 – 2022) hat seine Begeisterung und Leidenschaft für seine Berge nie verloren. Auch nicht, als er über neunzig Jahre alt war. Und als man seine Erzählungen zuhörte, war man wie hypnotisiert von diesem lebhaften Herrn, der immer zu einem Lächeln und einem Scherz bereit war. Das weiß auch Regisseur Tom Dauer, der Hermann Huber den Kurzdokumentarfilm Hermann Huber – Vom Wert der Zeit gewidmet hat, der 2021, also kurz vor seinem Tod, als Koproduktion zwischen Deutschland, Österreich und Italien entstanden ist.

Zahlreiche historische Fotografien bereichern die Erzählungen des Protagonisten. Seine Geschichte begann vor vielen, vielen Jahren und war trotz Hubers heiterer und spielerischer Art oft sehr kompliziert, vor allem im Hinblick auf die extremen Bedingungen der Armut, unter denen er als Kind aufgrund des Zweiten Weltkriegs lebte.

Die Kamera – gekonnt geführt von Kameramann Jakob Schweighofer, der selbst Bergsteiger ist – zeigt uns zu Beginn des Dokumentarfilms eine Reihe von Werkzeugen und Geräten, die heute beim Bergsteigen üblich sind. Als Hermann Huber mit dem Bergsteigen begann, gab es solche Werkzeuge jedoch noch gar nicht, und er selbst war es, der als erster die geeigneten Mittel zur sicheren Ausübung des Sports konzipierte.

Hermann Huber – Vom Wert der Zeit ist also eine spannende und zuweilen auch bewegende Reise zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Eine Reise in eine Welt, die jeder kennt, aber nur wenige selbst erlebt haben. Tom Dauer seinerseits hat sich für eine überwiegend klassische Inszenierung entschieden. Eine Inszenierung, in der die Worte des Protagonisten eine zentrale Rolle spielen und uns durch die gesamte Vorführung begleiten.

Fotografien von Hermann Huber als Kind mit seiner Familie, von seinem Vater und seiner Mutter. Bilder von der Fabrik, in der er als junger Mann zu arbeiten begann. Bergsteigerwerkzeuge und alte Filmausschnitte, die uns Huber beim Bergsteigen oder sogar als Gast in Fernsehsendungen zeigen. Und dann natürlich imposante Berge, die uns ein angenehmes Gefühl von Freiheit vermitteln und uns auf der Leinwand in ihrer grandiosen Schönheit beeindrucken.

Hermann Huber – Vom Wert der Zeit gelingt es in etwas mehr als zwanzig Minuten, uns seinen außergewöhnlichen Protagonisten aus nächster Nähe vorzustellen und das Wesen seiner großen Leidenschaft voll zu vermitteln. Und auch wenn es manchmal etwas rhetorisch wirkt (vor allem durch eine manchmal etwas zu aufdringliche und omnipräsente Musik, die dem Ganzen fast schon den Charakter eines TV-Spots verleiht), gelingt es dieser kleinen und aufrichtigen Dokumentation von Tom Dauer, ihre Absichten zu erfüllen und erweist sich als liebevolle, ehrfürchtige und herzliche Hommage an einen der wichtigsten Pioniere des modernen Alpinismus.

Titel: Hermann Huber – Vom Wert der Zeit
Regie: Tom Dauer
Land/Jahr: Österreich / 2021
Laufzeit: 25’
Genre: Dokumentarfilm
Buch: Tom Dauer
Kamera: Johannes Hoffmann, Simon Platzer, Jakob Schweighofer
Produktion: Whiteroom Productions

Info: Die Seite von Hermann Huber – Vom Wert der Zeit auf iMDb; Die Seite von Hermann Huber – Vom Wert der Zeit auf der Webseite vom Trento Film Festival; Die Seite von Hermann Huber – Vom Wert der Zeit auf der Webseite der Whiteroom Productions