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I’M OK

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von Elisabeth Hobbs

Note: 7

Inspiriert von den Gemälden Oskar Kokoschkas, besteht I’m Ok aus vielen Pinselstrichen, vor allem in Ocker-, Rot- und Schwarztönen, und zweidimensionalen Zeichnungen mit deutlich expressionistischem Charakter. Die Kunst und der Stil des Künstlers sind also die absoluten Protagonisten, doch gleichzeitig vermeidet Elisabeth Hobbs gekonnt jede Rhetorik und gibt ihrem Kurzfilm eine eigene, ausgeprägte Persönlichkeit. Auf dem Festival Sotto le Stelle dell’Austria 2023.

Die Vergangenheit kehrt wieder

Die große Liebe des berühmten österreichischen Malers Oskar Kokoschka (1886 – 1980) war zweifelsohne Alma Mahler, die Witwe des Komponisten Gustav Mahler. Ihre Liebesbeziehung war jedoch notorisch turbulent und hat in gewisser Weise das Leben der beiden für immer geprägt. Besonders interessant auch im Hinblick auf eine mögliche Verfilmung, hat ihre Beziehung doch mehrere Filmemacher:innen inspiriert. Man denke nur an den Spielfilm Alma & Oskar unter der Regie von Dieter Berner, um nur ein Beispiel zu nennen. Oder auch an den animierten Kurzfilm I’m Ok der britischen Regisseurin Elisabeth Hobbs, der gemeinsam mit Berners Spielfilm das Festival Sotto le Stelle dell’Austria 2023 eröffnen wird und bereits beim Tricky Women/Tricky Realities Film Festival in Wien präsentiert wurde.

Nach dem Ende seiner Beziehung zu Alma Mahler beschloss Oskar Kokoschka während des Ersten Weltkriegs, sich zu verpflichten. Leider wurde er an der Front am Kopf verwundet. Während des Transports ins Lazarett kamen ihm die wichtigsten Momente seines Lebens (und insbesondere seine Beziehung zu Alma Mahler) in Form von Halluzinationen wieder in den Sinn.

In I’m Ok, konzentriert sich Elisabeth Hobbs daher auf diesen besonderen Moment in Kokoschkas Leben. Die Ärzte versuchen verzweifelt, das Leben des Künstlers zu retten. Der Tod scheint ständig auf der Lauer zu liegen. Doch in der Zwischenzeit macht das schöne Gesicht von Alma Mahler Oskars Träume besonders bunt, lebendig und von einer starken, sehr starken Leidenschaft geprägt. Und genau diese Leidenschaft hat die Regisseurin in den Mittelpunkt gestellt: Durch einen Wirbelwind mutierender Bilder, die ineinander übergehen und sich vermischen und uns wie viele Teile eines Puzzles die Essenz einer entscheidenden Periode in Kokoschkas Leben näher bringen, hat sie dieses herzzerreißende Gefühl, das einen Großteil von Oskars Leben beeinflusst hat, vollständig wiedergegeben.

Inspiriert von den Gemälden des Künstlers, besteht I’m Ok aus vielen Pinselstrichen in Ocker-, Rot- und Schwarztönen sowie aus zweidimensionalen Zeichnungen mit deutlich expressionistischem Charakter. Die Kunst und der Stil von Oskar Kokoschka sind also die absoluten Protagonisten, doch gleichzeitig hat Elisabeth Hobbs geschickt jede Rhetorik vermieden und ihrem interessanten I’m Ok eine eigene, ausgeprägte Persönlichkeit verliehen, auch dank eines guten Inszenierungsrhythmus und der Musik von Christoph Willibald von Gluck.

I’m Ok und Alma & Oskar sind also zwei stilistisch sehr unterschiedliche Werke, die sich jedoch dank der unterschiedlichen Perspektiven (Kokoschkas in ersterem, Alma Mahlers in letzterem) gegenseitig bereichern und die uns gemeinsam einen tieferen Einblick in das Genie eines der bedeutendsten österreichischen (und weltweiten) Künstler des letzten Jahrhunderts geben. Die Liebesbeziehung zu Alma Mahler hat zweifellos ihre Spuren hinterlassen. Das Kino weiß das, und dieses wichtige Kapitel der Geschichte konnte nicht unbemerkt bleiben.

Titel: I’m Ok
Regie: Elisabeth Hobbs
Land/Jahr: Österreich, Vereinigtes Königreich, Kanada / 2018
Laufzeit: 6’
Genre: Animationsfilm, Filmbiografie
Buch: Elisabeth Hobbs
Kamera: Elisabeth Hobbs
Produktion: Elisabeth Hobbs

Info: Die Seite von I’m Ok auf iMDb