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EINE FAHRT MIT DER BERNINA-BAHN

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Note: 7

Eine Fahrt mit der Bernina-Bahn ist ein außergewöhnliches Werk, das in etwas weniger als vier Minuten eine ziemlich umfassende Vorstellung von einer kleinen Realität in den Alpen vermittelt. Ein wertvolles historisches und künstlerisches Dokument, das zu den ältesten Eisenbahnfilmen aus den Ursprüngen des (österreichischen und weltweiten) Kinos gehört.

Eine spannende Fahrt durch die Alpen

Von St. Moritz in der Schweiz über den Kanton Graubünden bis zur kleinen Stadt Tirano in der Lombardei. Im Jahr 1908 wurde eine spezielle Eisenbahnlinie gebaut, um die beiden Orte zu verbinden und eine spannende und eindrucksvolle Reise durch die Alpen zu ermöglichen. Zweifellos ein einzigartiges Erlebnis für Touristen aus der ganzen Welt. Konnte das Kino angesichts eines so außergewöhnlichen Ereignisses „gleichgültig“ bleiben? Ganz und gar nicht. Und so entstand 1914 Eine Fahrt mit der Bernina-Bahn, produziert von Sascha-Film, einer der ersten österreichischen Produktionsfirmen, die sich auf kleine touristische Dokumentarfilme spezialisiert hatte.

Eine Fahrt mit der Bernina-Bahn zeigt uns also fast vollständig die Fahrt einer Lokomotive durch die Alpen, bis zur Ankunft am Zielort. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war es nicht unüblich, dass die Kamera auf einem fahrenden Verkehrsmittel platziert wurde. Im Gegenteil: Bereits Ende des 19. Jahrhunderts platzierte ein Kameramann der Gebrüder Lumière seine Kamera erstmals an Bord eines venezianischen Vaporetto, um stimmungsvolle Panoramaaufnahmen der Stadt zu drehen.

Und wenn man bedenkt, dass die Aufnahmen, vor allem zu jener Zeit, fast ausschließlich mit einer feststehenden Kamera gedreht wurden, erkennt man, dass dies ein außergewöhnliches Ereignis war. Mit der Zeit wurde dies jedoch üblich. Und als Eine Fahrt mit der Berlina-Bahn gedreht wurde, war diese Praxis zur Regel geworden.

Am interessantesten an diesem Dokumentarfilm ist jedoch die besondere Aufmerksamkeit, die dem Eisenbahnnetz selbst gewidmet wird. Um diese neue, wertvolle Realität bestmöglich zu präsentieren, gibt es neben den zahlreichen Aufnahmen, die den Landschaften, die wir durchqueren, gewidmet sind, häufige – oder sogar ständige – Momente, in denen wir Teile der Lokomotive, die auf einer Seite der Leinwand zu sehen sind, zusammen mit Zugführern und Eisenbahnern bei ihren üblichen Tätigkeiten sehen.

Und wenn man bedenkt, dass in den meisten touristischen Dokumentarfilmen dieser Jahre nur die besuchten Landschaften, Städte und kleinen Dörfer die absoluten Protagonisten waren, dann wirkt Eine Fahrt mit der Bernina-Bahn sofort wie ein ganz außergewöhnliches Werk, das es schafft, in knapp vier Minuten eine ziemlich umfassende Vorstellung von dieser kleinen Realität in den Alpen zu vermitteln. So wie es nur drei Jahre zuvor bei Österreichische Alpenbahnen – Eine Fahrt nach Mariazell der Fall war.

All dies macht den Film zu einem wertvollen historischen und künstlerischen Dokument, das zu den ältesten Eisenbahnfilmen aus den Ursprüngen des (österreichischen und weltweiten) Kinos gehört. In den folgenden Jahrzehnten sollten noch zahlreiche touristische Kurzdokumentationen entstehen. Doch immer, wenn wir ein Werk aus den Ursprüngen des Kinos anschauen, ist die Spannung besonders stark.

Titel: Eine Fahrt mit der Bernina-Bahn
Regie: Verschiedene Autoren
Land/Jahr: Österreich / 1914
Laufzeit: 4’
Genre: Dokumentarfilm
Buch: Verschiedene Autoren
Kamera: Verschiedene Autoren
Produktion: Sascha-Film

Info: Die Seite von Eine Fahrt mit der Bernina-Bahn auf der Webseite der Viennale; Die Webseite des Filmarchiv Austria