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RUBIKON

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von Leni Lauritsch

Note: 7

Rubikon ist kein Film, in dem alles um Spezialeffekte oder besondere Actionszenen dreht. Was Leni Lauritsch geschaffen hat, ist eher ein gutes und oft adrenalingeladenes Kammerspiel, in dem auch wichtige moralische Fragen aufgeworfen werden. Inwiefern sind wir für die Gesundheit unseres Planeten verantwortlich? Wie wichtig ist es, über den Schutz des Gemeinwohls nachzudenken? Und vor allem: Was wird aus unseren Kindern?

Die Zukunft der Menschen

Ein ganz wichtiger Film, was die österreichische Filmszene betrifft, Rubikon. Ja, denn dieses bedeutende Spielfilmdebüt der jungen Regisseurin und Drehbuchautorin Leni Lauritsch ist der erste echte Science-Fiction-Film aus Österreich, der komplett im Weltraum spielt. Oder, noch besser, in einem Raumschiff (dem Rubikon-Raumschiff, um genau zu sein), an dessen Bord sich eine kleine Gruppe von Wissenschaftlern an eine neue Realität (und an ein neues Ökosystem) anpassen muss, da ein Leben auf der Erde aufgrund der zahlreichen vom Menschen verursachten klimatischen Schäden nicht mehr möglich ist.

Die Soldatin Hannah (gespielt von Julia Franz Richter) wird daher auf unbestimmte Zeit mit dem Chemiker Gavin (George Blagden) und dem russischen Wissenschaftler Dimitri (Mark Ivanir), der schon seit langem an Bord ist und bereits ein eigenes autonomes Ökosystem geschaffen hat, zusammenleben müssen. In der Zwischenzeit sind seine Gedanken immer bei denen, die auf der Erde zurückgeblieben sind, insbesondere bei seiner Schwester, mit der er anfangs kurze Videotelefonate führen kann. Welches Schicksal wartet auf unsere drei Protagonisten? Wie werden sie überleben, wenn sie allein bleiben?

Rubikon ist kein Film, in dem alles nur um Spezialeffekte oder besondere Actionszenen dreht. Was Leni Lauritsch geschaffen hat, ist eher ein gutes und oft adrenalingeladenes Kammerspiel, in dem auch wichtige moralische Fragen aufgeworfen werden. Inwiefern sind wir für die Gesundheit unseres Planeten verantwortlich? Wie wichtig ist es, über den Schutz des Gemeinwohls nachzudenken? Und vor allem: Was wird aus unseren Kindern? Welche Zukunft werden wir ihnen bieten können (falls es überhaupt eine Zukunft geben wird)?

Leni Lauritsch hält nichts für selbstverständlich und schafft mit der Geschichte ihrer magnetischen Protagonistin eine Allegorie der Menschheit in einer dystopischen Zukunft. Rubikon spielt sich komplett an Bord des bereits erwähnten Raumschiffs ab (das in einer Wiener Panzerfabrik gebaut wurde). Die Regisseurin verwaltet geschickt die Räume, ohne sich zu scheuen, sich Zeit zu nehmen, bevor sie sich jedes Mal eine neue erzählerische Wendung einfallen lässt. Die Spannung ist da, obwohl die Actionszenen nicht der eigentliche Schwerpunkt des Films sind.

Leni Lauritsch, die schon immer ein Fan der Star-Trek-Sagawar, hat sich stark an dem orientiert, was in der Vergangenheit gemacht wurde, und gleichzeitig etwas Intimes und Persönliches geschaffen, das sich vor allem durch seine eigene, ausgeprägte Persönlichkeit auszeichnet und sich nicht von den großen Science-Fiction-Filmen der Filmgeschichte einschüchtern lässt. Rubikongeht nämlich seinen eigenen Weg, setzt nicht ganz auf das Spektakuläre, sondern konzentriert sich ganz im Gegenteil auf seine wenigen Protagonisten und offenbart vor allem – trotz einiger manchmal schwacher und vorhersehbarer erzählerischer Wendungen – eine große inszenatorische Reife von Leni Lauritsch sowie die Fähigkeit, sich an ein nicht immer hohes Budget anzupassen. Als erster klassischer Science-Fiction-Film, der in Österreich gedreht wurde, ist Rubikon also ein sehr gutes Werk. Und wer weiß, welche schönen Überraschungen uns die Regisseurin in Zukunft noch bereiten wird.

Titel: Rubikon
Regie: Leni Lauritsch
Land/Jahr: Österreich / 2022
Laufzeit: 110’
Genere: Drama, Science-Fiction-Film
Cast: Julia Franz Richter, George Blagden, Mark Ivanir, Nicholas Monu, Daniela Kong, Konstantin Frolov, Hannah Rang, Ljubisa Gruicic, Jonas Gerzabek
Buch: Leni Lauritsch, Jessica Lind, Elisabeth Schmied
Kamera: Xiaosu Han, Andreas Thalhammer
Produktion: Samsara Filmproduktion, Graf Film, Carinthia Film Commission

Info: Die Seite von Rubikon auf iMDb; Die Seite von Rubikon auf der Webseite der Austrian Film Commission; Die Seite von Rubikon auf der Webseite des Österreichischen Filminstituts