the-fairy-doll-1936-die-puppenfee-emo-recensione

DIE PUPPENFEE

      Keine Kommentare zu DIE PUPPENFEE

This post is also available in: Italiano (Italienisch) English (Englisch)

von E. W. Emo

Note: 5.5

Zweifellos ist die Geschichte, die E. W. Emo in Die Puppenfee inszeniert hat, nicht besonders originell. Man könnte sogar behaupten, dass der Spielfilm heute eine besondere historische Bedeutung erlangt hat, weil er einer der Filme ist, in denen Romy Schneiders Eltern in ihrer Jugend mitgewirkt haben. Doch trotz allem muss man eine gewisse Anmut und Eleganz in der Inszenierung der zarten Liebesgeschichte zwischen den beiden jungen ProtagonistInnen anerkennen.

Liebe und Musik

Ein Mädchen aus einer adligen Familie verliebt sich in einen Jungen in finanziellen Schwierigkeiten. Wie oft haben wir eine solche Geschichte schon im Kino angeschaut? Aufgrund unterschiedlicher sozialer Hintergründe komplizierte Liebesgeschichten funktionieren auf der Leinwand (fast) immer, erst recht, wenn es sich um die glorreichen Wiener Filme handelt, die von den 1930er bis etwa in die 1960er Jahre in Österreich in großer Zahl produziert wurden. Einer dieser Filme ist zum Beispiel Die Puppenfee, der 1936 unter der Regie von E. W. Emo entstand und in dem die beiden sehr jungen Magda Schneider und Wolf Albach-Retty, zwei wahre österreichische Filmstars jener Zeit, die nur zwei Jahre später Eltern der unvergesslichen Romy Schneider werden sollten, die Hauptrollen spielen.

Dieses junge Paar ist also auch auf der Leinwand verliebt. Die junge Felizitas (Schneider) ist die Nichte einer reichen Gräfin (Adele Sandrock), die davon träumt, dass sie mit einem Mann von gleichem sozialen Rang verheiratet wird. Felizitas ist jedoch in Alexander (Albach-Retty) verliebt, der mit seinem Bruder Anton (Paul Hörbiger) zusammenlebt, einem mittellosen, verschuldeten Erfinder, der immer hofft, dass eine seiner Erfindungen eines Tages Erfolg haben wird. Während einer Silvesterparty, zunächst in der Wiener Staatsoper (wo Josef Bayers berühmtes Ballett Die Puppenfee spielt), dann im Hotel Sacher, kommt es zu einer Reihe von amüsanten Missverständnissen, die das Paar für immer zu trennen drohen. Wie wird das enden?

Zweifellos ist die Geschichte, die E. W. Emo in Die Puppenfee inszeniert hat, nicht besonders originell. Man könnte sogar behaupten, dass der Spielfilm heute eine besondere historische Bedeutung erlangt, gerade weil er zu den Filmen gehört, in denen Schneiders Eltern als Jugendliche mitgewirkt haben. Doch trotz allem muss man eine gewisse Anmut und Eleganz in der Inszenierung der zarten Liebesgeschichte zwischen den beiden jungen ProtagonistInnen anerkennen.

Ganz in der Tradition des Wiener Films sind es vor allem die eleganten Locations und prächtigen Kostüme (vor allem in den Szenen, die bei Felizitas zu Hause, im Theater oder im Hotel Sacher gedreht wurden), die in Die Puppenfee die Hauptrolle spielen. Auch die Choreographie von Joseph Haßreiter und die Musik von Josef Bayer während der Theateraufführung – sowie die Marschkapelle, die ohne besonderen Grund vor Felizitas Haus spielt – machen das Ganze noch stimmiger und spektakulärer, fast aber so, als wäre es ein notwendiger Füller innerhalb einer Geschichte, die sich nicht durch besondere erzählerische Wendungen oder relevante Nebenhandlungen auszeichnet.

Ja, denn auch die Geschichte von Alexanders Bruder Anton, der mit seinen bizarren Erfindungen und seiner gequälten Liebesbeziehung zu der charmanten Tänzerin Fanny (Lizzi Holzschuh) zur Komik und Leichtigkeit dieser lustigen Die Puppenfeebeiträgt, wirkt sich nicht sonderlich auf das Endergebnis des Films aus, abgesehen natürlich von der exzellenten Leistung des großartigen Paul Hörbiger, immer ein Mehrwert für jeden Spielfilm dieser Zeit. Aber das ist natürlich eine andere Geschichte.

Titel: Die Puppenfee
Regie: E. W. Emo
Land/Jahr: Österreich/ 1936
Laufzeit: 85’
Genre: Filmkomödie, Liebesfilm, Musikfilm
Cast: Magda Schneider, Wolf Albach-Retty, Paul Hörbiger, Adele Sandrock, Dagny Servaes, Lizzi Holzschuh, Fritz Imhoff, Hilde Krahl, Olly Gebauer, Ferdinand Mayerhofer, Rudolf Carl, Kurt von Lessen, Franz Schafheitlin, Toni Birkmayer
Buch: Ralph Benatzky, W. Jürgens, Leon Laroche, Carl Lorens, Hanns Saßmann, H. von Körber
Kamera: Eduard Hoesch, Hans Theyer
Produktion: Hade-Film

Info: Die Seite von Die Puppenfee auf iMDb