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DIE WELTMASCHINE

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von Peter Patzak

Note: 7

Die Weltmaschine ist eine wahre Hymne an das Leben, an die Freiheit und an die Kunst in all ihren Formen. Erni Mangold erwies sich als die perfekte Hauptdarstellerin, man könnte sogar glauben, dass die Titelrolle genau für sie geschrieben wurde. Einer der ersten Filme, in denen Christoph Waltz mitgewirkt hat.

Neues Leben, neue Perspektiven

Wenn von einem Film wie Die Weltmaschine von Peter Patzak aus dem Jahr 1981 die Rede ist, denkt man meist an eine der ersten Rollen, die der heute berühmte Christoph Waltz spielte. In Wirklichkeit spielt der Schauspieler nur eine kleine Rolle im Film, während der großartigen Erni Mangold viel Raum gewidmet wird. Erni Mangold ist die energische und leidenschaftliche Protagonistin dieses kleinen Fernsehfilms, der seinerseits durch einen willkommenen Fantasy-Touch und ein persönliches Drama, die vom vielfältigen Talent von Peter Patzak meisterhaft auf der Leinwand dargestellt werden, gekennzeichnet ist.

Erni Mangold spielt also Annaliese, die Witwe eines Malers, die sich jahrelang nur die Hintergründe für die Werke ihres Mannes gemalt hat. Entschlossen, ins Dorf, in dem sie aufgewachsen ist, zurückzukehren, entdeckt sie, dass ein auf mysteriöse Weise verschwundener Erfinder dort eine bizarre „Weltmaschine“ gebaut hat, die nicht mehr zu funktionieren scheint, sondern nur durch Annalieses Anwesenheit aktiviert wird. Die Frau entdeckt, dass der Geist des Erfinders in der Maschine lebt, und da die Maschine bald verkauft und zerstört werden könnte, wird sie alles tun, um Geld zu beschaffen, um den Verkauf zu verhindern.

Die Weltmaschine ist eine wahre Hymne an das Leben, an die Freiheit und an die Kunst in all ihren Formen. Annaliese weigert sich nach dem Tod ihres Mannes, zu ihrer Tochter zu ziehen, und beschließt, dorthin zurückzukehren, „wo sie einst glücklich war“. Ein neuer, unerwarteter Auftrag führt sie auf eine lange Reise und zur Entdeckung eines Talents, das sie bisher ignoriert hatte. Während ihre Familie denkt, dass das Leben ihr nun nichts mehr zu bieten hat, rebelliert Annaliese, wählt einen neuen Weg, entdeckt sich selbst unglaublich jung und lernt dabei endlich ihr wahres Wesen kennen.

Erni Mangold erwies sich als die perfekte Hauptdarstellerin, man könnte sogar glauben, dass die Rolle der Protagonistin für sie geschrieben wurde. Peter Patzak seinerseits hat seine Rolle hervorgehoben und ihr eine besondere magische Aura verliehen. Die Weltmaschine ist in der Tat ein scheinbar einfacher Film, der sich in Wirklichkeit auf mehreren Ebenen entwickelt. Auf der einen Seite haben wir den einfachen Alltag der Protagonistin, auf der anderen Seite eine neue, geheimnisvolle Dimension, in der der Erfinder der Maschine nun lebt. Und während die Steiermark zunächst der einzige Ort zu sein scheint, an dem Annaliese zu leben bestimmt ist, entpuppen sich die Vereinigten Staaten als eine Welt, in der alles möglich ist, in der Träume endlich wahr werden können, in der junge Maler (unser Christoph Waltz) immer wieder exzellente Ratschläge zu geben wissen und in der mitreißende Musik aus den Achtzigern dazu beiträgt, dass wir dieses wunderbare Gefühl der Freiheit voll genießen können.

Vielseitig, talentiert, perfekt in der Lage, sich mit jedem Filmgenre zu befassen und sogar interessante experimentelle Werke zu drehen – Peter Patzak hat uns ein kleines Juwel des Neuen Österreichischen Films geschenkt. Ein leichter und introspektiver Film, der nicht unter dem Fernsehcharakter leidet, der sich stark an zahlreichen Genres und Strömungen orientiert, aber vor allem durch seine eigene, ausgeprägte Persönlichkeit besticht.

Titel: Die Weltmaschine
Regie: Peter Patzak
Land/Jahr: Österreich / 1981
Laufzeit: 95’
Genre: Drama
Cast: Erni Mangold, Ludwig Thiesen, Maria Bill, Carlo Böhm, Nelli Flo, Eduard Eibl, Rene Felden, Rainer Finke, Franz Gsellmann, Heinz Hartwig, Josefine Hawelka, Marcel Hillinger, Karl Höfler, Christoph Waltz, Harald Hirnberger, Christine Jirku, Hans Kraemmer, Marie Therese Kranzler, Peter Neubauer, Georg Tichy, Gerhard Swoboda, Manfred Schmid, Martin Suppan, Peter Patzak
Buch: Christine Nöstlinger
Kamera: Heinz Hölscher
Produktion: Fernsehfilmproduktion Dr. Heinz Schneiderbauer

Info: Die Seite von Die Weltmaschine auf iMDb; Die Seite von Die Weltmaschine auf der Webseite des Filmarchiv Austria