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PETERCHENS MONDFAHRT

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von Ali Samadi Ahadi

Note: 6

Peterchens Mondfahrt ist alles in allem ein unterhaltsamer, farbenfroher und manchmal auch adrenalingeladener Spielfilm für die ganze Familie. Ein international ausgerichteter Film, der allerdings sowohl vom Drehbuch als auch von der Umsetzung der CGI-Zeichnungen her stark unter dem Vergleich mit anderen Animationsfilmen, die inzwischen überall auf der Welt entstanden sind, leidet. Auf der Diagonale’22.

Auf der Suche nach dem verlorenen Arm

Das Märchen Peterchens Mondfahrt, das 1912 von Gerdt von Bassewitz geschrieben wurde und auf dem gleichnamigen Theaterstück basiert, ist zu einem solchen Klassiker geworden, dass es zahlreiche Verfilmungen inspiriert hat, sowohl Live-Action- als auch Animationsfilme. Es ist daher nicht verwunderlich, dass diese Geschichte im Laufe der Jahre immer wieder an die für die jeweilige Epoche typischen filmischen Ansätze angepasst wurde und jedes Mal eine andere Konnotation erhielt. Bei Peterchens Mondfahrt, der Version von Regisseur Ali Samadi Ahadi aus dem Jahr 2021, die auf der Diagonale’22 in der Reihe Kinderkino gezeigt wurde, ist es beispielsweise interessant zu sehen, wie sich die Geschichte an die Vorbilder des amerikanischen Animationsfilms anpasst und bestimmte visuelle Effekte gegenüber der Entwicklung des Drehbuchs selbst bevorzugt. Aber gehen wir Schritt für Schritt vor.

Peter ist zwölf Jahre alt und ist vor kurzem mit seiner Mutter und seiner kleinen Schwester Anna umgezogen. Wenn er erwachsen ist, möchte er Astronaut werden, genau wie sein Vater, der kürzlich gestorben ist. Eines Tages beginnt Anna, ihm von ihren Begegnungen mit einem bizarren sprechenden Maikäfer zu erzählen, der sie um Hilfe gebeten hat, um seinen Arm und seine Braut wiederzufinden, die beide auf dem Mond sind, nachdem sie von einem bösen Wesen entführt wurden. Peter ist zunächst ungläubig, aber schließlich beginnt für ihn und seine Schwester eine außergewöhnliche Reise.

Peterchens Mondfahrt ist ein unterhaltsamer, farbenfroher und manchmal auch adrenalingeladener Film für die ganze Familie. Ein international ausgerichteter Film, der jedoch sowohl vom Drehbuch als auch von den CGI-Zeichnungen her nicht an die oben genannten amerikanischen Vorbilder heranreicht und sich als ein zweifellos unterhaltsamer, aber leider auch leicht zu vergessender Film einordnen lässt. Die Geschichte der beiden Gebrüder ist spannend, aber nicht genug, amüsant, aber nicht genug.

Auf ihrer Reise treffen die beiden jungen Protagonisten auf eine Reihe von seltsamen Figuren. Neben dem bereits erwähnten Käfer bereichern der Sandmann, Frau Holle, die Nachtfee und viele liebenswerte kleine Seleniten den Spielfilm von Ali Samadi Ahadi. Wir sind uns einig: Peterchens Mondfahrt leidet sehr unter dem Vergleich mit anderen Animationsfilmen, die inzwischen überall auf der Welt entstanden sind. Der Wunsch, bekannteren Produktionsfirmen nachzueifern, hat wahrscheinlich dazu geführt, dass der Schwerpunkt der Geschichte selbst verloren gegangen ist. Wenn der Film also bald in Vergessenheit geraten wird, ist das nicht verwunderlich. Und doch kann dieser etwa anderthalb Stunden dauernde, angenehme kleine Film leicht jüngeren Zuschauern gefallen, während er gleichzeitig eine wichtige Botschaft über die Bedeutung von Freundschaft und Umweltschutz vermittelt. Dies ist jedoch keine Kleinigkeit.

Titel: Peterchens Mondfahrt
Regie: Ali Samadi Ahadi
Land/Jahr: Österreich, Deutschland / 2021
Laufzeit: 85’
Genre: Animationsfilm, Family
Cast: Dirk Petrick, Peter Simonischek, Roxana Samadi, Raphael van Bargen, Tom Vogt, Gerti Drassl, Caroline Schreiber, Margarete Tiesel
Buch: Ali Samadi Ahadi, Arne Nolting
Kamera: Mathias Neumann, Ergun Cankaya
Produktion: Coop99 Filmproduktion, Little Dream Entertainment, brave new work

Info: Die Seite von Peterchens Mondfahrt auf der Webseite der Diagonale; Die Seite von Peterchens Mondfahrt auf iMDb