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PARADIES! PARADIES!

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von Kurdwin Ayub

Note: 7.5

In Paradies! Paradies! werden zwei Kulturen durch ihre Farben, ihre Klänge, ihre Straßen verglichen. Verschiedene Sprachen werden sofort zu einer universellen Sprache, werden sofort zu Kino. Auf der Diagonale’22.

Eine neue Welt

Die junge Regisseurin Kurdwin Ayub erregte mit ihren ersten Kurzfilmen sofort die Aufmerksamkeit von Publikum und Kritikern. Ihr junger und innovativer Regieansatz, bei dem sich aufrichtiger Realismus mit Pop-Elementen und der Sprache der sozialen Medien verbindet, offenbarte sofort ein außergewöhnliches Talent und eine große Sensibilität bei der Inszenierung von Geschichten über Jugendliche, die auch von einem starken autobiografischen Charakter durchdrungen sind. Das Gleiche gilt für seinen ersten Dokumentarfilm Paradies! Paradies! , der 2016 entstanden ist und auf der Diagonale’22 in der Reihe In Referenz erneut dem Publikum präsentiert worden ist.

In Paradies! Paradies! werden wir endlich Teil der Welt von Kurdwin Ayub und lernen ihre Geschichte, ihre Familie und ihre Traditionen hautnah kennen. Die 1990 im Irak geborene Regisseurin zog ein Jahr später mit ihrer Familie nach Wien. Einige Jahre später, im Jahr 2016, begleitete sie ihren Vater Omar auf einer Reise in ihr Heimatland. So entstand also Paradies! Paradies! . Ein intimes und sensibles Porträt zweier unterschiedlicher Kulturen und eine zarte Generationengeschichte, in der es auch an schwierigen Momenten nicht fehlt.

Das Leben in Wien. Scherze mit Familienmitgliedern. Einkaufen gehen. Aber auch die Wahl der richtigen Kleidung für die Reise, um alle Tätowierungen zu verdecken. Der Vater der Regisseurin ist begeistert von der Rückkehr in seine Heimatstadt, wo er sich sogar eine Wohnung suchen möchte. Kurdwin hingegen hat anfangs Schwierigkeiten, sich an die neue Umgebung anzupassen, einige der Gewohnheiten ihrer Verwandten zu verstehen und sich vorzustellen, für immer dort zu leben.

Ironie, Mut, aber auch ein wenig Angst prägen also dieses kleine und feine Paradies! Paradies! , wo zwei Kulturen durch ihre Farben, ihre Klänge, ihre Straßen verglichen werden. Verschiedene Sprachen werden sofort zu einer universellen Sprache, werden sofort zu Kino. Durch die Augen von Kurdwin Ayub entdecken wir zum ersten Mal eine ganz neue Welt. Durch die Worte und Gesten seines Vaters Omar können wir deren Wesen begreifen.

In diesem ersten Dokumentarfilm der Regisseurin erkennt man sofort ihre unverwechselbare Handschrift. Wie in ihren Kurzfilmen fängt die Kamera jedes Detail, jeden Ausdruck der Protagonisten, jede Facette der uns präsentierten Welt ein. Paradies! Paradies! ist ein äußerst wichtiger Film in der Filmografie von Kurdwin Ayub. Ein Film, der das Debüt der Regisseurin in der Welt der Langfilme darstellt, und ein Film, der uns die Geschichte der Regisseurin aus nächster Nähe zeigt und zu Recht als ihr intimstes und persönlichstes Werk gilt. Die Geschichte von zwei Welten und zwei Kulturen, die auf der Leinwand lebendiger denn je sind.

Titel: Paradies! Paradies!
Regie: Kurdwin Ayub
Land/Jahr: Österreich / 2016
Laufzeit: 78’
Genre: Dokumentarfilm
Buch: Kurdwin Ayub
Kamera: Kurdwin Ayub
Produktion: Takacs Filmproduktion

Info: Die Seite von Paradies! Paradies! auf der Webseite der Diagonale; Die Seite von Paradies! Paradies! auf iMDb; Die Seite von Paradies! Paradies! auf der Webseite von Kurdwin Ayub