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BOOMERANG

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von Kurdwin Ayub

Note: 7.5

In Boomerang finden wir alle Konstanten der Filmografie von Kurdwin Ayub. Auch hier erkennt man einen bewussten und sehr reifen Ansatz in einer jungen Geschichte über junge Menschen. Eine leichte und zugleich tiefgründige Geschichte. Eine sehr persönliche Geschichte, die durch den innovativen Blick der Regisseurin sofort universelle Konnotationen annimmt. Auf der Diagonale’22.

Junge Erwachsene

Dana (gespielt von Law Wallner, der auch im jüngsten Film Sonne zu sehen ist) ist ein Mädchen, dessen Eltern sich kürzlich getrennt haben. Ihre Mutter ist in eine neue Wohnung gezogen und hat zur Einweihung eine kleine Party mit ihren Kindern und Kollegen organisiert. Ihr Vater wartet im Auto vor der Wohnung seiner Ex-Frau und würde gerne an der Party teilnehmen. Es ist Danas Aufgabe, ihn zu beruhigen und ihn davon abzuhalten, die Party ihrer Mutter zu stören. Die Qualen einer Teenagerin, die die Trennung ihrer Eltern verkraften und gleichzeitig versuchen muss, sie zu beschützen, hat Regisseurin Kurdwin Ayub in ihrem Kurzfilm Boomerang inszeniert, der 2018 entstanden ist und auf der Diagonale’22 in der Reihe In Referenz wieder zu sehen war.

Boomerang ist eine bunte und pulsierende Teenager-Geschichte. Eine Geschichte, die uns eine kleine Realität zeigt, die nicht nur die junge Protagonistin betrifft, sondern auch viele andere Teenager, die wie sie vorzeitig erwachsen werden und fast ihre Eltern bemuttern müssen. Dana ist ihrem Vater viel ähnlicher, als es auf den ersten Blick scheinen mag. Während sie mit ihren Brüdern gerne kurze Videos mit ihrem Handy dreht, achtet sie darauf, dass sich jedes Familienmitglied wohlfühlen kann.

Eine leichte Ironie, aber auch eine gewisse Melancholie durchdringen diesen kleinen und wertvollen Kurzfilm von Kurdwin Ayub. Boomerang zeichnet sich – ganz im Sinne der anderen Werke der jungen Filmemacherin – durch eine Regie aus, in der sich ein tendenziell realistischer Ansatz – mit häufigem Einsatz einer Schulterkamera – gut mit kurzen, mit dem Handy gedrehten Videos verbindet, in denen bunte Spezialeffekte dazu beitragen, die Welt der Jugendlichen, die der Regisseurin so am Herzen liegt, zu charakterisieren, zu bereichern und zu färben.

Kurdwin Ayub bringt seine Welt auf die Leinwand, wobei sie jedes Mal andere Konnotationen annimmt, aber immer eine starke autobiografische Komponente aufweist. Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang die spezielle Beziehung zwischen Vater und Tochter. Auch in Boomerang scheint Dana sofort ein besonderes Verständnis für ihren Vater zu haben. Wie sie ist auch er sensibel und verwundbar. Auch er ist ständig auf der Suche nach Liebe und Gleichgewicht. Auch er genießt es manchmal, wieder Kind zu sein, so wie er es tut, wenn er nachts vor dem Einschlafen mit seinem Handy Videos dreht. In Boomerang finden wir also alle Konstanten der Filmografie von Kurdwin Ayub. Auch hier ist ein bewusster und sehr reifer Ansatz in einer jungen Geschichte über junge Menschen zu erkennen. Eine leichte und zugleich tiefgründige Geschichte. Eine sehr persönliche Geschichte, die durch den innovativen Blick der Regisseurin sofort universelle Konnotationen annimmt.

Titel: Boomerang
Regie: Kurdwin Ayub
Land/Jahr: Österreich / 2018
Laufzeit: 20’
Genre: Filmkomödie, Drama, Coming-of-age
Cast: Hasan Ali Mete, Law Wallner, Atlana Puntigam, Arthur Berghammer, Mercedes Echerer, Inge Maux, Angelika Niedetzky, Tom Feichtinger
Buch: Kurdwin Ayub
Kamera: Caroline Bobek
Produktion: WILDart FILM

Info: Die Seite von Boomerang auf der Webseite der Diagonale; Die Seite von Boomerang auf iMDb; Die Seite von Boomerang auf der Webseite von Kurdwin Ayub