mariazell-1957-verschiedene-autoren-kritik

MARIAZELL

      Keine Kommentare zu MARIAZELL

This post is also available in: Italiano (Italienisch) English (Englisch)

von Verschiedene Autoren

Note: 7

In der Mitte zwischen Werbefilm und Dokumentarfilm zeigt uns Mariazell in nur zwei Minuten die von Österreichern so geliebte Kleinstadt, mit Fokus auf die charakteristischsten Ansichten des Ortes.

In Gehweite von Wien

Der Urlaubsort Mariazell zieht seit jeher zahlreiche Besucher, vor allem aus Wien, an, die dem Alltag entfliehen wollen, sei es auch nur für einen kurzen Tagesausflug. Und obwohl einer der ersten Dokumentarfilme, der uns die Schönheit des Ortes zeigte – und der heute als echter Meilenstein des österreichischen Films gilt – Österreichische Alpenbahnen – Eine Fahrt nach Mariazell (gedreht 1910 und produziert von der Österreichisch-Ungarischen Kino-Industrie) ist, sind im Laufe der Jahre zahlreiche weitere Filme entstanden, die die Schönheit des Ortes zeigen und noch mehr Besucher anlocken.

In dieser Hinsicht gehört der 1957 entstandene Kurzdokumentarfilm Mariazell zu einer langen Reihe von Dokumentarfilmen, die vor allem in den 1950er und 1960er Jahren vor Filmvorführungen gezeigt werden sollten.

In der Mitte zwischen Werbefilm und Dokumentarfilm zeigt uns Mariazell in nur zwei Minuten die von den Österreichern so geliebte Kleinstadt, mit Fokus auf die charakteristischsten Ansichten des Ortes.

Und so werden zahlreiche Touristen, die sich auf den Plätzen drängen, Menschen, die an einem Stehtisch freundlich miteinander plaudern, suggestive Panoramaaufnahmen und Totalen sofort zu den absoluten Protagonisten dieser kleinen und wertvollen Dokumentation. Der Wert dieses Werks wird durch die sorgfältige Beleuchtung in Pastellfarben noch unterstrichen, ein charakteristisches Merkmal der zahlreichen Filme dieses Genres, die noch einige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg zahlreich produziert wurden und die manchmal fast an einige der jüngeren Wiener Filme erinnern.

Obwohl solche Filme im Rahmen des umfangreichen und vielfältigen österreichischen Films jener Jahre als eher unbedeutend gelten, sind Mariazell und viele andere Dokumentarfilme dieser Art von unbestrittenem historischen Wert.

In der Tat zeugen solche Werke heute wie damals vor allem von dem Wunsch, wieder auferstehen, noch stärker als zuvor neu anzufangen, zu einem Zeitpunkt in der Geschichte, als die Folgen des Zweiten Weltkriegs noch stark und schmerzhaft zu spüren waren, obwohl schon einige Jahre vergangen waren. Nie zuvor war der Wunsch nach Wohlstand und nach Betonung der Schönheit eines Ortes so stark wie zu dieser Zeit, zusammen mit dem Wunsch, das Neue wiederzuentdecken, neue Wege zu gehen und neue künstlerische Ausdrucksformen zu finden. Dies wird durch die zahlreichen Kunst- und Filmströmungen, die in diesen Jahren in Österreich entstanden sind, bewiesen. Dies ist ein Zeichen für ein Österreich, das lebendiger und pulsierender denn je war und das viel zu sagen und zu vermitteln hatte.

Titel: Mariazell
Regie: Verschiedene Autoren
Land/Jahr: Österreich / 1957
Laufzeit: 2’
Genre: Dokumentarfilm
Buch: Verschiedene Autoren
Kamera: Verschiedene Autoren
Produktion: Verschiedene Autoren

Info: Die Webseite des Filmarchiv Austria