la-esperanza-1980-heinrich-held-heinrich-kritik

LA ESPERANZA

      Keine Kommentare zu LA ESPERANZA

This post is also available in: Italiano (Italienisch)

von Margareta Heinrich, Alexander Held und Irmgard Heinrich

Note: 8

La Esperanza, gedreht in Super8, ist ein Dokumentarfilm, der nichts der Phantasie überlässt, der getreu bezeugt, was am anderen Ende der Welt geschieht, der uns schmerzhafte Bilder zeigt und der durch die Erzählungen derjenigen, die persönlich an diesem „Weg der Wiedergeburt“ beteiligt sind, ein aufrichtiges und erschöpfendes Fresko des Lebens eines Volkes, das noch immer unter den Folgen einer jahrelangen Diktatur leidet, zum Leben erweckt.

Eine bessere Zukunft

Die Filmemacherin und Dokumentarfilmerin Margareta Heinrich hat sich im Laufe ihrer Karriere immer wieder für die Geschehnisse der Dritten Welt interessiert und mit ihrer Kamera Realitäten gefilmt, die uns unbekannt sind, die uns aber in gewisser Weise alle sehr stark betreffen. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang der Dokumentarfilm La Esperanza, der 1980 zusammen mit Alexander Held und Irmgard Heinrich gedreht wurde und sich mit den Lebensbedingungen in Nicaragua nach dem Ende der Diktatur von Anastasio Somoza Debayle beschäftigt.

Was eigentlich eine Zeit der Wiedergeburt sein sollte, birgt also noch zahlreiche Probleme. Hoher Analphabetismus, schlechte Hygiene und Krankheiten sind auf der Tagesordnung. Was ist zu tun? Österreich hat seinerseits versucht, durch den Bau des Kinderkrankenhauses „La Esperanza“ zur Verbesserung der Lebensbedingungen der nicaraguanischen Bevölkerung beizutragen. Der Weg, der vor uns liegt, ist jedoch noch sehr lang und schwierig.

Margareta Heinrich ist mit ihrem kleinen Team nach Nicaragua gereist, um all dies zu dokumentieren. Ihr Dokumentarfilm La Esperanza, der vollständig in Super8 gedreht wurde, ist ein Dokumentarfilm, der nichts der Fantasie überlässt, der getreu bezeugt, was am anderen Ende der Welt geschieht, der uns schmerzhafte Bilder zeigt und der durch die Erzählungen derjenigen, die persönlich an diesem „Weg der Wiedergeburt“ beteiligt sind, ein aufrichtiges und erschöpfendes Fresko des Lebens eines Volkes, das immer noch unter den Folgen der jahrelangen Diktatur leidet, zum Leben erweckt.

Einige Mütter halten ihre Babys, während sie im Wartezimmer des Krankenhauses sitzen. Einige Lehrerinnen und Lehrer erklären Schülerinnen und Schülern aller Altersstufen, wie man einen Stift hält und die Buchstaben des Alphabets schreibt. Die Straßen der Stadt sind ständig belebt und all ihre Geräusche und Farben machen La Esperanza zu einem unglaublich lebendigen und pulsierenden Film. Die drei Regisseure ihrerseits beschließen, vor der Kamera unsichtbar zu bleiben und sich nicht bemerkbar zu machen. Auch dann nicht, wenn sich einige der Befragten direkt an die Kamera wenden. Eine Kamera, die sich geschickt durch Gassen und Höfe oder über Krankenhausgänge bewegt und die, um uns die Wirklichkeit so zu zeigen, wie sie ist, auf jeden Filter und sogar auf die Musik, die in diesem Fall nur diegetisch ist, verzichtet.

Eine einfache und direkte Regie ist daher der beste Weg, um uns in eine Welt einzuführen, die scheinbar so weit weg ist. Der Zuschauer beobachtet die Ereignisse auf der Leinwand und fühlt sich plötzlich als Teil dieser Realität. Eine Realität, die zweifellos dramatisch ist, in der sich aber auch ein schwacher Hoffnungsschimmer abzeichnet. Wie der Name des Krankenhauses und natürlich auch der Titel des Films zeigen. Eine Hoffnung, die so gut zum Ausdruck kommt, wenn Kinder in traditioneller Kleidung bei einem Schulfest zusammen tanzen. Die drei Regisseure haben perfekt ins Schwarze getroffen und uns ein wertvolles Dokument einer wichtigen historischen Epoche geschenkt. Ein Dokumentarfilm mit einem äußerst einfachen, realistischen, aber vorsichtig optimistischen Ansatz, der dank der Aufrichtigkeit und Lyrik der Aufnahmen auch besonders fein ist.

Titel: La Esperanza
Regie: Margareta Heinrich, Alexander Held, Irmgard Heinrich
Land/Jahr: Österreich / 1980
Laufzeit: 57’
Genre: Dokumentarfilm
Buch: Margareta Heinrich, Alexander Held, Irmgard Heinrich
Kamera: Margareta Heinrich, Johannes Treytl
Produktion: Margareta Heinrich, Alexander Held, Irmgard Heinrich

Info: Die Seite von Margareta Heinrich auf der Webseite des Filmarchiv Austria