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DIE SCHULE DER MAGISCHEN TIERE

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von Gregor Schnitzler

Note: 5.5

Die Schule der magischen Tiere unterhält, aber nicht zu sehr, begeistert, aber nicht zu sehr. Auf diese Weise besteht die Gefahr, dass der Film bald nach seiner Veröffentlichung in Vergessenheit geraten könnte.

Neue, kleine Freunde

Freundschaft, Zusammenarbeit und vor allem viele, viele Abenteuer sind die Säulen des Spielfilms Die Schule der magischen Tiere, der unter der Regie von Gregor Schnitzler in österreichisch-deutscher Koproduktion frei nach der erfolgreichen Literatursaga von Margit Auer entstanden ist. Viele gute Gefühle also in einer Fantasy-Geschichte, die sich direkt an frühere Vorbilder anlehnt, um den Jüngsten eineinhalb Stunden puren Spaß zu schenken.

Dies ist die Geschichte der jungen Ida (gespielt von Emilia Maier), die mit ihrer Mutter (Marleen Lohse) in eine kleine Stadt im Herzen Deutschlands zieht. Neue Stadt, neue Schule, neue Freunde. Aber wie wichtig ist Freundschaft wirklich? Die Bedeutung dieses Wertes lernt das Mädchen bald dank der geheimnisvollen Lehrerin Miss Cornfield (Nadja Uhl), die zusammen mit ihrem Bruder beschließt, ihr und ihrem Klassenkameraden Benni (Leonard Conrads) zwei kleine sprechende Tiere (einen Fuchs und eine Schildkröte) zu schenken. Niemand weiß davon, außer ihren Klassenkameraden, die ebenfalls dazu bestimmt sind, eines Tages ein magisches Tier zu erhalten. Wenn die Kinder niemandem von diesen Freunden erzählen, werden sie für immer bei ihnen bleiben. Alles scheint gut zu laufen, als es in der Schule zu mysteriösen Diebstählen kommt.

In Die Schule der magischen Tiere geht es also vor allem um die Sympathie dieser kleinen Tiere, auch wenn sie unweigerlich hinter Idas Beziehung zu ihren Freunden Benni und Jo (Loris Sichrovsky) zurücktreten. Ihre Freundschaft ist oft problematisch, vor allem aufgrund zahlreicher Missverständnisse, aber sie entspricht voll und ganz einem Drehbuch, das wir immer wieder gesehen haben. Und in der Tat leidet der Spielfilm vor allem an einem ausgesprochen vorhersehbaren Drehbuch, das unweigerlich an erfolgreichere Filme von weitaus größerer Relevanz denken lässt (darunter vor allem der erfolgreiche Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind von David Yates aus dem Jahr 2016). Es ist nur schade, dass gerade die Beziehung zwischen den jungen Protagonisten und ihren Tieren einer tieferen Analyse bedürfen würde.

Und trotz allem ist der Film unterhaltsam. Und zwar mit einer Inszenierung, die in vielerlei Hinsicht fast an einen Disney-Film (vor allem dank der Gesangsszenen) erinnert. Gregor Schnitzler geht auf Nummer sicher und will, obwohl er sich an einen damals sehr erfolgreichen Roman anlehnt, nicht zu viel wagen oder mit neuen Filmsprachen experimentieren. Die Schule der magischen Tiere unterhält, aber nicht zu sehr, begeistert, aber nicht zu sehr. Und so läuft er Gefahr, kurz nach seiner Veröffentlichung in Vergessenheit zu geraten. Auch wenn es sich zweifellos um einen mit Spannung erwarteten Film handelt. Auch wenn Kinder ihn schätzen könnten. Um etwas zu bewirken, muss man jedoch Charakter haben, und leider hat der Film von Gregor Schnitzler zu wenig Biss und reiht sich in die Vielzahl von Fantasy-Filmen ein, die jedes Jahr überall auf der Welt gedreht werden. Schade.

Titel: Die Schule der magischen Tiere
Regie: Gregor Schnitzler
Land/Jahr: Deutschland, Österreich / 2021
Laufzeit: 93’
Genre: Abenteuerfilm, Family, Fantasyfilm
Cast: Emilia Maier, Leonard Conrads, Loris Sichrovsky, Nadja Uhl, Justus von Dohnányi, Heiko Pinkowski, Marleen Lohse, Milan Peschel, Max von der Groeben, Katharina Thalbach, Sophie Rois
Buch: Viola Schmidt, John Chambers, Margit Auer
Kamera: Wolfgang Aichholzer
Produktion: Kordes & Kordes Film GmbH, Leonine Studios, Wega Film

Info: Die Seite von Die Schule der magischen Tiere auf iMDb; Die Seite auf der Webseite des Österreichischen Filminstitutes