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VORFRÜHLING IM WIENERWALD

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Note: 7.5

Vorfrühling im Wienerwald zeigt uns eine zeitlose Schönheit. Eine Schönheit, die trotz der vergangenen Jahre unberührt und unverändert zu bleiben scheint. Der reiche und wertvolle Wienerwald, auf den alle Wienerinnen und Wiener seit Jahrhunderten stolz sind.

In Gehweite von Wien

Grüne Wiesen mit den ersten Frühlingsblumen. Lange, sonnige Nachmittage. Das Zisterzienserstift Heiligenkreuz. Und nicht zuletzt der faszinierende, geheimnisvolle und traditionsreiche Wienerwald, der am Rande der österreichischen Hauptstadt liegt. All dies ist in Vorfrühling im Wienerwald enthalten, der 1934 entstand und von Österreich in Bild und Ton produziert wurde. Dieser Dokumentarfilm ist ein Zeugnis einer ganz besonderen historischen Epoche und daher einem speziellen Filmgenre zuzuordnen, das sich in Österreich zwischen den beiden Kriegen ausbreitete. Um die Ursprünge dieses Werkes besser zu verstehen, ist es jedoch notwendig, einen kurzen Exkurs zu machen.

Zahlreiche Dokumentarfilme – vor allem aus den 1930er und 1940er Jahren – zeigen die Schönheit Österreichs mit seinen riesigen Grünflächen, seinen Denkmälern und seinen alten Traditionen. Diese Dokumentarfilme wurden hauptsächlich zu Propagandazwecken gedreht (es ist kein Zufall, dass die Jahre, in denen sie gedreht wurden, diejenigen waren, in denen Hitler gerade an die Macht gekommen war) und zeichnen sich durch eine Regie aus, die elementar ist, aber gleichzeitig in der Lage, dem, was gezeigt wurde, jedes Mal die richtige Aufmerksamkeit zu schenken.

Vorfrühling im Wienerwald – kürzlich vom Filmarchiv Austria im Rahmen der Retrospektive Kino auf Sommerfrische präsentiert – ist also einer dieser Propagandadokumentarfilme, die alle relativ kurze Laufzeiten haben.

Zahlreiche Menschen wurden beauftragt, Ereignisse oder Orte zu filmen, um die vielen Möglichkeiten eines Landes wie Österreich zu zeigen. Und in Vorfrühling im Wienerwald kann man mit Fug und Recht behaupten, dass dieses Ziel voll erreicht worden ist. Im Dokumentarfilm ist kein Platz für unnötige Off-Stimmen. Genauso wie es keinen Platz für redundante Bildunterschriften gibt. Hier wird das Wort ganz den Bildern überlassen, um eine eindrucksvolle und sehr kontemplative Inszenierung zu schaffen, die perfekt zu den Gefühlen passt, die man bei einem Spaziergang im weiten Wienerwald empfindet.

Schließlich spielt die Natur die Hauptrolle in einem Werk, in dem die Spuren des Menschen nur im Bau wichtiger, Jahrhunderte zuvor errichteter Monumente zu sehen sind. Und so zeugt Vorfrühling im Wienerwald sofort von einer zeitlosen Schönheit. Eine Schönheit, die trotz des Laufs der Zeit unberührt und unverändert ist. Der reiche und wertvolle Wienerwald ist seit Jahrhunderten ein Grund zum Stolz für jeden Wiener.

Titel: Vorfrühling im Wienerwald
Regie: Verschiedene Autoren
Land/Jahr: Österreich / 1934
Laufzeit: 5’
Genre: Dokumentarfilm
Buch: Verschiedene Autoren
Kamera: Verschiedene Autoren
Produktion: Österreich in Bild und Ton

Info: Die Webseite des Filmarchiv Austria